Freitag, 26. Mai 2017

Ein kleiner Rückblick mit Ausblick: 8 Jahre Engagement an der Börse

Eine gewisse Tradition hat es bei mir, im Frühling zurückzublicken. Einerseits gibt es Mai besonderen Anlass, weil da die Dividenden so herrlich sprudeln, andererseits begann ich mein Börsenengagement im Frühjahr 2009. Im Mai 2017 erreichten mich Dividenden in Wert von 2.203,84 € brutto. Circa 75 % davon blieben mir netto erhalten und stehen für die nächsten Investitionen zu Verfügung.

Einige Dividendenzahler vom Monat Mai habe ich seit vielen Jahren im Depot, in einem Fall sogar im Jahr 2009 gekauft. Das Dividendenwachstum habe ich beobachten können und es gibt mir Vertrauen, dass ich gar nicht so falsch liege mit meinem Aktienengagement. Ich betone auch immer wieder, dass ich auch etwas Glück hatte, was ich an wenigen Punkten festmache:
  • Ich bin in einer Baisse eingestiegen, wenngleich sie keine Garantie darstellt, hat sie enorme Sicherheit gegeben. Das war in jedem Falle gut für Psyche.
  • Ich war nie der Versuchung erlegen, es mal mit dem Daytrading zu probieren. Ich kaufte damals einfach die richtigen Bücher, die mich auf den tugendhaften Weg des langfristigen Investierens brachten. Ich hätte ja auch damals ein Daytrading-Buch als erstes Börsen- und Aktienbuch kaufen können. Was wäre dann aus mir geworden? Jemand mit Lamborghini, der ständig bettelt, man möge meine Seminare buchen?
  • Logisches Denken und ein Interesse für Stochastik haben es leicht gemacht, langfristig orientierter Investor zu werden, auf mehrere Pferde zu setzen und das eine oder andere kränkelnde Pferd zu akzeptieren. Beispielsweise kam ich selber auf den Gedanken, dass Charttechnik, wenn sie dann mal im Einzelfall funktioniert, selbsterfüllende Prophezeiung ist, wenn nur genug Leute die Charttechnik nutzen. Wenige Wochen nach meiner Überlegung merkte ich, dass dieser Gedanke schon mehrfach in Artikeln und Büchern festgehalten wurde.
  • Ein Wesenszug von mir ist, dass ich mir eine Angelegenheit nüchtern anschaue, bevor ich mich euphorisch da rein stürze.
Mein Depot steht aktuell bei ca. 207.000 €. Mein interner Zinsfuß liegt bei 12,48 % p.a., nach Gebühren, aber vor Steuern. Ich habe seit 2009 23.301,59 € an Dividenden kassiert, netto blieben davon 18.701,70 € übrig, die ich immer fleißig reinvestierte. Beeindruckend finde ich, wenn man die 207.000 € durch 8 teilt: 25.875 €, die ich per annum hätte zurücklegen müssen. Das wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Und das wäre lineares Sparen beim Zinssatz von 0 % gewesen. Wer sich als junger Mensch eine Immobilie zulegt, hat dann sogar Zinsen, die gegen ihn arbeiten, als weniger als 0 % Guthabenzins. Es ist mir bis heute unverständlich, warum sich viele Leute eine Immobilie ans Bein ketten. Da bin ich ganz beim Finanzwesir: Man muss vom Fach sein, vielleicht sogar selber Hand anlegen können, ansonsten wird einen die Immobilie die Haare vom Kopf fressen. Immobilien sind kompliziert und für Otto Normalverbraucher nur mit Fremdkapital zu finanzieren. (Ich habe es bei meinen Eltern selber erlebt.) Aktien sind mit das einfachste Investment, was man tätigen kann. Zu der Schlussfolgerung gelangte ich durch einfaches Nachdenken schon vor einigen Jahren und gegen die Diskrepanz zwischen dieser Schlussfolgerung und der öffentlichen Wahrnehmung der Aktie, kann man nicht oft genug anschreiben.

