Dienstag, 26. Februar 2013

Veresen Incorporated


Ich möchte heute ein Unternehmen vorstellen, das mir besonders gut gefällt, von dem ich seit Herbst Aktien habe und jetzt im Januar nachgekauft habe. Die Rede ist von Veresen Incorporated.

Was macht Veresen? Veresen betreibt Pipelines für Erdgas, betreibt mehrere Anlagen zur Gasaufbereitung und Veresen betreibt mehrere Gaskraftwerke,Wasserkraftanlagen und Windkraftanlagen (Die Windkraftanlagen sind kaum der Rede wert - zum Glück.). Eine große Pipeline verläuft von British Columbia, über Alberta und Saskatchewan bis nach Chicago. Veresen bringt das Gas in eine Industrieregion der Vereinigten Staaten. Die Kraftwerke sind ganz anders verteilt. Die meisten befinden sich in den Metropolregionen Kanadas, aber es gibt auch zwei Kraftwerke in Kalifornien.

Ich halte dieses Geschäft für sehr zukunftsträchtig. Natürlich reden momentan alle vom Fracking, welches die Gaspreise hat abstürzen lassen. Die USA steigen auf zu einem Rohstoffexporteur. Da liegt der Gedanke nahe, dass die Gasexporte von Kanada in die USA abnehmen werden. Der Gedanke hat aber mehr als einen Schönheitsfehler:

  1. In Kanada ist Fracking genauso ein Thema wie in den USA.
  2. Die USA erleben derzeit eine Reindustrialisierung aufgrund der niedrigen Energiepreise. Neue Kraftwerke werden benötigt, nicht nur, um die alten zu ersetzen, sondern auch, um den zunehmenden Energiebedarf zu decken.
  3. Veresen hat das Know How, um Gaskraftwerke zu betreiben und wird selbst vom Fracking in den USA profitieren.
  4. Die Amerikaner sind pragmatisch genug und werden weiterhin Gas aus Kanada beziehen, wenn es günstig ist. Nur weil es möglich wäre, autark zu sein, strebt man es noch lange nicht an. In den USA liegt die Energieversorgung vor allem in den Händen privater Unternehmen. Diese werden auf nationalen Dünkel wenig Rücksicht nehmen, schließlich sind es keine Politiker.

Ich finde es äußerst spannend, an einem Unternehmen wie Veresen teilzuhaben. Das Geschäft ist solide, hat Perspektive (Energie braucht man immer) und gerade in der einer so dynamischen Region wie Nordamerika gibt es Wachstumschancen.

Die Dividendenrendite ist äußerst schmackhaft: 7,68 % pro Jahr. Die Dividende wird aber monatlich ausgeschüttet.  

Dienstag, 12. Februar 2013

Mit Verschwörungstheorien Kasse machen: Die Thesen des Herren M.

Heute geht es um einen Mann mit Allerweltsnamen: Dirk Müller. Über diesen Mann muss man reden, denn er hat seine Fans. Wenn man einfach mal Youtube nach Dirk Müller sucht und die Kommentare liest, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Dirk Müller solle Finanzminister oder gleich Bundeskanzler werden; dann sehe ich mich genötigt, etwas dagegen zu setzen. Es wird behauptet, er sei der einzige, der sich traue, „die Wahrheit“ auszusprechen. Und genau an der Stelle werde ich hellhörig.

Was sagt denn Dirk Müller? Ein Thema sind Immobilien und er rät ab. Er spricht von einer Illusion vom Eigenheim als Investition. Dem stimme ich beherzt zu. Aber deswegen soll er bestimmt nicht Finanzminister werden.

  1. Er erzählt, man müsse 10 % bis 30 % in Edelmetalle, am besten in Gold, investieren.
  1. Vor wenigen Jahren, in der 2010er-Baisse, als die Kurse schön niedrig standen, warnte er vor Aktien. „Aktien darf man nicht haben.“
  2. Er kritisiert den Euro, weil Griechenland und Co. nicht mehr nach Gutsherrenart die Währung abwerten können.
  3. Er wittert eine Verschwörung der Amerikaner gegen Europa, mit dem Ziel, den Euro zu beschädigen.

