Samstag, 23. August 2014

Die Sache mit den Semiten

Bei jeder Diskussion über den Konflikt zwischen Israel und Palästina gibt es die Antisemitismusvorwürfe und dann wird eine Ethnie populär, an die sonst niemand denkt: die Semiten.

Ich erinnere mich an die Karsli-Debatte im Jahre 2002. Jamal Karsli war Grüner, syrischstämmiger Moslem, der von Jürgen W. Möllemann in die FDP-Fraktion gelotst wurde. Karsli hatte ausgerechnet den Konflikt im Nahen Osten zum politischen Steckenpferd. Man bezeichnete ihn als Antisemiten. Er konterte, er könne kein Antisemit sein, denn er sei als Syrer selber Semit.

Erstmals hörte ich dieses Argument. Ich stolperte immer wieder drüber. Es klingt ja so logisch, aber es ist falsch. Denn: Antisemitismus ist Feindschaft gegenüber Juden und nicht gegen Semiten. So ist der Begriff geboren und so muss er verwendet werden. So wie ein Zitronenfalter keine Zitronen faltet, so ist der Antisemit nicht zwangsläufig gegen fast alle Volksgruppen im Nahen Osten, also Hebräer, Aramäer und Araber, kurzum gegen Semiten.

Nichts ist blöd genug, um nicht von Ken Jebsen übernommen zu werden. Auch er nimmt den Begriff wörtlich. Ken Jebsen mag nicht nur keine Juden, er kackt auch noch Korinthen. Sehen Sie selbst:


Was kommt als nächstes? Angenommen jemand ist feindselig gegenüber Schwarzen. Er sieht sich dem Vorwurf konfrontiert, Rassist zu sein. Darf er dann sagen, Menschenrassen gäbe es ja gar nicht, auch keine schwarze bzw. afrikanische Rasse, ergo könne er kein Rassist sein?

Ich halte die Umdeutung des Begriffes Antisemitismus in Feindschaft gegenüber Semiten für eine antisemitische Taktik (antisemitisch im eigentlichen Sinne und nicht im wortwörtlichen). Demnach halte ich Ken Jebsen für einen Antisemiten.

Warum sich die Schnäppchenjagd kaum lohnt.

Ich kenne tatsächlich Menschen, die ganz genau die Prospekte von Aldi, Lidl und Co. studieren. Ich kannte Menschen, die sich die Mittwochsausgabe einer Zeitung kauften, weil Aldi dann die Anzeige mit den Angeboten schaltete. Meines Erachtens ist dies ein typisches Verhalten von Menschen, die nicht viel Vermögen aufgebaut haben und wahrscheinlich auch es zu nichts mehr bringen werden. Warum?

1. Wie bereits in meinem letzten Beitrag über das Buch "Schnelles Denken, Langsames Denken", kann man Menschen u.a. durch Priming manipulieren. Diese Sonderangebote dienen zur Manipulation. Wenn man wegen so eines Sonderangebotes 500 Gramm Schweinefleisch kauft und glaubt 20 % gespart zu haben, hat erstmal gar nichts gespart. Die Alternative dazu ist doch nicht zwangsläufig, Schweinefleisch ohne Preisnachlass zu kaufen. Man kann auch gar kein Schweinefleisch kaufen, sondern vegetarisch essen. Außerdem ist man dann erstmal im Laden, kauft man mehr als diese Sonderangebote. Und man sollte sich auch nicht von Sonderangeboten den Speiseplan diktieren lassen, denn genau das passiert, wenn man den Sonderangeboten hinterherjagt.

2. Ob die Aldi-Angebote immer so gut sind, wage ich bezweifeln. Momentan sind gerade überall Ast-, Hecken- und Blumenscheren im Angebot. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade bei Astscheren viel Müll im Umlauf ist; ich habe in den letzten Jahren einige kaputte wegwerfen müssen. Mein Vater hatte die schlechte Angewohnheit, immer auf den Preis zu achten. Ich habe zig Astscheren geerbt und keine funktionierte.

3. Es ist die Prioritätensetzung. Man investiert Zeit, um wenige Cent zu sparen. Warum liest man denn nichts gescheites in dieser Zeit? Zum Beispiel ein Buch von Gerald Hörhan? Und man investiert Zeit, um den Laden aufzusuchen, man verheizt Benzin, steht vielleicht im Stau...