Ich habe in den vergangenen 8 Jahren eine gewisse Routine entwickeln können. Das Investieren ist für mich so selbstverständlich wie der Haushaltsputz, und leider ist es auch schon langweilig geworden. Die Folge ist, dass ich kaum noch weiß, worüber ich schreiben soll. Meine Schreibintensität werde ich daher verringern. Das Lesen und Kommentieren anderer Blogs interessiert mich kaum noch. Ich habe neulich zum x-ten Male von der 72er-Regel gelesen; Finanzblogs schießen ja momentan ohnehin wie Pilze aus dem Boden: Es gibt Sparkojoten, Geldkatzen, Finanzfische. Vielleicht sollte ich mir den Begriff vom Aktienschakal reservieren. Seltsam ist, dass es noch keine Finanzeule oder einen Finanz-Uhu. Die Eule als Symbol der Weisheit. Tatsächlich sind die erfolgreichsten Investoren wie Eulen. Sie sitzen reglos auf ihrem Ast, scheinbar tun sie nichts, aber sie beobachten, denken, beobachten wieder, denken nach und irgendwann handeln sie und dann erfolgreich. Der Energieaufwand ist minimal. Immerhin gibt es aber den einen oder anderen Kauz in der Finanzblogszene

Neben dem zunehmenden Desinteresse für Finanzthemen habe ich auch noch andere Interessen, die in den letzten Jahren etwas zurückstehen mussten. Das merke ich, wenn bestimmte Lektüre bei mir einfach verstaubt, beispielsweise der "Maler Nolten". Die nächsten Monate stehen unter dem Motto: Mörike statt Warnecke, oder auch: Der Finanzrocker reißt mich auch nicht mehr vom Hocker. Ich bin aber noch weit davon erwähnt, einen zweiten Blog als "Finanzpoet" zu starten, auch wenn es in die Zeit passt, einen Finanzblog zu starten.

Selbstverständlich werde ich wieder schreiben, wenn es was interessantes zu kommentieren gibt und wenn mal wieder eine Bilanz gezogen oder neue Ziele gesetzt werden müssen. Und wer weiß, welcher Politiker in welches antisemitische Fettnäpfchen als nächstes tritt.


Montag, 1. Mai 2017

Ich schäme mich von Sigmar Gabriel vertreten zu werden

Man hat es aus den Medien erfahren können: Sigmar Gabriel bereiste Israel. Aber nicht anders als es sich für einen Diplomaten gehört, hat er nicht die Regierung Israels besucht, sondern dubiose Organisationen wie "Breaking the Silence", die sich zum Ziel gesetzt haben, Israel zu vernichten.

Wie viele Gehirnwindungen müssen da fehlen, dass er sich auf so einen Unsinn eingelassen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Berater allesamt schwiegen. Für mich steht außer Frage, dass er entgegen den Ratschlägen seiner Berater gehandelt haben muss. Er ist die dickste Staatsaffäre seit Hermann Göring.

Und was will er eigentlich erreichen? Glaubt er, er könnte einen Blumentopf gewinnen, wenn er sich die Widerständlerperücke aufsetzt? Er hat nicht nur Israels Führung vergrätzt und das Verhältnis zu Israel massivst geschädigt.

Sicherlich werden die üblichen Verdächtigen jetzt aus ihren Ritzen hervorkriechen, man müsse Israel kritisieren dürfen. Ja, darf man, genauso wie man die Kritiker Israels kritisieren darf. Wer für sich in Anspruch nimmt, Kritik zu üben, darf nicht übellaunig werden, wenn seine Kritik kritisiert wird. Was ist nun an Gabriels Besuch so fatal?

1. Bei allen anderen Staaten wird peinlichst genau darauf geachtet, die offiziell anerkannte Regierung nicht zu verärgern. Der dicke Gabriel käme ja auch nicht auf die Idee, nach Taipeh zu fliegen oder zum Dalai Lama. Nur bei Israel wird eine Ausnahme gemacht. Das nennt man wohl diplomatische Sonderbehandlung.

