Sonntag, 12. März 2017

Kurvendiskussion mit dem Couponschneider: Interner Zinsfuß

Ich bekam neulich eine Nachricht, in der ich gefragt wurde, welche Rendite ich hätte und wie sie berechne. Ich berechne den internen Zinsfuß. Beim Fragestellen eröffneten offenbarten sich enorme Kenntnisdefizite, weil er mir glauben wollte, dass ich zwar einen Zinsfuß von über 12 % p.a. habe, aber dennoch nur nur ca. 32 % im Plus bin.

Weil so eine Erklärung umfangreicher und formellastiger wird, bin ich wieder auf das bewährte LaTeX umgestiegen. Das Dokument findet der Leser hier.

Zudem möchte ich auch noch das Finanzrocker-Interview mit Andreas Buchen, dem Entwickler von "Portfolio Performance", empfehlen. Die Gedanken, die er sich gemacht hat und in die Software eingeflossen sind, sind die richtigen. Ich selber habe die Software noch nicht genutzt und werde es wohl auch nicht mehr.

Samstag, 11. März 2017

Die Verteidiger der Energiewende und ihre Rechenfähigkeiten

Ich las heute wieder einen Artikel auf SPON, der es in sich hat. Ich ärgerte mich fast, dass ich nicht mehr angemeldet bin, um den Artikel zu kommentieren, aber andere Kommentatoren hatten auch schon in die Kerbe geschlagen. Es geht in dem Artikel geht es um Gemüseanbau in der Vertikalen, also auch auf viele Etagen, wobei jede einzelne Etage mit künstlichem Licht beleuchtet wird. Am Ende heißt es:

Bei allem Fleiß und Engagement: Noch ist der Anbau des Salats, der Tomaten oder des Basilikums zu teuer für den Massenmarkt. Die Produktionskosten von nur einem Kilo Gemüse liegen bei zwölf Euro. Damit ist das Konzept in den Weltregionen, die die neuen Systeme am nötigsten bräuchten, wirtschaftlich sinnlos. Auch der Energiebedarf der vertikalen Farmen ist enorm. In angedachten DLR-Farm läge er bei mehr als 400.000 Kilowattstunden pro Jahr - so viel wie das stärkste Atomkraftwerk Deutschlands, Isar 2, in fünf Tagen produziert. 
 
Ich fand die Zahl von 400.000 kWh in fünf Tagen recht wenig. Das wären gerade mal 29.200.000 kWh pro Jahr oder 29,2 GWh. Eine Megawattstunde kostet an der Strombörse ca. 30 €. Kann es sein, dass Isar Strom jährlich für 876.000 € produziert? Natürlich nicht.

Das sind die gleichen Journalisten, die uns die Energiewende schmackhaft machen wollen. Isar 2 hat eine Leistung von 1410 MW. Da Jahr hat 8760 h. Gehen wir von 60 % Auslastung aus, dann reden wir von 5256 h. 7.410.960 MWh im Jahr oder von 20.304 MWh pro Tag. Das sind 20.304.000 kWh pro Tag. 400.000 kWh sind in ca. einem fünfzigstel Tag  (ca. eine halbe Stunde) generiert.

Es wird aber auch ein Denkfehler im Artikel offenbart, den mach auch bei den Pamphleten zur Energiewende immer wieder findet: Es wird nur die elektrische Arbeit gesehen, aber man will nicht sehen, wann sie anfällt. Wenn um Pfingsten herum die Solarzellen Rekordleistung in die Netze speisen, dann machen die Apologeten der Energiewende auf dicke Hose und übersehen dabei, dass diese elektrische Leistung wertlos ist, weil sie nicht gebraucht wird.

Fakt ist: Selbst heute noch produzieren unsere Kraftwerke nachts Strom, der  nicht gebraucht wird, obwohl die Kraftwerke runtergefahren werden. Zusätzliche Abnehmer in der Nacht können die Auslastung verbessern und das wäre wirtschaftlich vorteilhaft; die zusätzliche Leistung gäbe es für lau. Unsere Energiewendefreunde sind ja auch Fans von den intelligenten Haushaltsgeräten, die dann angehen, wenn der Strompreis billig ist. Dann rattert die Waschmaschine zum Leidwesen der Nachbarn um 3 Uhr nachts. Bevor man an die Haushaltselektronik denkt, sollte man doch eher an die Beleuchtung in diesen "Pflanzenfabriken" ran.

Mangelnde Wirtschaftlichkeit kommt wohl nicht vom Energieverbrauch, sondern vom konkurrenzlos günstigen Ackerland und der noch viel effizienteren Bewirtschaftung.