4. Anstatt die Zeitung wegen der Artikel zu kaufen und zu lesen, sondern wegen der Aldi-Werbung, wird das mangelnde Interesse für Information und Bildung offenbar. Das ist typisch für die gewisse Einkommensgruppen

Ich jage Sonderangeboten nicht hinterher und habe es auch nie, selbst als armer Student habe ich das nicht gemacht. Wenn ich mir etwas nicht leisten konnte, verkniff ich es mir. Bildung, Investition und Arbeit sind der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Aktieninvestitionen konnte ich als Student nicht tätigen, aber ich konnte Geld in Bücher investieren und mich bilden. Das habe ich gemacht. Dafür verzichtete ich auf viele konsumtive Ausgaben, teilweise ernährte ich mich von 20 € pro Woche. Wenn ich aber eine Buchempfehlung bekam, überlegte ich nicht lange und kaufte, selbst wenn es 80 € waren, was für mich als Student eine Menge Geld war. (Unter der Voraussetzung, dass die Bibliothek dieses Buch nicht hatte.)

Ich erinnere mich an eine Aussage über das Judentum im 19. Jahrhundert, die ich - glaube ich - bei Götz Aly gelesen habe. Deren Bildungserfolg und wirtschaftlicher Aufstieg sei dem Umstand zu verdanken gewesen, dass jüdische Eltern lieber hungerten, als dass sie bei der Bildung der Kinder knappsten.

Ich erinnere mich aber auch an eigenes Erlebnis in einer Urlaubsregion, wo vor allem Vermögende Urlaub machen. Es gibt dort eine Bäckerei. Die Brötchen dort sich recht klein geraten, dafür aber ist das Angebot an Zeitungen überwältigend. Und ich erinnere mich an eine Frau, die keine Brötchen kaufte, sondern fünf bis sechs Zeitungen, u.a. Welt und FAZ. Das beeindruckte mich schon sehr. Übrigens bin ich auch jemand, der gerne mal Zeitungen und Zeitschriften kauft, weil ich mir verspreche, daraus persönlichen Gewinn zu schlagen. Die Bild-Zeitung ist nicht gemeint. Auf den Preis achte ich nicht. Ich weiß, dass für manche Menschen 5 € für eine Wirtschaftswoche viel Geld sind oder 2 € für eine FAZ. Ich verkneife mir lieber den Kaffee im Zug, als dass ich auf wertvolle Informationen verzichte. Ich nehme häufig auch geschmierte Brote auf Bahnreisen mit

Ich habe auch keinen Handy-Vertrag mit Internet-Flatrate, weil mir das Geld einfach zu schade ist. Ich habe Kollegen, die das haben, aber die nutzen das nur zum Daddeln und zum Videogucken. Dann kaufe ich lieber für das gleiche Geld eine FAZ, eine NZZ oder eine Jüdische Allgemeine, als dass mir mein Smartphone alle zehn Minuten mitteilt, was es neues gibt.

Sonntag, 17. August 2014

Buchempfehlung: "Schnelles Denken, langsames Denken"

Heute möchte ich ein Buch des Nobelpreisträgers für Wirtschaft Daniel Kahneman vorstellen. Ich kam zu dem Buch durch eine anonyme Empfehlung im SPON-Forum. Ich bin daraufhin zur Bibliothek geeilt und habe es mir ausgeliehen.

Kahneman ist Psychologe und untersucht, wie es zu Entscheidungen kommt. Sein Modell basiert auf zwei Systemen: Auf System I und auf System II, auf ein System für schnelles Denken und eines für langsames Denken. Diese Systeme waren auch titelgebend für das Buch: Schnelles Denken, langsames Denken.

Im Buch wird untersucht, welches System wann den Entscheidungsprozess bestimmt. System I ("schnelles Denken", automatisiert, auf Intuition basierend) verlangt weniger Ressourcen und führt zu raschen Entscheidungen. Das kann wichtig sein, z. B. im Straßenverkehr, wo schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen. System II ("langsames Denken") ist häufig unausweichlich (z. B. beim Rechnen), aber es wird zu häufig darauf verzichtet. Kahneman zeigt auf, dass man durch System-II-Entscheidungen häufig zu besseren Ergebnissen kommt, aber dass es eine Feindseligkeit dagegen gibt.