2. Die Kritiker Israels behaupten immer wieder, den "Palästinensern" wäre Land geraubt geworden. Das ist falsch. Der UN-Teilungsplan sah zwei Staaten vor, aber die arabische Seite hat das nicht akzeptiert, weshalb es zum Krieg kam. Es gab Bevölkerungsverschiebungen, allerdings. Aber es waren nicht nur Araber, die israelischen Boden verlassen haben (obwohl sie israelische Staatsbürger werden konnten), sondern noch mehr Juden, die arabischen Boden verlassen mussten. Wer Israel kritisiert, ohne die ganze Geschichte aufzutischen, betreibt antisemitische Propaganda durch Weglassen.

3. Die Kritiker bezeichnen Israel immer wieder als Apartheidsstaat. Ich halte mal fest: In Israel können muslimische Araber, sofern israelische Staatsbürger, die Bildungseinrichtungen nutzen, Karriere beim Militär machen und in die Politik gehen. Wer Israel als Apartheidsstaat bezeichnet, aber zu der echten Apartheid in "palästinensisch" kontrollierten Gebieten schweigt, ist ein Antisemit. Es ist schon schizophren, einerseits Israel vorzuwerfen, Apartheidsstaat zu sein, aber gleichzeitig dafür einzutreten, dass Ostjerusalem, Judäa und Samaria judenfrei werden.

Ich habe gerade den Artikel von Jan Fleischhauer gelesen. Ich stimme ihm zu 100 % zu. Ich habe mir aber auch die Kommentare dazu reingezogen. Nur ein paar Auszüge:

Der Holocaust hat mit der gegenwärtig unerträglichen Situation in Palästina nichts zu tun und kann erst Recht nicht als Entschuldigung für das nationalistische Apartheid-Regime in Israel dienen (welches wirklich direkt mit Südafrika in den 1980ern zu vergleichen ist). Es ist doch unsere Aufgabe, unsere Meinung zu der Situation zu sagen. Und Myanmar, Jordanien und andere werden auch (zurecht) kritisiert, aber je enger die historische und geographische Verbindung, desto stärker auch die Kritik. Ich fürchte, es geht Ihnen mehr darum, blinden Zionismus und versteckte antiarabischen Ressentiments zu schüren. Das Übel (Religion und Nationalismus) am der Wurzel zu packen, traut sich aber keiner.

Er gibt sich pseudointellektuell. Wo werden Myanmar und Jordanien kritisiert?

Nö genau das was in der Überschrift steht darf nicht kommen. Keine U Boote, schon gar nicht Atomwaffen fähige U - Boote, keine Waffen mehr an die rassistischen Unterdrücker aus dem Staat Israel. Diese erst wieder wenn die Zwei Staatenlösung umgesetzt wurde.

Bevor das jetzt losgeht von Wegen Antisemit usw. Die Besetzung des Westjordanlandes, die Abriegelung des Gazastreifen, die Besetzung der Golanhöhen, die Unterdrückung der palestinensichen Bevölkerung und die Schaffung eines Arpartheidsystems zu Lasten der Palestinenser, dieses wurde in Zahllosen UN Resulotionen bestätigt. Genau an diesem Punkten ist auch jede Kritik am Staate Israel völlig legitim. Ansonsten sind mir die Israelis ziemlich humpe.
Produkte aus Israel vermeide ich eh wo es eben geht.

Schon wieder der Vorwurf der Apartheid. 
Gerade wegen unserer Geschichte haben wir die Pflicht, aus der Vergangenheit zu lernen und Tendenzen entgegen zu wirken, die ähnliche Ansätze zeigen, wie wir sie schon hatten. Die Situation in Israel und den besetzten Gebieten ist kompliziert, aber bestimmte Gruppen sowohl bei Israelis als auch bei Palästinensern haben kein Interesse an Frieden. Natürlich gibt es unter den Palästinensern Terroristen, aber der Staat Israel ist auch aus Terror entstanden. Die Gegend heisst nicht umsonst Palästina. Wenn wir uns aus politischen Lösungen raus halten sollen, sollten wir uns auch von Waffenlieferungen zurück ziehen.