Sonntag, 5. März 2017

Genderpolitik: Was sie wirklich bedeutet.

Dachte ich bei Genderpolitik immer an Unisextoiletten, an das taz-I und andere orthographische Obzönitäten und sprachliche Zumutungen, musste ich lachen, als ich heute folgendes in der Wikipedia lesen bekam:

"Die paschtunische Burka wurde in der internationalen Wahrnehmung zum Symbol der Genderpolitik der Taliban."
 
"Nachdem der Aufstieg der Taliban bislang außerhalb der Region kaum Beachtung gefunden hatte, wurde nach der Übernahme Kabuls deren Genderpolitik und die Ermordung Nadschibullāhs international scharf verurteilt. Anders als bei der Eroberung Herats und anderer Städte fand der Fall Kabuls durch die Präsenz internationaler Medien in der Stadt vor den Augen einer entsetzten Weltöffentlichkeit statt."

"Unter den islamischen Staaten übte der Iran die schärfste Kritik an der Genderpolitik der Taliban, während sich die meisten übrigen Länder nicht äußerten."


Soll das ein Teil von "Genderpolitik" sein? Oder "Geschlechterpolitik"? Gibt's sowas überhaupt? Früher bezeichnete man das ganz ungeschminkt als Unterdrückung der Frauen.

Samstag, 25. Februar 2017

Aus der Kategorie: Was haben die denn geraucht?

Habe ich schon mal geschrieben, dass ich S21 befürworte? Spätestens seit den Protesten 2010 bin ich Befürworter. Es gab so viele Lügen, beispielsweise, dass die Bürger nicht informiert worden wären. Das war insofern falsch, weil ich schon 2005/6 in der ZEIT etwas darüber las und ich eigentlich auch nicht aus dem Stuttgarter Raum kam. Es gab Möglichkeiten, sich zu informieren.

Klar, das Projekt ist teuer, es ist aber auch ambitioniert. Und was gibt es besseres, als den lauten Schienenverkehr unter die Erde zu bringen und durch bessere Gleisführung die Entfernungen zu verkürzen? Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann aber bitte gleich richtig. Das Graben der Tunnel lohnt sich!

Ich verstehe nicht, wie man dagegen sein kann und ich kann über die S21-Gegner nur den Kopf schütteln. Heute habe ich etwas auf der K21-Seite gefunden. Dort heißt es:

Die Filder ist seit Jahrzehnten einer enormen Bautätigkeit ausgesetzt, stellt die Schutzgemeischaft Filder anlässlich einer neuen Planungswelle auf den Fildern fest. Die Bürgerinitiative zählt auf: B27-Bau, Flughafenausbau in den 1990er Jahren und Autobahnausbau, viele Gewerbe- und Wohngebiete und nicht zuletzt der Messe-Neubau und die landzerstörenden Folgen der S-21-Trassen.

Die S21-Trassen sind nicht landzerstörend, sondern unter der Erde. Was haben die getrunken? Was haben die geraucht? Ein paar Hektar Ackerland sollen dran glauben. Das führt dann zur aberwitzigen Schlussrede:

Steffen Siegel: „Wer diese, von unseren Vorfahren über Jahrhunderte gepflegten Böden für alle Zeiten unwiederbringlich zerstört, bedroht die Überlebensfähigkeit kommender Generationen. Wenn wir so hemmungslos weiter Land „verbrauchen“, müssen unsere Enkel womöglich einmal schlechtes, teures Kraut von anderswo einfliegen lassen!“

Als wenn die deutsche Landwirtschaft genau auf diese Flächen angewiesen  wäre. Die "Überlebensfähigkeit kommender Generationen" stehe auf dem Spiel. Darunter mach es die K21-Paniker nicht. Das muss man sich mal vorstellen: Diese Leute sind für K21, also für den Erhalt bestehender oberirdischer Strecken, die seit über 100 Jahren die Landschaft zerschneiden. Ziel von S21 ist es, diese Strecken zurück zu bauen und so freie Flächen zu schaffen, natürlich auch zum Bauen, was das Umland nachhaltig von der Bautätigkeit entlastet. Wer Angst hat, in Deutschland könnten die Flächen ausgehen, der muss für S21 sein und nicht dagegen.