Gut gefällt mir das Beispiel mit dem Apgar-Score. Dabei geht es um eine schnelle Beurteilung des Zustandes von Neugeborenen. Der Test geht schnell, ist standardisiert und führt zu einer soliden Entscheidung, ob man kurzfristige Maßnahmen ergreifen muss und welche. Dieser Test soll das Leben vieler Neugeborener gerettet haben. Aber der Apgar-Score hatte es bei seiner Einführung nicht leicht, weil er viele Experten, die vor allem auf ihre Intuition (System I) vertrauten, düpierte.

Kahneman schreibt: "Die statistische Methode[...] werde von erfahrenen Klinikern als 'mechanisch, atomistisch, additiv, schablonenhaft, künstlich, unwirklich, willkürlich, unvollständig, tot, pedantisch, zersplittert, trivial, gezwungen, statisch, oberflächlich, starr, steril, akademisch, pseudowissenschaftlich und blind' kritisiert." - Mir kommt das allzu bekannt vor. Mich erinnert das einerseits an Paul Kirchhoffs Steuermodell das mit derartigen Ressentiments ("Professor aus Heidelberg") abgewehrt wurde, aber andererseits auch an konkrete Situationen bei der Arbeit.

Nun hat Kahneman den Nobelpreis für Ökonomie erhalten. Was hat das mit Ökonomie zu tun? Ganz einfach: In der Wirtschaft werden ständig Entscheidungen getroffen, häufig nach System I, häufig irrational. Einerseits geht er auf die Entscheidungen von Unternehmenslenkern ein, die häufig von System I gesteuert sind, obwohl man von Managern erwarten sollte, dass sie sich stärker in Griff haben sollten. Auch Fonds-Manager und Aktionäre bekommen ihr Fett weg, da sie häufig glauben, überdurchschnittlich gute Entscheidungen zu treffen. Kahneman behandelt auch die Thematik, wie man System I mithilfe von Priming und Framing manipulieren kann. System II ist dafür nicht anfällig.

Die Quintessenz für mich ist jedenfalls, häufiger Entscheidungen auf Basis von System II zu treffen. Ich habe durch das Buch eine neue Sichtweise, sehe es aber auch als Bestätigung dessen, wie ich mein Leben bislang geführt und wie ich bislang Entscheidungen getroffen habe. Ich kann natürlich nicht von mir weisen, dass System I auch bei mir häufig entscheidungsträchtig ist, aber ich war schon immer jemand, der sich nicht scheute, nachzudenken. Schnellschüsse waren nie meine Sache. System II war mir schon immer lieber.

Beim Schreiben dieser Rezension erinnere ich mich auch daran, wie ich ein Gesellschaftsspiel gewann. Es war eine Kombination aus Würfelspiel und Quiz. Es war ein "DDR-Quiz" und häufig wurde Fragen gestellt, die wir jungen Leute niemals beantworten konnten. (Wann wurde Trabant XY eingeführt? 1955, 1956, 1958 oder 1959?) Das Spiel ging schleppend voran. Die Mitspieler und ich hatten unterdurchschnittliche Trefferquote. Man hätte beim Raten mit 1/4 richtiger Antworten rechnen müssen. Wir waren darunter.

Ich hatte für mich festgestellt, dass ich die Frage häufig nicht aufgrund meines Wissen beantworten konnte. Ich wusste, ich konnte häufig Antworten aufgrund meines Wissens ausschließen und kam auf die Idee, bei unsicheren Entscheidungen mein System I (den Begriff kannte ich damals nicht) auszuschalten. Ich nutzte den Würfel. Also würfelte ich eine aus vier oder aus drei oder aus zwei Antworten aus, je nachdem wie viel ich hundertprozentig ausschließen konnte. Die Mitspieler belächelten mich anfangs, aber ich zog mit meiner Spielfigur davon, weil ich häufiger mit meinen Antworten richtig lag. Irgendwann hängten die sich dran und setzten immer auf die Antwort, die ich für mich auswürfelte. Dann ging es bei ihnen auch vorwärts, aber ich war ja schon unaufholbar in Führung und gewann letztendlich das Spiel. Mir war auch klar, dass bei solchen Quiz-Fragen die falschen Antworten auch bewusst manipulieren sollen. Und bei Jahreszahlen oder Zahlen überhaupt war mir bewusst, dass Menschen unbewusst bestimmte Zahlen bevorzugen. Ein gutes Beispiel mag sein, jemand möge eine zufällige Zahl zwischen und 1 und 10 nennen. Wenn man das Experiment häufig genug wiederholt, wird man wahrscheinlich keine Gleichverteilung feststellen, sondern eine Bevorzugung von "krummen" Zahlen, also ungeraden Zahlen, weniger Minimal- und Maximalwerte (1 und 10 seltener), dafür aber häufiger Primzahlen.