Noch einer, der behauptet, wir hätten ein besondere Pflicht, Israel umso lauter zu kritisieren. Eigentlich ist die Sache überhaupt nicht kompliziert. Beide Staaten waren in einem einst staatenlosen Gebiet vorgesehen. Die arabische Seite konnte das kleine Israel nie akzeptieren, woraus es beschloss, Israel zu überfallen. Israel wehrte sich, machte im Gegenzug Eroberungen, für die sich kein anderer Staat hätte rechtfertigen müssen. Die arabische Seite will immer noch Israel vernichten und Israel will einfach nur existieren. Es gibt keinen Kompromiss, weil diese die arabische Position nicht kompromissfähig ist.

Der Kommentator bemüht sich auch nicht um historische Fakten. Die Gegend heißt tatsächlich seit 2000 Jahren Palästina, aber ein palästinensisches Volk gab es nie. Nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches gab es ein Mandatsgebiet Palästina, in dem Juden wie Araber lebten. Es waren die Araber, den Begriff Palästina ablehnten. Irgendwann wurde moderne Legende vom palästinensischen Volk geschaffen, das dort heimisch wäre und das jüdische Volk nicht.

Bei dem ganzen Hate-Speech- und Zensur-Geraune, ist mir schleierhaft, dass so viele antisemitische Hetzkommentare dann unbehelligt bei SPON erscheinen. Ich find's ja gut, weil ich das Ausmaß kritisieren kann, aber seltsam finde ich das schon. Bei jedem albernen Witz über Moslems, Araber oder Türken bekäme man kräftig Kontra, durch Zensur oder durch Mitdiskutanten. Bei Israel aber ist die Toleranzschwelle sehr großzügig bemessen.

Anders kann ich es mir nicht erklären: Der Dicke aus Goslar hat es auf diese Wählerstimmen abgesehen. Gabriels Verhalten ist einfach niederträchtig. Wie konnte man zulassen, dass er Außenminister wurde? Die Dichte ist an antisemitischen Kommentaren, die Israel einseitig anklagen, ist verdammt hoch. Für meine drei Auszüge habe ich gerade mal die ersten 12 Kommentare von 470 gelesen.

Ich weiß nicht, warum ich mir immer diese dämlichen Kommentare bei SPON reinziehe. Ohne einen gewissen Masochismus schafft man das nicht. Ich dokumentiere und klage an... Das trifft's.

Sonntag, 12. März 2017

Kurvendiskussion mit dem Couponschneider: Interner Zinsfuß

Ich bekam neulich eine Nachricht, in der ich gefragt wurde, welche Rendite ich hätte und wie sie berechne. Ich berechne den internen Zinsfuß. Beim Fragestellen eröffneten offenbarten sich enorme Kenntnisdefizite, weil er mir glauben wollte, dass ich zwar einen Zinsfuß von über 12 % p.a. habe, aber dennoch nur nur ca. 32 % im Plus bin.

Weil so eine Erklärung umfangreicher und formellastiger wird, bin ich wieder auf das bewährte LaTeX umgestiegen. Das Dokument findet der Leser hier.

Zudem möchte ich auch noch das Finanzrocker-Interview mit Andreas Buchen, dem Entwickler von "Portfolio Performance", empfehlen. Die Gedanken, die er sich gemacht hat und in die Software eingeflossen sind, sind die richtigen. Ich selber habe die Software noch nicht genutzt und werde es wohl auch nicht mehr.