Diese K21-Übeltäter stehen ja links. Das möchte ich einen Artikel auf der Achse empfehlen. Die Linken wollen alles bewahren. Alles soll so bleiben, wie es ist. Da wird nicht gefragt, was langfristig der Mehrheit zugute kommt und was besser ist. Sogenannte Parkschützer wollten in Stuttgart S21 verhindern, weil ein paar Bäume gefällt werden mussten. Dass durch S21 der Park größer und attraktiver wird (kein Schienenlärm), hätte Parkschützer zu S21-Befürwortern machen müssen. Stattdessen haben diese linksgrünen Bessermenschen dagegen protestiert und sich darauf versteift, dass das Neue nicht gut wäre. Hauptsache dagegen. So funktioniert links und dumm.


Donnerstag, 16. Februar 2017

Ein Meilenstein geschafft: 200000 € Depotwert

Es ist schon nach Mitternacht, dennoch setze ich mich hin, um etwas zu dokumentieren, was im Laufe des Tages passiert ist: Mein Portfolio hat am 15.02.2017 die 200000-Euro-Marke übersprungen. Glückwunsch!

Eigentlich wollte ich mich am Tage gar nicht um die Börse kümmern, aber ein Blick auf das Smartphone am Vormittag zeigte mir den Sprung über die ominöse Marke. Meine Frage: Bleibt's dabei im Laufe des Tages? Es blieb dabei. Am 16.02.2017 wird der Depotwert vermutlich wieder unter diese Marke fallen.

Runde Zahlen haben ja etwas reizvolles. Daher werden silberne und goldene Hochzeiten gefeiert, der 50. Geburtstag wird auch anders gesehen als der 49. oder 51. Genutzt werden diese Jubiläen für Rückblicke.

Wie lange brauchte ich für die 200000 €? Im April 2009 kaufte ich meine ersten Aktien, d.h. es hat nun 7 Jahre und 10 Monate gebraucht (ingesamt also 94 Monate). 200000 €  / 94 Monate = 2127 € pro Monat. Diese Summe hätte ich Monat für Monat aufbringen müssen, wenn ich zinsfreies, lineares Sparen angewandt hätte. Diese Summe hätte ich nie aufbringen können, denn dann wäre ich verhungert. Ich habe die Kraft des Zinseszinses genutzt und ich empfehle es allen jungen Leuten, es mir gleich zu tun.


Rückblickend muss ich auch sagen, dass ich das Glück hatte, ein gutes Buch zu konsultieren: "Genial einfach investieren" von Prof. Martin Weber. Es hätte ja auch "Das große Buch der Markttechnik" sein können, und dann hätte ich wahrscheinlich Charttechnik betrieben. Auf diesen Irrweg begab ich mich glücklicherweise nie.

Und sicherlich gehört auch eine Prise Mut dazu, sich als Greenhorn 2009 in Aktien zu stürzen. Ich denke, da kommt mir bestimmte Wesenszüge zugute, die mir zu eigen sind. Ich lasse mich weder von zu starker Euphorie noch von der Hysterie anderer beeinflussen. Und natürlich gehe ich die Dinge gerne systematisch an, erlese mir die Dinge. Die Stimmung war ja damals am Boden. Einige haben den Weltuntergangsstimmungsmodus auch nie verlassen. Die Krise 2008 ist nun neun Jahre her. Neun Jahre!!! In diesen Zeiträumen werden Jugendliche zu Erwachsen, es gibt Nationalmannschaftskarrieren, die in solchen Zeiträumen starten und enden Mertesacker und Lahm haben nur zehn Jahre in der Nationalmannschaft gespielt. Der Dauerpessimist als Bundestrainer würde heute noch die Spieler der EM 2008 nominieren: Lehmann im Tor, Ballack im Mittelfeld, Marko Marin als hoffnungsvolles Talent und wahrscheinlich auch Nutella-Kevin.

Wird's bald den Crash geben? Ja, denn nach dem Crash ist vor dem Crash. Es wird immer Crashs geben; die Menschheit irrt sich nach vorne. Ich verstehe nicht, was die Crashpropheten immer dagegen haben? Wenn sie Crashs verhindern wollen, dann wären wir am Ende nicht mehr frei. Auch schizophren - und es ist komisch, dass mir dieser Widerspruch erst jetzt aufgefallen ist - ist es, dass die Crashpropheten Kursrückgänge als Korrektur bezeichnen, also mit etwas Positiven verbinden, aber Crash bleibt Crash, das ist dann der Weltuntergang. Ist der Crash dann etwa keine Korrektur?  Da sieht man, wie selektiv die Wahrnehmung dieser Leute ist. (Namen der Crashpropheten nenne ich ausnahmweise  nicht; die kann man sich ja denken.)

Wie geht's weiter? Wie bisher, natürlich! Im März will ich wieder ca. 3000 € in Aktien investieren. Ich warte noch ein paar Dividenden und die nächste Gehaltszahlung ab.