Ich war schon immer jemand, der sich gerne mit Stochastik beschäftigt. Stochastische Methoden sind mir nicht unbekannt und ich kann sie auch praktisch anwenden (wie z. B. beim Quiz). Auch ziehe ich daraus Vorteile in meiner Arbeit als Informatiker, wenn ich Algorithmen entwickle. In der Informatik gibt's auch das recht interessante Teilgebiet der Approximationsalgorithmen, wo viel mit stochastischen Kalkül gearbeitet wird.

Dieses Buch beschäftigt sich auch viel mit Stochastik und Statistik, was mir entgegenkam, es wird aber nicht viel Wissen vorausgesetzt. Mit Begriffen wie Mittelwert und Erwartungswert sollte man schon umgehen können. Ich kann das Buch jeden empfehlen, der Entscheidungen treffen muss und der sich selbst verbessern möchte. Ich habe während des Lesen häufig über mich und mein Verhalten in dieser oder jener Situation nachdenken müssen. Genauso musste ich an Kollegen denken, bei denen häufiger System I durchschlägt. Ein Kollege von mir gibt ja häufig von sich, dass er "keiner Statistik traue, die er nicht selbst gefälscht habe". - Mit dieser Floskel (aus dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda¹ ²) gewinnt er bei mir nicht gerade einen Blumentopf, weil es ein Totschlagargument ist und die indirekte Offenbarung, System II nicht benutzen zu wollen. Natürlich kann man mit Statistiken manipulieren (Politik, Gesundheitsbranche und Versicherungswirtschaft machen es täglich vor), aber das hindert niemanden daran, Statistiken mit Sachverstand zu analysieren und gegebenenfalls zu nutzen. Es macht aber mehr Arbeit als das Absondern einer Phrase, was der eigentliche Grund ist, warum solche Totschlagargumente gerne gebraucht werden. Auch verwechselt er Stochastik mit Statistik. Auch bildet er sich viel auf seine Intuition ein. Für ihn wäre das Buch sicherlich ein gutes Geschenk und brächte Gewinn, wenn er beim Lesen des Buches über sich selbst nachdächte und seine Denk- und Arbeitsweise änderte.

Ich kann es nur empfehlen und die Lektüre war unterhaltsam und lehrreich. Die Hardcover-Version kostet 26,99 €:





¹ Das mag vielleicht der Grund sein, warum gerade wir Deutschen derartig mit der Stochastik oder Statistik oder der Mathematik im Allgemeinen auf Kriegsfuß stehen. Interessant ist daher auch die "Kunst des unsachlichen Argumentierens" von Vince Ebert, insbesondere Punkt 3.
² Übrigens ist dies ein eindrucksvolles Beispiel für die Kunst des Primings, immerhin habe ich mit dem Verweis auf den Nationalsozialismus jemanden diskreditiert und der Leser wird keine hohe Meinung mehr über meinen Kollegen entwickeln können. Es deutet aber alles darauf hin, dass das vermeintliche Churchill-Zitat deutsche Kriegspropaganda ist, insofern ist es keine Lüge.

Dienstag, 12. August 2014

Sparen im Haushalt: So einfach wie möglich.

Seit vielen Jahren achte ich darauf, dass Geräte, die ich kaufe, möglichst einfach sind und möglichst selten kaputt gehen können. Hier zwei Beispiele:

1. Meinen Kaffee bereite ich in einer Bialetti-Kanne vor. Ich habe das Gerät gewählt, weil es sehr einfach zu bedienen ist. Ich kann die Kanne fallen lassen und sie geht nicht kaputt. Kaffeemaschinen mit Filter, die Kaffee für gleich acht Tassen aufbrühen, sind für mich einfach überdimensioniert. Diese Geräte halten häufig nicht lange; ich kann mich an zahlreiche Kaffeemaschinen in meinem Elternhaus erinnern, die kaputt gingen. Viele Leute kaufen sich Pad-Maschinen oder Vollautomaten und glauben, das Leben würde dadurch einfacher. Ich weiß von dem Gerät in meiner Firma, dass es ständig nach Pflege ruft. Was ist daran bequemer als eine Bialetti, die ich einfach nur ganz normal abwaschen muss? Man betrügt sich, wenn man man glaubt, diese vielen Automaten nehmen einen immer Arbeit ab. Für scheinbar höhere Bequemlichkeit zahlt man dann häufig mehr Geld (einmalig und kontinuierlich) und man muss Zeit aufwenden.