Samstag, 11. März 2017

Die Verteidiger der Energiewende und ihre Rechenfähigkeiten

Ich las heute wieder einen Artikel auf SPON, der es in sich hat. Ich ärgerte mich fast, dass ich nicht mehr angemeldet bin, um den Artikel zu kommentieren, aber andere Kommentatoren hatten auch schon in die Kerbe geschlagen. Es geht in dem Artikel geht es um Gemüseanbau in der Vertikalen, also auch auf viele Etagen, wobei jede einzelne Etage mit künstlichem Licht beleuchtet wird. Am Ende heißt es:

Bei allem Fleiß und Engagement: Noch ist der Anbau des Salats, der Tomaten oder des Basilikums zu teuer für den Massenmarkt. Die Produktionskosten von nur einem Kilo Gemüse liegen bei zwölf Euro. Damit ist das Konzept in den Weltregionen, die die neuen Systeme am nötigsten bräuchten, wirtschaftlich sinnlos. Auch der Energiebedarf der vertikalen Farmen ist enorm. In angedachten DLR-Farm läge er bei mehr als 400.000 Kilowattstunden pro Jahr - so viel wie das stärkste Atomkraftwerk Deutschlands, Isar 2, in fünf Tagen produziert. 
 
Ich fand die Zahl von 400.000 kWh in fünf Tagen recht wenig. Das wären gerade mal 29.200.000 kWh pro Jahr oder 29,2 GWh. Eine Megawattstunde kostet an der Strombörse ca. 30 €. Kann es sein, dass Isar Strom jährlich für 876.000 € produziert? Natürlich nicht.

Das sind die gleichen Journalisten, die uns die Energiewende schmackhaft machen wollen. Isar 2 hat eine Leistung von 1410 MW. Da Jahr hat 8760 h. Gehen wir von 60 % Auslastung aus, dann reden wir von 5256 h. 7.410.960 MWh im Jahr oder von 20.304 MWh pro Tag. Das sind 20.304.000 kWh pro Tag. 400.000 kWh sind in ca. einem fünfzigstel Tag  (ca. eine halbe Stunde) generiert.

Es wird aber auch ein Denkfehler im Artikel offenbart, den mach auch bei den Pamphleten zur Energiewende immer wieder findet: Es wird nur die elektrische Arbeit gesehen, aber man will nicht sehen, wann sie anfällt. Wenn um Pfingsten herum die Solarzellen Rekordleistung in die Netze speisen, dann machen die Apologeten der Energiewende auf dicke Hose und übersehen dabei, dass diese elektrische Leistung wertlos ist, weil sie nicht gebraucht wird.

Fakt ist: Selbst heute noch produzieren unsere Kraftwerke nachts Strom, der  nicht gebraucht wird, obwohl die Kraftwerke runtergefahren werden. Zusätzliche Abnehmer in der Nacht können die Auslastung verbessern und das wäre wirtschaftlich vorteilhaft; die zusätzliche Leistung gäbe es für lau. Unsere Energiewendefreunde sind ja auch Fans von den intelligenten Haushaltsgeräten, die dann angehen, wenn der Strompreis billig ist. Dann rattert die Waschmaschine zum Leidwesen der Nachbarn um 3 Uhr nachts. Bevor man an die Haushaltselektronik denkt, sollte man doch eher an die Beleuchtung in diesen "Pflanzenfabriken" ran.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit kommt wohl nicht vom Energieverbrauch, sondern vom konkurrenzlos günstigen Ackerland und der noch viel effizienteren Bewirtschaftung.

Sonntag, 5. März 2017

Genderpolitik: Was sie wirklich bedeutet.

Dachte ich bei Genderpolitik immer an Unisextoiletten, an das taz-I und andere orthographische Obzönitäten und sprachliche Zumutungen, musste ich lachen, als ich heute folgendes in der Wikipedia lesen bekam:

"Die paschtunische Burka wurde in der internationalen Wahrnehmung zum Symbol der Genderpolitik der Taliban."
 
"Nachdem der Aufstieg der Taliban bislang außerhalb der Region kaum Beachtung gefunden hatte, wurde nach der Übernahme Kabuls deren Genderpolitik und die Ermordung Nadschibullāhs international scharf verurteilt. Anders als bei der Eroberung Herats und anderer Städte fand der Fall Kabuls durch die Präsenz internationaler Medien in der Stadt vor den Augen einer entsetzten Weltöffentlichkeit statt."

"Unter den islamischen Staaten übte der Iran die schärfste Kritik an der Genderpolitik der Taliban, während sich die meisten übrigen Länder nicht äußerten."


