Sonntag, 30. Dezember 2012

Vorstellung: Mein Aktiendepot


Ich möchte mein Aktiendepot ein wenig vorstellen. Es wird aber keine Vorstellung wie normalerweise. Die Kaufpreise werde ich nicht dokumentieren, da das zu kompliziert würde, da ich öfter nachgekauft habe. Aber ich werde erläutern, warum ich die einzelnen Positionen habe. Hier meine Aktien:

  • AXA, 162 Stk.
  • Carl Zeiss Meditec, 123 Stk.
  • Celesio, 107 Stk.
  • Commerzbank, 450 Stk.
  • Deutsche Post, 300 Stk.
  • ENEL, 1556 Stk.
  • EnCana Corporation, 110 Stk.
  • Hannover Rück, 103 Stk.
  • Jenoptik, 700 Stk.
  • K+S, 170 Stk.
  • Nokia, 1200 Stk.
  • Phillips 66, 50 Stk.
  • RWE, 200 Stk.
  • Salzgitter, 47 Stk.
  • SAP, 73 Stk.
  • Siemens, 23 Stk.
  • Veresen Inc., 240 Stk.
Der Gesamtwert beträgt im Moment 57704,92 €. Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Depot zufrieden. Commerzbank und Nokia - und das ist wichtig - habe ich zu Tiefstpreisen im vergangenen Sommer gekauft. Ich sehe eine Perspektive. Nokia ging ja schon ab wie eine Rakete und was die Commerzbank angeht: Die hat schon schlimmere Zeiten durchgemacht. Das Bankengeschäft steht vielleicht stark in der Kritik, teilweise zurecht, aber das ist stark überbewertet. Das Geschäftsfeld der Banken ist absolut notwendig und bei der Commerzbank arbeiten nicht nur Idioten.

Wichtiger finde ich aber die Dividendeneinnahmen. Ich habe im Jahre 2012 an Dividenden erhalten: 1530,15 € brutto bzw. 1384,22 € netto. Ich habe im abgelaufenen Jahr 20586,93 € für Aktienkäufe investiert. Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung meiner Dividendeneinnahmen.

Dividendenentwicklung von 2009 bis 2012


Die Ziele für das Jahr 2013 sind:
  1. Mehr als 2100 € brutto an Dividendenzahlungen.
  2. Aktienkäufe in Wert von über 20000 € tätigen, ohne Aktien zu verkaufen.
  3. Am Jahresende soll das Depot ein Wert von mind. 80000 € haben. Das sollte realistisch sein, wenn ich Ziel 2 erreiche und die Aktien steigen.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Dummheit kennt keine Grenzen

Ganz emotionslose Berichte wie dieser hier lassen die Emotionen schnell hochkochen. In dem Artikel geht es darum, dass Philipp Rösler (FDP) vorschlägt, Staatsbetriebe zu privatisieren. Ich finde die Forderung richtig und die Bundesrepublik hat damit auch große Erfolge erzielt, vor allem bei der Post, aber auch bei der Telekom. Telekom-Aktionäre, die zum falschen Zeitpunkt eingestiegen sind, sehen das anders, aber es ist doch deren eigenes Problem, wenn sie zum falschen Zeitpunkt einkaufen. Niemand kann leugnen, dass die Telekom leistungsfähiger geworden ist, dass der Service besser ist und dass Gespräche weniger kosten und zwar weil der Markt liberalisiert und privatisiert wurde. Früher musste man etliche Wochen auf einen Telekomanschluss warten, heute kann er ruckzuck aus der Ferne freigeschaltet werden. Der Wettbewerb macht's möglich.