Sonntag, 5. Februar 2017

Über Börsengurus und Crashpropheten

Ich nahm gestern wieder Kostolanys letztes Buch ("Die Kunst über Geld nachzudenken") in die Hand, in der Hoffnung, das es doch etwas über Crashpropheten bereithält. Und es hat mich nicht enttäuscht. Es im Abschnitt über die Börsengurus zu finden:

"Eigenartigerweise sind die meisten Börsengurus Crashpropheten. Hausse-Gurus gibt es nur wenige."

Nach 20 Jahren stimmt es immer noch: Müller, Friedrich, Weik, Otte, Leuschel - Jeder produziert sich als Crashprophet. Gebetsmühlenartig wird behauptet, der Crash stehe vor der Tür. Plausibel begründet finde ich es nicht. Ich kenne die Bücher von Müller, Friedrich und Weik. Das sind teilweise aneinandergereihte Artikel. Hier eine Andeutung, da eine Andeutung. Vielleicht meinen die Herren Weltökonomen, sie bräuchten nicht stringent argumentieren. Die Herren Weltkökonomen orakeln und Orakelsprüche sind nicht natürlich so formuliert, dass sie am Ende stimmen. So kommt es, dass Friedrich und Weik heute in Talkshows behaupten, dass alles so eingetroffen wäre, wie sie behauptet hätten. Ich hätte glatt Lust, mir die Bücher noch einmal auszuleihen und Punkt für Punkt die Prognosen durchzugehen. Ich bin mir sicher, dass Friedrich und Weik nur selektiv vorgehen, wenn sie meinen, ihre Vorhersagen hätten gestimmt. Mal sehen, ob ich dafür Zeit finde.


Ich halte mich nicht an Crashpropheten. Ich bin Optimist. Ich erinnere mich noch an die Zeit von vor sechs Jahren, als Dirk Müller noch gesellschaftsfähig war und durch die Talkshows tingelte und meinte, Aktien dürfe man nicht haben. Wer darauf hörte, sich stattdessen einen Krügerrand zulegte, weil Müller meinte, vor 200 Jahren hätte man dafür einen Herrenanzug bekommen, und in 200 Jahren gibt's immer noch einen Herrenanzug dafür, hat eine Menge liegen gelassen.

Es war ziemlich dumm, auf die Crashpropheten zu hören und wird es auch bleiben. Man hätte Aktien kaufen müssen. Ich tat es in den letzten sieben Jahren, teilweise begründet mit den gleichen Argumenten. Immerhin hatte die genannten Crashpropheten einen wichtigen Punkt auf der Agenda: Inflation. Aufgrund der Schuldenkrise müssten sich Staat per Inflation entschulden. Diese Ansicht teilte ich. Die Crashpropheten sagten: "Kauft Gold!". Mein Schluss war: Jetzt erst richtig ordentlich Aktien, denn Aktien sind Sachwerte.

Bei Kostolany geht es aber noch weiter:

"Eigenartigerweise sind die meisten Börsengurus Crashpropheten. Hausse-Gurus gibt es nur wenige. Den Weltuntergang zu predigen, erregt eben mehr Aufsehen."

Und ich denke, das ist die Erklärung, warum Börsengurus meistens Crashpropheten werden. Bad news are good news. Daueroptimisten wie Tim Schäfer oder Kolja Barghoorn bekommen keine Einladung zu Lanz oder Maischberger. Mit Optimismus stehen die Chancen schlecht auf ein Kamingespräch mit Volker Panzer. Dirk Müller war da mal eingeladen.

Ich bin optimistisch. Das mag vielen nicht gefallen. Wahrscheinlich kommen die Fans der genannten Crashpropheten gleich wieder aus ihren Löchern gekrochen und bewerfen mich mit ihrem verbalen Unrat. Juckt mich nicht, denn meine Performance der letzten Jahre gibt mir recht und dene unrecht. Ich werbe dafür, optimistisch  zu sein, denn das macht richtig Spaß. Da macht das Wählen der FDP noch mehr Spaß. Ich fand es alle die Jahre belustigend, wie einige Leute meinten, nicht verstehen zu können, wer da immer die FDP wähle. (Ich rechnete der FDP und Westerwelle immer an, dass sie auch Optimismus verbreiteten.)

Ein Vortrag, den ich schon vor ein paar Jahren gesehen habe, ist von Michael Miersch. Natürlich im FDP-Umfeld:





Schaut selbst. Mir gefällt besonders der Schlusssatz, mit dem ich auch diesen Blogartikel beendet möchte: "Nichts ist heute subversiver als Optimismus."