Das ist alles starker Tobak und er bedient sich einer ganze Palette von Weltverschwörungs- und Weltuntergangstheorien, und er gewinnt dadurch viele neue Anhänger. Da sind zuallererst die Gold-Anhänger, die schon seit Jahren – wirklich seit Jahren – zu jedem x-beliebigen Thema (z. B. zur Gesundheitspolitik) erzählen, das Geldsystem funktioniere nicht, man müsse zurück zum Goldstandard und über alles andere ist es müßig, zu reden. Müller ist auch beliebt bei den Regionalwährungsanhängern, die eine alte Ideologie des Antisemiten Silvio Gesell warm halten.

Wer vor drei Jahren auf Dirk Müller hörte, hat eine Menge Geld liegen gelassen. 2010 war ein gutes Jahr für Investoren.

Dirk Müller kritisiert den Euro deshalb, weil Griechenland nicht mehr mit Währungsanpassungen das Problem „lösen“ kann. Ich sage: Gott sei Dank können die Griechen das nicht mehr. Eine Währungsmanipulation ist ein Taschenspielertrick. Es ist der bequeme Weg für Politiker, aber das Problem wird doch nicht behoben, sondern verschoben. Die Griechen können dankbar sein, dass die gemeinsame Währung ihre Politiker zwingt, endlich mal Anstregungen zu unternehmen. Griechenland (genauso auch Italien und Spanien) sind auf einem guten Weg. - Mit seinen Äußerungen macht er sich lieb Kind bei linken Politikern. Linke Politiker sind aber nicht zahlreich genug, um für eine gute Auflage bei den eigenen Büchern sorgen, also gibt’s auch noch Futter für den linken Bodensatz: Antiamerikanismus. Das garantiert Einladungen in Talkshows, das bringt Auflage.

Eigentlich müsste Dirk Müller wissen, was bei einer Währungsabwertung passiert. Damit beschafft man sich etwas Luft beim Export. Beim Import gibt’s aber Schwierigkeiten. Oft hängt der Export von Gütern vom Import von Rohstoffen ab. Wo ist denn da der Vorteil? Muss man dafür ausländische Geschäftspartner verärgern? Die Ursache der Misere Griechenlands ist die sehr hohe Beamtenquote. Die Beamten sind zu zahlreich und sie verdienen auch noch viel zu gut. Wer in einem solchen Umfeld die Währung abwerten will, bevorteilt die Beamten zulasten derjenigen, die in der Privatwirtschaft schaffen müssen und ausländische Geschäftspartner haben. Eine weitere negative Folge weiterer Währungsabwertungen: Der Reallohn der Hochqualifizierten in der Privatwirtschaft sinkt. Diese Hochqualifizierten wandern dann vermehrt aus. Dass die Troika den Griechen den Sparkurs abringt, kann man ihr nicht hoch genug anrechnen.

Dass manche über Dirk Müller behaupten, er traue sich als einer der wenigen, die Wahrheit zu sagen, ist schlichtweg falsch. Was Dirk Müller sagt, bekommt man seit Jahren in jeder Talkshow präsentiert, wahlweise von Herrn Bofinger, von Herrn Hickel, einem Gewerkschafter oder von einem sonstigen Linken. Es ist doch ein klarer Fall von Verschwörungstheorie, wenn die Inhaber einer Meinung glauben, die Äußerung ihrer Meinung wäre gefährlich. Wenn es wirklich gefährlich wäre, dann würde man das so nicht hinausposaunen wie es Dirk Müller und seine Jünger tun.

André Kostolany warnte seinerseit vor den Gurus. Dirk Müller gibt vielleicht keine konkreten Aktientipps, aber er ist für viele bereits ein Guru in volkwirtschaftlichen Fragen. Dirk Müller nutzt das für starke Auflage. Bei Dirk Müller ist höchste Vorsicht geboten.