Soll das ein Teil von "Genderpolitik" sein? Oder "Geschlechterpolitik"? Gibt's sowas überhaupt? Früher bezeichnete man das ganz ungeschminkt als Unterdrückung der Frauen.

Samstag, 25. Februar 2017

Aus der Kategorie: Was haben die denn geraucht?

Habe ich schon mal geschrieben, dass ich S21 befürworte? Spätestens seit den Protesten 2010 bin ich Befürworter. Es gab so viele Lügen, beispielsweise, dass die Bürger nicht informiert worden wären. Das war insofern falsch, weil ich schon 2005/6 in der ZEIT etwas darüber las und ich eigentlich auch nicht aus dem Stuttgarter Raum kam. Es gab Möglichkeiten, sich zu informieren.

Klar, das Projekt ist teuer, es ist aber auch ambitioniert. Und was gibt es besseres, als den lauten Schienenverkehr unter die Erde zu bringen und durch bessere Gleisführung die Entfernungen zu verkürzen? Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann aber bitte gleich richtig. Das Graben der Tunnel lohnt sich!

Ich verstehe nicht, wie man dagegen sein kann und ich kann über die S21-Gegner nur den Kopf schütteln. Heute habe ich etwas auf der K21-Seite gefunden. Dort heißt es:

Die Filder ist seit Jahrzehnten einer enormen Bautätigkeit ausgesetzt, stellt die Schutzgemeischaft Filder anlässlich einer neuen Planungswelle auf den Fildern fest. Die Bürgerinitiative zählt auf: B27-Bau, Flughafenausbau in den 1990er Jahren und Autobahnausbau, viele Gewerbe- und Wohngebiete und nicht zuletzt der Messe-Neubau und die landzerstörenden Folgen der S-21-Trassen.

Die S21-Trassen sind nicht landzerstörend, sondern unter der Erde. Was haben die getrunken? Was haben die geraucht? Ein paar Hektar Ackerland sollen dran glauben. Das führt dann zur aberwitzigen Schlussrede:

Steffen Siegel: „Wer diese, von unseren Vorfahren über Jahrhunderte gepflegten Böden für alle Zeiten unwiederbringlich zerstört, bedroht die Überlebensfähigkeit kommender Generationen. Wenn wir so hemmungslos weiter Land „verbrauchen“, müssen unsere Enkel womöglich einmal schlechtes, teures Kraut von anderswo einfliegen lassen!“

Als wenn die deutsche Landwirtschaft genau auf diese Flächen angewiesen  wäre. Die "Überlebensfähigkeit kommender Generationen" stehe auf dem Spiel. Darunter mach es die K21-Paniker nicht. Das muss man sich mal vorstellen: Diese Leute sind für K21, also für den Erhalt bestehender oberirdischer Strecken, die seit über 100 Jahren die Landschaft zerschneiden. Ziel von S21 ist es, diese Strecken zurück zu bauen und so freie Flächen zu schaffen, natürlich auch zum Bauen, was das Umland nachhaltig von der Bautätigkeit entlastet. Wer Angst hat, in Deutschland könnten die Flächen ausgehen, der muss für S21 sein und nicht dagegen.

Diese K21-Übeltäter stehen ja links. Das möchte ich einen Artikel auf der Achse empfehlen. Die Linken wollen alles bewahren. Alles soll so bleiben, wie es ist. Da wird nicht gefragt, was langfristig der Mehrheit zugute kommt und was besser ist. Sogenannte Parkschützer wollten in Stuttgart S21 verhindern, weil ein paar Bäume gefällt werden mussten. Dass durch S21 der Park größer und attraktiver wird (kein Schienenlärm), hätte Parkschützer zu S21-Befürwortern machen müssen. Stattdessen haben diese linksgrünen Bessermenschen dagegen protestiert und sich darauf versteift, dass das Neue nicht gut wäre. Hauptsache dagegen. So funktioniert links und dumm.