Nun kann man es auch anders sehen und viele Leute sehen es anders. Ich lese sehr gerne Leserkommentare. Der eigentliche Artikel wird oft nur überflogen, aber die Kommentare lese ich sehr aufmerksam. Es ist wie im Zoo. Einige Tiere versuchen durch besonders lautes Gebrüll zu imponieren. Andere Tiere wandeln auf und ab, und sind immer in Angriffsstellung, was sich durch häufiges Schreiben neuer Kommentare und neuer Beleidigungen ausdrückt. Hier ein paar Beispiele: 

"Perverser_Roesler" schrieb am 25.12.2012 um 17:09:
"Hängt das Schwein."
"Der_dreckige_Roesler" am 25.12.2012 um 17:14:
"Diese Sau foltern u. auf den Sondermüll."
"Nichtsnutz_Roesler" am 25.12.2012 um 17:30:
"Warum schlägt man diese Sau nicht einfach tot?"

Ich find's erstaunlich, dass die Handelsblattredaktion Aufrufe zum Mord durchgehen lässt. Beiträge von mir, die nur ein wenig pointiert geschrieben wurden, kommen seltener durch die Zensur. - Wahrscheinlich machen die beim Handelsblatt Urlaub und gelöscht wird ab Donnerstag. Aber mir ist es wichtig, wenn ich diese Ausfälle hier nochmal dokumentiert habe.  Vermutlich steckt hinter allen drei Äußerungen ein und derselbe Schmierfink. Es muss nicht zwangsläufig ein Links- und Rechtsextremist sein. Dem achso netten Familienvater aus dem SPD-Ortsverein traue ich das ebenfalls zu.

"norbert" schrieb am 25.12.2012 um 16:10 Uhr:
"Diese Einrichtungen wurden von MIR bezahlt.
Wenn sie verkauft werden, steht zunächst mal MIR der Erlös zu.
Und nicht dem Dilettantenstadel !!!"

Das ist schon etwas sachlicher, aber die Wut schlägt durch. Tatsächlich sind es Staatsbeteiligungen und sie wurden auch indirekt vom Steuerzahler bezahlt. Aber "norbert" sei gesagt: Indirekt gehören ihm genauso die Staatsschulden und die gehören abgebaut. Außerdem ist es auch nicht die Hauptmotivation von Privatisierung, Privatisierungserlöse zu erzielen. Hauptmotivation ist es, mehr Effizienz in den Laden zu bekommen. Staatsbetriebe sind oft defizitär, weil Politiker keine Unternehmer sind. Da darf man oft nochmal Steuergelder nachschießen. Erst nach der Privatisierung fließt Geld vom Unternehmen an den Staat, z. B. in Form von Dividenden. Und die Steuereinnahmen (Gewinnsteuer!) steigen genauso. Und der nächste logische Schritt ist weitere Entstaatlichung, d.h. Aktien an der Börse feilbieten, denn auch geringe Staatsanteile haben Nachteile. Solange der Staat noch bei der Post dabei ist, wird er das Briefmonopol halten wollen, zum Nachteil der Konkurrenz und der Privatkunden. Und dass das Fernsbusliniengeschäft erst in diesem Jahr freigegeben wurde, hat sehr viel damit zu tun, dass der Bund 100 % Aktien der Bahn AG hält. Wären es nur 10 %, wäre das Gesetz von Hitler, welches die KPD/SED/PDS/Linkspartei als einzige Partei des Deutschen Bundestages erhalten wollte, schon vor 15 Jahren gefallen.

"babsack69" will den "Neoliberalismus" durchschaut haben am 25.12.2012 um 14:11 Uhr:
"Rösler kann einfach nicht anders,er hat den Neoliberalismus mit der Muttermilch eingesogen und wird sich auch von noch so vielen Negativbeispielen keines Besseren belehren lassen.
Privatisierung bringt nur einer Seite etwas,nämlich den Käufern,die die Allgemeinheit,die diese Dienste oder Produkte nutzen,zur Kasse bitten werden,mangels Alternativen."

Meine Erfahrungen sind gänzlich andere. Privatisierung war fast immer erfolgreich. Natürlich darf man kein staatliches Monopol durch ein privates Monopol ersetzen. Das funktioniert nicht, deshalb sollte man immer zugleich auch auch liberalisieren, also Konkurrenzsituationen schaffen. Im Telekommunikationsmarkt war die Liberalisierung äußerst erfolgreich.