2. Ich habe gestern eine altmodische Heckenschere gekauft. Man könnte sie auch als normale Heckenschere bezeichnen, so eine mit zwei Schneiden, eine richtige Schere also. Viele Leute kaufen ja gerne die elektrischen oder die benzinbetriebenen. Ich verstehe es nicht. Ich habe solche Geräte auch schon benutzen müssen; mein Vater kaufte die ständig. Ja, richtig gelesen: ständig, denn regelmäßig ging so ein Ding kaputt. Mein Onkel genauso: Er dachte, er macht uns damit einen Gefallen und schenkte uns so ein Ding. Man muss sich von dem Gedanken lösen, dass so eine automatische Heckenschere Arbeit abnimmt.  Bei der elektrischen muss man ständig ein Kabel hinter sich herziehen, teilweise über den ganzen Hof. Die benzinbetriebene braucht Benzin, viel Wartung und viel Kraft um sie anzubekommen. Und was daran einfach sein soll, eine mehrere Kilogramm schwere Heckenschere über eine Hecke zu halten, um dort etwas zu schneiden, weiß ich auch nicht. Und ständig bleibt was hängen. Und das Ergebnis ist miserabel, weil junge verholzte Triebe schon problematisch sind.

Ich habe die neue manuelle Heckenschere sofort ausprobiert. Ruckzuck und exakt war der Strauch geschnitten. Vermutlich wird die Heckenschere auch noch in zwanzig Jahren Dienst tun. Was soll an ihr schon kaputt gehen? Die Arbeit war auch noch lärmfrei. Das hätte ich mit der automatischen Heckenschere nie hinbekommen.

Samstag, 9. August 2014

SPON-Watch (Teil 1)

Ich hatte bereits angemerkt, dass ich unbedingt das dokumentiere, was die Moderation bei SPON für nicht veröffentlichungswürdig hält. Es geht um den Artikel vom Antisemitismus in Deutschland : Deutsche Flagge an der Tür. Ich habe heute einige Kommentare veröffentlichen wollen und keine wurde genehmigt.

Am 09.08.2014, um 11:23 schrieb ich:

Antisemitismusforscherin? Wie kann man sowas werden? Welche Expertise hat Frau Juliane Wetzel? Wie kann sie zu solchem Fehlschluss gelangen? Wie kann sie von Trivialisierung schwätzen?

Wenn jemand sagt, dass momentan die schlimmste Zeit für Juden seit dem Dritten Reich ist, dann heißt dass nichts anderes als es die schlimmste Zeit für Juden der Nachkriegszeit ist. Das Dritte Reich ist doch bewusst ausgeklammert. Niemand sagt, es wäre so schlimm oder fast so schlimm wie im Dritten Reich; das wäre dann tatsächlich eine Relativierung oder Trivialisierung. Was ist das für eine Wissenschaftlerin, die unfähig ist, einfachste Sätze zu interpretieren? Es ist ein Totschlagargument, der Gegenseite vorzuwerfen, die Verbrechen der Nazis zu relativieren.

Ich finde die jetzige Situation besorgniserregend. Der Antisemitismus hat zugenommen, und er wird auch immer ungenierter. Und Polizei und Medien bagatellisieren, wenn sie Demonstrationen, wo "Juden ins Gas" skandiert wird, als friedlich bezeichnen. Polizei und Medien sind nicht frei von Antisemiten. Die Berichterstattung über den Gaza-Konflikt ist einseitig, motiviert durch Antisemitismus. Ich verfolge das nun schon eine ganze Weile. Wer "Kindermörder Israel" skandiert, bleibt von der Polizei unbehelligt. Wenn jemand "Israel" ruft, um seine Sympathie zu diesem demokratischen Rechtsstaat zu bekunden, wird in Gewahrsam genommen.