Donnerstag, 16. Februar 2017

Ein Meilenstein geschafft: 200000 € Depotwert

Es ist schon nach Mitternacht, dennoch setze ich mich hin, um etwas zu dokumentieren, was im Laufe des Tages passiert ist: Mein Portfolio hat am 15.02.2017 die 200000-Euro-Marke übersprungen. Glückwunsch!

Eigentlich wollte ich mich am Tage gar nicht um die Börse kümmern, aber ein Blick auf das Smartphone am Vormittag zeigte mir den Sprung über die ominöse Marke. Meine Frage: Bleibt's dabei im Laufe des Tages? Es blieb dabei. Am 16.02.2017 wird der Depotwert vermutlich wieder unter diese Marke fallen.

Runde Zahlen haben ja etwas reizvolles. Daher werden silberne und goldene Hochzeiten gefeiert, der 50. Geburtstag wird auch anders gesehen als der 49. oder 51. Genutzt werden diese Jubiläen für Rückblicke.

Wie lange brauchte ich für die 200000 €? Im April 2009 kaufte ich meine ersten Aktien, d.h. es hat nun 7 Jahre und 10 Monate gebraucht (ingesamt also 94 Monate). 200000 €  / 94 Monate = 2127 € pro Monat. Diese Summe hätte ich Monat für Monat aufbringen müssen, wenn ich zinsfreies, lineares Sparen angewandt hätte. Diese Summe hätte ich nie aufbringen können, denn dann wäre ich verhungert. Ich habe die Kraft des Zinseszinses genutzt und ich empfehle es allen jungen Leuten, es mir gleich zu tun.


Rückblickend muss ich auch sagen, dass ich das Glück hatte, ein gutes Buch zu konsultieren: "Genial einfach investieren" von Prof. Martin Weber. Es hätte ja auch "Das große Buch der Markttechnik" sein können, und dann hätte ich wahrscheinlich Charttechnik betrieben. Auf diesen Irrweg begab ich mich glücklicherweise nie.

Und sicherlich gehört auch eine Prise Mut dazu, sich als Greenhorn 2009 in Aktien zu stürzen. Ich denke, da kommt mir bestimmte Wesenszüge zugute, die mir zu eigen sind. Ich lasse mich weder von zu starker Euphorie noch von der Hysterie anderer beeinflussen. Und natürlich gehe ich die Dinge gerne systematisch an, erlese mir die Dinge. Die Stimmung war ja damals am Boden. Einige haben den Weltuntergangsstimmungsmodus auch nie verlassen. Die Krise 2008 ist nun neun Jahre her. Neun Jahre!!! In diesen Zeiträumen werden Jugendliche zu Erwachsen, es gibt Nationalmannschaftskarrieren, die in solchen Zeiträumen starten und enden Mertesacker und Lahm haben nur zehn Jahre in der Nationalmannschaft gespielt. Der Dauerpessimist als Bundestrainer würde heute noch die Spieler der EM 2008 nominieren: Lehmann im Tor, Ballack im Mittelfeld, Marko Marin als hoffnungsvolles Talent und wahrscheinlich auch Nutella-Kevin.

Wird's bald den Crash geben? Ja, denn nach dem Crash ist vor dem Crash. Es wird immer Crashs geben; die Menschheit irrt sich nach vorne. Ich verstehe nicht, was die Crashpropheten immer dagegen haben? Wenn sie Crashs verhindern wollen, dann wären wir am Ende nicht mehr frei. Auch schizophren - und es ist komisch, dass mir dieser Widerspruch erst jetzt aufgefallen ist - ist es, dass die Crashpropheten Kursrückgänge als Korrektur bezeichnen, also mit etwas Positiven verbinden, aber Crash bleibt Crash, das ist dann der Weltuntergang. Ist der Crash dann etwa keine Korrektur?  Da sieht man, wie selektiv die Wahrnehmung dieser Leute ist. (Namen der Crashpropheten nenne ich ausnahmweise  nicht; die kann man sich ja denken.)

Wie geht's weiter? Wie bisher, natürlich! Im März will ich wieder ca. 3000 € in Aktien investieren. Ich warte noch ein paar Dividenden und die nächste Gehaltszahlung ab.