"Lincoln" am 25.12.2012 um 15:12 Uhr kann Privatisierung und Liberalisierung nicht unterscheiden:
"Typisch FDP,

der Markt soll' richten.

Ergebnisse sehen wir ja an den privatisierten Versorgungsunternehmen:

schlechte Leistung,

horrende Preise!

Da war selbst Brüderle als Wirtschaftsminister besser :-((((("

In den 1990ern fand eine Liberalisierung statt. RWE und Co. haben seit Jahrzehnten neben staatlichen Aktionären viele Privataktionäre im Boot, d.h. sie waren privatwirtschaftlich organisiert. Viele Stadtwerke werden als GmbH in kommunaler Hand geführt. An den Eigentumsverhältnissen hat sich da im Groben nur wenig geändert. Aber es gab eine Liberalisierung und auch die war erfolgreich. Endlich konnte man den Stromanbieter frei wählen und man konnte fallende Preise beobachten. Dass der Strompreis trotzdem in die Höhe gegangen ist, liegt an dem rot-grünen Wolkenkuckucksheim der "erneuerbaren Energien" und an steigenden Steuern.


Eines ist sicher: Diese Leuchten wählen bestimmt nicht die FDP, was mich darin bestärkt, die FDP erst recht zu wählen. Mich bestärkt das in meinen rückliegenden und in meinen zukünftigen Wahlen.

Anmerkung vom 29.12.2012:

Das Handelsblatt hat am zweiten Weihnachtstag die Kommentare komplett gelöscht und man kann auch keine weiteren Kommentare mehr veröffentlichen. Es ist vernünftig. Das Handelsblatt würde sich nur Ärger einhandeln, wenn sie Morddrohungen stehen lassen würde.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Für eine deutsche Aktienkultur

Dieser Blog sollte sich – wie angekündigt – auch mit dem Thema Aktien beschäftigen. Dass ich Aktionär geworden bin, habe ich einem Dozenten für Investitionsrechnung an der Universität zu verdanken, der uns Studenten mit Humor sämtliche Produkte der Versicherungsbranche ausgeredet und uns vor sämtlichen sogenannten Beratern gewarnt hat. Er gab auch folgende Redewendung zum besten: „Wer gut schlafen will hat Anleihen. Wer gut essen will, hat Aktien.“ Die Redewendung stimmt ja heute nur noch teilweise (wg. der Anleihen), aber es gibt noch einen weiteren, sehr wahren Kern: Es gibt letztendlich nur zwei Produkte: Aktien und Anleihen, Firmenanteil oder Schuldschein. Alle anderen Produkte basieren letztendlich auf diesen beiden Produkten und dienen nur dazu, den Kunden durch Verwaltungsgebühren das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Da Anleihen in der heutigen Zeit sich von selbst verbieten und für Aktien ein einmaliger Einstiegszeitpunkt besteht, habe ich 2009 meine ersten Aktien gekauft. Zu sehr tiefen Preisen, u. a. SAP für 30 €. Mittlerweile steht sie bei 60 €. Ich bin auch der erste Aktionär in meiner Familie. Mein Vater hätte fast einen Herzinfarkt bekommen, als ich sagte, ich hätte Aktien. Bekanntlich sind viele der Ansicht, Aktien wären so unsicher. Das stimmt. Der Gewinn ist unsicher, der Verlust aber auch. Man kann 100 % gewinnen, man kann aber mehr als 100 % gewinnen. Kapitallebensversicherungen und Riesterenten sind sehr sicher. Man macht mit großer Sicherheit Verlust. Die Kapitallebensversicherung hat eine durchschnittliche Rendite von -13 %. Auf diesen Wert kommt man, wenn man richtig rechnet. Man darf nicht annehmen, dass man jahrzehntelang die Verbindlichkeiten eines solchen Vertrages zu erfüllen. Positive Renditen nur diejenigen, die bis zum Ende durchhalten. Diese sind aber die Ausnahme. Der Beitrag von Plusminus - immerhin 14 Jahre alt - ist sehr aufschlussreich.