Sonntag, 29. Januar 2017

Der Abzockerfonds zweier Crashpropheten

Ich muss mich schon wieder aufregen. Wenn ich mich aufrege, dann weiß man, was kommt: Entweder geht's um Antisemitismus in den Mainstream-Medien, um Dirk Müller oder Carsten Maschmeyer, oder um die "Weltökonomen" Friedrich und Weik.

Ich habe ihre drei Bücher gelesen. Unverständlicherweise kamen diese Bücher beim Publikum an, qualitativ waren sie aber ziemlich missraten. Vor allem beim ersten Buch hat der Verlag enorm beim Lektoriat gespart; der muss selber sehr überrascht gewesen sein über den Erfolg des Buches.

Warum kamen diese Bücher an? Weil Friedrich und Weik dem Publikum liefern, was es hören will: Die ach so pöse Finanzwirtschaft hätte uns alle im Griff, die Politiker zerstören die Währung und alles würde crashen. Viele wollen nicht hören, dass man sich als Anleger an die eigene Nase fassen muss. Dieses Brett ist eindeutig zu dick, um von Friedrich und Weik gebohrt zu werden. (Tim Schäfer geht den entgegengesetzten Weg)

Von Crash-Propheten halte ich nicht viel. Wer auf einen Crash-Propheten wie Dirk Müller gehört hat, der hat viel Geld verloren und er legt ausgerechnet dann einen Fonds auf, als die dicksten Kursgewinne schon längst gemacht stattgefunden haben. Friedrich und Weik sind nun Dirk Müller gefolgt; sie haben einen Fonds aufgelegt; ich hab's heute in der Finanzküche gelesen und auch dort wird er Fonds kritisieren. Hier sind die Konditionen des Fonds:



Ich finde das heftig.

1. Bei der Performance-Gebühr liest es sich so, dass 7,5 % über der Benchmark erforderlich seien, dass die Performance-Gebühr anfällt. Klickt man auf die "i"-Buttons, dann steht was ganz anderes drin. Ich halte das für eine bewusste Täuschung, weshalb ich das hier per Screenshot noch einmal dokumentiert habe. Damit begeben sich Friedrich und Weik auf das Niveau der Abofallensteller, die wertvolle Informationen im kleingedruckten verstecken. (Es kann gut sein, dass speziell die Zeile mit der Performance-Gebühr in wenigen Tagen abgeändert werden, daher ist es als Screenshot noch einmal dokumentiert.)

2. Die gewählte Benchmark halte ich auch für lächerlich gering. Sie schreiben leider nicht, ob das nun inklusive oder exklusive Dividenden ist. Ich denke eher inklusive Dividenden. Das Geschäftsjahresende ist der 31.05. Klingelt da was? Der Mai ist der Monat, der für Dividenden in Deutschland besonders relevant ist. Am Ende wird's darauf hinauslaufen, dass die im April wie blöde die Dividendenzahler einkaufen, die Dividende kassieren und ausschütten und danach nichts mehr tun, denn die 3 % wurden ja eingefahren, denn ungefähr 3 % schütten die Unternehmen aus. Dann müssen die Kurse nur noch stärker als die Inflation steigen.

3. Die Verwaltungsgebühr von 1,6 % ist auch ganz schön heftig. Deka-Fonds-Manager erblassen vor Neid, weil sie sich nur mit weniger zufrieden geben müssen. Ich habe da mal einen rausgesucht: 1,43 % Verwaltungsgebühren, 3,45 % Ausgabeaufschlag. (F&W verlangen "bis zu 3 %", leider nicht im Screenshot). Die laufenden Kosten sind aber schwerwiegender als die einmaligen Kosten. Ausgabeaufschläge sind einmalig, weil sie pro investierten Euro nur einmal anfallen. Aber der Deka-Fonds ist schon ein Gebührenmonster.

Von Fonds halte ich generell nichts. Ich habe auf Empfehlung des Finanzwesirs "Die große Fondslüge" von Michael Ritzau gelesen. Darin wird erläutert, dass der Anleger mangels Glaskugel über nur einen Schlüssel seine Rendite erhöht: Indem er Gebühren meidet wie der Teufel das Weihwasser.

Das Video von Horst Lüning über Fonds kann ich jedem nur empfehlen:



Dass die populistischsten Kritiker des Finanzsystems selber ein Finanzprodukt auflegen, ist Realsatire. In wenigen Jahren habe wir wieder einige 10000 geprellte Anleger. Dirk Müller sorgt für weitere 10000. Und der ohnehin schon arg gebeutelten Aktienkultur in diesem Land, versetzt man eine weiteren Dämpfer.