Ich verfolge nun schon eine ganze Weile den Blog von Gerd Buurmann: http://tapferimnirgendwo.com/

Ich kann den Blog nur empfehlen.
Jetzt frage ich mich, was an dem Beitrag so untragbar wäre, dass er zensiert werden müsste. Ich habe niemanden beleidigt, ich sehe Juliane Wetzel sehr kritisch und auch die deutschen Medien, wozu der Spiegel zweifelsfrei gehört.

Um 11:30 kommentierte ich den Kommentar eines anderen Foristen:



[QUOTE=Leser1000;16352890]Mensch, Sie haben eigentlich alles gesagt! Wer nach der Shoa noch immer im Antisemitismus badet hat nichts aber auch gar nichts verstanden, geschweige denn gelernt. Ich sehe es wie Sie: Man muss zwingend zwischen der Politik des Staates Israel und den Bürgern jüdischen Glaubens unterscheiden. Für mich waren beispielsweise die israelischen Bombardements ein Stück weit unverhältnismäßig. Das Krankenhäuser und Schulen bombardiert werden (auch wenn es nur "Kollateralschäden" sein sollten ) ist nur schwer zu begreifen. Auf der anderen Seite scheint Hamas auch nur wenig Interesse am Frieden zu haben, wie der heutige Tag gezeigt hat. Hamas sollte sich auch einmal fragen, ob sie sich nicht an der eigenen Bevölkerung versündigt.[/QUOTE]

In der Tat, waren die "Bombardements" "unverhältnismäßig".

Eine verhältnismäßige Reaktion wäre es gewesen, wahllos Ziele herauszusuchen, die Bevölkerung nicht zu warnen und auf maximale Zerstörung und Verunsicherung der Bevölkerung zu setzen. Verhältnismäßig wäre es auch, wenn Israel Tunnel baut und Meuchelmörder schickt.

Das ist aber genau das, was Israel nicht macht. Israel warnt die Bevölkerung per SMS oder anders, dass sie sich besser nicht am Ort X zum Zeitpunkt Y aufhalten sollten. Dennoch lassen sich Opfer in der  Zivilbevölkerung nicht vermeiden. Es gibt einen großen Unterschied: Hamas will Opfer in der jüdischen Zivilbevölkerung, Israel versucht die Opfer in der palästinensischen Bevölkerung zu minimieren. Hamas will die Opfer auf der eigenen Seite sogar maximieren, um den Krieg der Bilder besser zu führen, daher verschanzt sich die Hamas bevorzugt in Wohngebieten.
 Um 11:55 kommentierte ich wieder einen Nutzer:

[QUOTE=bürger_an_die_macht;16354546]Macht es mich das hier zu lesen. Wir leben doch in einem Land in dem man aussehen, heiraten, lieben, sagen und sein kann wie (bzw. Wen, was oder wer) man will. Warum gilt das immer noch nicht für unsere jüdischen Mitbürger? Wie kann man nur glauben die hier lebenden Juden hätten irgendetwas mit dem Staat Israel und dessen Krieg zu tun? Unglaublich! Schalom, Salem und Frieden![/QUOTE]

Fänden Sie es dann in Ordnung, wenn Juden hier mit Israel zu tun hätten? Gibt's denn Gegebenheiten, wegen Israels Politik Menschen überhaupt anzugreifen, zu denunzieren, zu bedrohen, zu diffamieren? Nein! Bei in Deutschland lebenden Russen käme doch auch niemand auf die Idee, sie für Putins Politik verantwortlich zu machen.

Was ist denn überhaupt so schlimm an der Politik Israels? Es ist der einzige Rechtsstaat und die einzige Demokratie in dieser Region, der einzige Ort, wo Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich sind, wo man seine freie Meinung äußern darf und so niemand wegen seiner Religion diskriminiert wird.

Ich finde die Kritik an Israel schon überzogen und sie zeugt nur so von antisemitischen Ressentiments. Günter Grass sieht in Israel die Gefahr für den Weltfrieden. Warum nicht in Nordkorea, Russland, Pakistan und Indien, Syrien, Iran oder in China? Wenn ich mir die Staaten so anschaue, stelle ich fest, dass einzig  Israel eine Vielzahl von Juden beherbergt, den Davidstern in der Flagge trägt und für westliche Werte steht. Das kleinste Land, der einzige Rechtsstaat, die einzige Demokratie unter lauter Diktaturen wird von Günter Grass als Gefahr für den Weltfrieden identifiziert. Wie kann man auf die Idee kommen, dass das keine antisemitische Haltung ist?
Ich finde den Beitrag von "bürger_an_die_macht" latent antisemitisch. Offenbar hätte er kein Problem damit, wenn die Juden hierzulande auch Israelis wären und sie dann in Verantwortung genommen würden. Aber für was? Dass Israel sich verteidigt? Er rechtfertigt implizit die Demonstrationen hierzulande, nur hätten sie sich gegen die falschen Leute gerichtet. Das ist das einzige, was ihm stört. Er stört sich nicht daran, dass die Kritik an Israel sehr einseitig und antisemitisch ist.