Die Konsequenzen, die ich daraus ziehe: Aktien sind die wirksamste und sinnvollste Vorsorge. Riesterrenten, Kapitallebensversicherungen, Anleihen und Derivate lasse ich links liegen. Mit Aktien halte ich Anteile an Unternehmen, in denen Menschen arbeiten, die etwas sinnvolles tun. Da fällt ein Gewinn ab und aus dem finanziert sich meine Dividende. Zum Vergleich die Staatsanleihe: Man leiht Politikern Geld, die damit nur Unfug anstellen und man erhält einen zweifelhaften Zins. Eine echte Tilgung findet in den seltensten Fällen ab, denn der Staat hat schon immer die Inflation forciert.

Als Aktionär verfolge ich die Strategie „kaufen und halten“. Ich suche sorgfältigt aus und dann halte ich die Aktien am besten ein Leben lang. Viele Menschen glauben, das große Geld könne man nur mit den Kurssteigerungen machen und deshalb kaufe und verkaufen sie ständig und verlieren viel Geld dabei. Leider ist diese Vorstellung vom Aktionär die prägende und die von den Medien am stärksten transportierte. Die Politik und die Wähler sind daher anfällig für Populismus gegen Aktionäre und letztendlich entgeht dadurch der Gesellschaft eine große Chance. Ich möchte mit meinem Blog auch dazu beitragen, dass Deutschland eine gescheite Aktienkultur erhält.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Warum ich auch im nächsten Jahr wieder die FDP wählen werde.

Keine Partei hat in Deutschland eine so schlechte Presse wie die FDP. Fordert sie A, meckern alle herum. Setzt sie A nicht durch, wird auch gemeckert. Und fordert sie das Gegenteil von A, meckern auch alle. Anhand zweier Episoden möchte ich aufzeigen, wie die Medien ihr böses Spiel betreiben: Schleckerfrauen und Praxisgebühr.

Die vereinigte Front der Sozialdemokraten und Sozialisten aus CDU, CSU, SPD, Grüne, PDS und NPD wollte die Schleckerfrauen retten. Im Grunde kam jeder, der noch bei Verstand war, zum Schluss, dass es sinnlos ist und auch noch unfair gegenüber den Beschäftigten anderer Unternehmen. Sinnlos deshalb, weil die Schleckerfrauen ein halbes Jahr Aufschub bekommen hätten. Die versprochene Zusatzqualifikation hätte man aber in der Pfeife rauchen können. Organisatorisch wäre es ein Schildbürgerstreich gewesen, weil es zehn, elf, zwölf Standorte für die Transfergesellschaft gegeben hätte. Die Schleckerfrauen hätten dann aber teilweise 200 km Anfahrtsweg gehabt. Das Arbeitsamt ist besser in der Fläche vertreten und für die Schleckerfrauen praktikabler gewesen. - Die FDP war die politische Kraft, die überzeugend gegen die Schleckerfrauenrettung opponierte und sich auch durchsetzte. Die Haltung war richtig, aber zugeben wollte es in der Presse keiner. Lieber unterstellt man der FDP, sie wollte mit "neoliberalem Populismus" bei ihrer Stammwählerschaft punkten. Ich bin Stammwähler, aber deshalb, weil ich neben meiner liberalen Grundüberzeugung auch ein Freund von Rationalität bin. Mich überzeugte die FDP schlichtweg mit den Argumenten. Ein Rösler, der gegen die Schleckerfrauentransfergesellschaft argumentiert, mag zwar kühl wirken, aber mir ist das kühl-rationale lieber als jemand, der auf die Tränendrüse drückt (Claudia Roth) oder besonders besorgt um die Schleckerfrauen tut (Kurt Beck). Gefühle können noch so toll vorgetragen werden, Argumente und kluges Handeln sind mir wichtiger.