Es sind drei einfache Beispiele, wie SPON meine Beiträge zensiert, die eindeutig proisraelisch sind. In keinen der Beiträge diffamiere ich jemanden, also kann ja nur der Inhalt stören.

Man kann das für Bagatellen halten, aber ich nehme das sehr ernst. Warum? Weil selbst Beiträge, die vor allem unleugbare Fakten enthalten (Dass Israel die einzige Demokratie, der einzige Rechtsstaat in dieser Region ist.), geblockt werden. Ich fühle mich sofort an Orwells "1984" erinnert, das ich vor anderthalb Jahren las. Dort heißt es:

Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist. Wenn das gewährt ist, folgt alles weitere.
Und SPON hat Probleme mit "2+2=4". Und es geht mittlerweile schon Wochen so, dass pro-israelische Beiträge von mir an der Zensur scheitern.

Sonntag, 3. August 2014

Was ich am Blog nervend finde.

Verehrter Leser,

ich kommentiere gerne und ausführlich Ihre Kommentare. Aber es geht leider nicht immer und es liegt nicht an mir, sondern an dieser Blog-Software. Dazu dieses Bild:

Ich habe drei Schaltflächen eingekreist. Man muss auf den blauen Schalter ("Veröffentlichen") klicken. Nun passierte es mir aber häufiger, dass dann ein Kommentar von mir nicht mehr existierte. Warum? Weil versehentlich auf einen der anderen Knöpfe drückte. Der Knopf zum Abmelden ist an einer ziemlich blöden Stelle: Direkt unter dem Textfeld. Und dass da "Abmelden" steht und nicht "Absenden", bekommt man in der Hektik nicht mit. Heute habe ich gar auf "Kommentar hinzufügen" geklickt und mein Text war weg.

Das muss besser werden. Warum nicht eine bessere Beschriftung? Warum nicht eine bessere Anordnung? Warum nicht eine Sicherheitsabfrage wie: "Sie haben gerade einen langen Kommentar geschrieben. Wollen Sie sich wirklich abmelden?".

Soeben passierte es mir wieder. Ich schrieb einige Absätze und mein Text war weg. Und ich habe dann auch keine Lust, den kompletten Text nochmal zu schreiben.



Samstag, 2. August 2014

Rezension: "Marktplatz" vom 31.07.2014

Ich habe vor einigen Wochen die "Marktplatz"-Sendung im DLF am 31.07.2014 empfohlen. Ich habe die Sendung gehört und ich konstatiere, dass ich positiv überrascht war. Denn man erwartet normalerweise Angstmache vor Aktien, stattdessen war diese Sendung die beste Werbung für Aktien.

Es ging deutlich hervor, dass Aktien als langfristige Anlage unschlagbar sind und wenn man gut diversifiziert, sind sie auch noch sicher. Vor Windkraftanlagen und Prokon wurde gewarnt; Blauäugigkeit bei "ethischen" Anlagen sollte man ablegen.

Bei mir hat die Sendung eine offene Tür eingerannt. Die Sendung kann ich gut als Empfehlung empfehlen. Das hört sich ulkig an, aber:  Die meisten Leser dieses Blogs sind sicherlich schon so gut geschult, dass sie nichts neues durch die Sendung lernen. Aber Jeder hat in der Bekanntschaft Leute, die noch nicht so kenntnisreich sind, was die Finanzen angeht. Viele von denen haben auch keine Lust, zu lesen. Vielleicht auch keine Zeit. Aber viele Menschen haben vielleicht im Auto Zeit und dann können die sich die Sendung als Podcast anhören.

Und wenn man in die Übersicht schaut, entdecke ich einige Titel, die interessant werden können, z. B. Verbraucherkredite - Leben auf Pump.