Die Praxisgebühr wurde von großer Empörung begleitet eingeführt. Im Grundansatz fand ich sie richtig, jedoch ärgerte mich immer die Quartalsregel. Es kam, wie es kommen musste: Die Praxisgebühr hat sich als unpraktikabel herausgestellt. Nun haben wir volle Kassen und die FDP hat den Vorschlag gemacht, die Praxigebühr abzuschaffen, mit vielerlei Vorteilen:

1. Das Geld wird gar nicht erst teuer eingesammelt. Davon profitieren Ärzte wie Kassen.

2. Kein sozialer Härtefall legt dem Amt die Quittung  vor, um sie zurückerstattet zu bekommen. Das spart Bürokratie.

3. Der Patient zahlt keine Praxisgebühr mehr.

Doch anstatt sich zu freuen, wird der FDP wechselweise Populismus (weil die Patienten profitieren) oder Klientelismus (weil die Ärzte profitieren) vorgeworfen, teilweise auch von Medien, die selbst gegen die Praxisgebühr Stimmung gemacht haben.

Bei dieser Berichterstattung traue ich den Medien kaum noch über den Weg und lasse mich von der Stimmungsmache nicht beeinflussen. Rösler mag zwar in der Kritik zu stehen und nicht der idealste Parteivorsitzende sein  (unerfahren, fehlendes Charisma, nicht die beste Rhetorik), aber im Vergleich zu dem, was andere Parteien aufbieten, ist mir ein Rösler viel lieber, weil ich weiß, dass meine Steuergeldern bei ihm besser aufgehoben sind. Rösler sagte vor ein paar Wochen in einem Interview, die Menschen sollten Politikern (sich selbst eingeschlossen) nicht mehr Geld als nötig anvertrauen, denn das Geld sei bei den Bürgern selbst besser aufgehoben. Das ist liberale Staatskritik und zeigt auch, dass er mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist.

Wem würde der Leser eher das eigene Auto, die eigene Wohnung oder auch nur 50 € anvertrauen? Phillip Rösler oder dem Heißluftballon aus Goslar?

Samstag, 10. November 2012

Linke Widersprüche (2)

"Kein Krieg für Öl". - Das konnte man bei unseren friedensbewegten Linken hören und lesen. Es impliziert, die Amerikaner wären in den Irak einmarschiert, um an das Öl zu kommen. Das ist Humbug. Es hätte vorausgesetzt, Saddam Hussein hätte den Amerikaner und dem freien Weltmarkt das Öl vorenthalten. Das hatte er nicht; er hätte ja so gerne verkauft, aber die Amerikaner waren die energischsten Boykotteure.  Gemäß linker Logik führten die Amerikaner einen Milliarden Dollar teuren Krieg, um irakisches Öl heute zu Weltmarktpreisen einzukaufen. Das ist absurd.

Im Übrigen kann man "Kein Krieg für Öl" auch anders interpretieren. Das "Kein" bezieht sich auf "Krieg für Öl", ich verdeutliche das durch eine Klammerung: "Kein (Krieg für Öl)". Man kann die Klammern auch anders setzen: "(Kein Krieg) für Öl". - Das heißt so viel: Man leistet keinen Krieg (Verzicht auf einen Angriff) und erhält im Gegenzug dafür Öl (so wie "Geld für Öl" oder "Geld für Auto"). Und das war die Hauptmotivation Chiracs, als er als Friedensheld in die Geschichte einging. Er wollte weiterhin das stark kontigentierte und stark unter dem Weltmarktpreis gehandelte irakische Erdöl beziehen.

Linke Widersprüche (1)

Dass Linke kaum Selbstreflexion besitzen, ist hinlänglich bekannt. Hat man jemals Günter Grass dabei erlebt, wie er Kritik an sich selbst übt? Und mit welcher Inbrunst der Überzeugung Linke der Politik Ratschläge erteilen, ist schon unglaublich. Aber es geht hier ja um Widersprüche. Der erste Widerspruch, den ich vorstellen möchte ist folgender:

Linke sind immer dabei, wenn es darum geht, Konsumkritik zu üben.  Sie verurteilen es, wenn die Leute zu bekannten Elektronikketten gehen und sich dort kaufen, was ihnen gefällt. Wenn es aber mal eine kleine Konjunkturschwäche gibt, sind Linke die lautesten Rufer nach Erhöhungen von Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen, um den Konsum und die Binnenkonjunktur anzukurbeln.

Konsum wird verurteilt, aber man setzt in ihn zugleich große Hoffnung.

Im Übrigen verurteilen Linke nur den Konsum kleiner Leute. Der Urlaub in der Toskana, der Champagner und der Kaviar sind damit nicht gemeint.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Buchempfehlung: "Die Abwracker - Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen"


Ich habe mir kürzlich dieses Buch gekauft und regelrecht verschlungen. Geschrieben hat es Hans-Olaf Henkel, der bei den Linken verhasst ist. Er ist ein bekennender Neoliberaler und hält seit Jahren in den Talkshows dieses Landes die Marktwirtschaft und den Liberalismus hoch.

Was man diesem Buch entnehmen kann: Wie es tatsächlich zur Immobilienkrise, zur Lehman-Pleite und zur Weltwirtschaftskrise kam, und wie eine mögliche Lösung aussehen könnte. Henkel diagnostiziert einen Neosozialismus und diese Diagnose teile ich.

Was ich nicht erwartet hätte: Der von mir so geschätzte Henkel setzt sich für positive Diskriminierung, sprich Schwarzen- und Frauenquote.







Willkommen!

Verehrter Leser,

dies ist meiner allererster Blog. Der Titel ist "Leben, Freiheit, Eigentum". Es sind die Grundrechte, wie sie John Locke postulierte. Es wird ein liberaler Blog werden. In der heutigen Zeit, in der sozialistische Ideen in den staatlichen Medien und in den konservativen Parteien sich festsetzen, sehe ich mich gezwungen, dagegen anzuschreiben. Wer die Kommentarfunktionen auf den Webseiten der Tageszeitungen und von Spiegel.de kennt und nutzt, der weiß auch, dass die linken Irrtümer eine ungeheure positive Resonanz finden. Dafür, dass Linke einem Historizismus aufsitzen, kennen sie doch die Geschichte ziemlich schlecht und es werden bewusst unangenehme Fakten ausgeblendet. So findet man in einschlägigen linken Publikationen und im deutschen Staatsfernsehen niemals einen Hinweis auf die Verantwortung des amerikanischen Staates für die vielen faulen Immobilienkredite. Die Immobilienblase war tatsächlich vom Staat verursacht worden. Man sollte die Banken nicht von der Mitschuld freisprechen, denn immerhin haben sie die giftigen Papiere zusammen mit durchschnittlichen Papieren zusammengeschnürt und verhökert. Zu so einem Handel gehören immer zwei: Es gab auch Institute, die das kauften, vor allem deutsche Landesbanken, schauten nicht richtig hin, was da verkauft wurde. Die Linken aber negieren gänzlich die Verantwortung des Staates und fordern mehr Regulierung. Man traut den Deppen in den Landesbanken zu, dass sie Privatbanken kontrollieren und notfalls auf die Finger hauen. Man macht den Bock zum Gärtner.

Dieser Blog enthält aber auch Hinweise zu Investments, denn ein Schwerpunkt des Blogs ist auch das Eigentum. Als Liberaler rate ich von allen Geschäften mit dem Staate ab, denn diese Geschäfte korrumpieren, halten den "kleinen Mann" in Abhängigkeit und sorgen für allgemeine Armut. Als Optimist schwebt mir immer noch eine freie Gesellschaft von Eigentümern vor. Mir ist der Dividendenempfänger lieber als der Riesterrentenempfänger.

Aus meiner liberalen Grundüberzeugung heraus betreibe ich seit drei Jahren selbst das Aktiensparen. Jeden, den ich davon überzeugen kann und vom Riestern abhalte, betrachte ich als Gewinn.