Samstag, 31. Januar 2015

Wulff statt Gauck in Saudi-Arabien

Mit ein wenig Vergnügen muss ich lesen, dass Gauck nicht nach Saudi-Arabien zur Trauerfeier des verstorbenen Königs fliegt. Im auswärtigen Amt zeigt man sich irritiert. Stattdessen wird Christian Wulff geschickt.

Ich finde es gut, denn einem totalitären Staat muss man nicht unbedingte die höchste Reverenz erweisen, indem man das Staatsoberhaupt auf Reisen schickt. Und für Christian Wulff kann es eine nette Bildungsreise sein. Mal sehen, ob er hinterher immer noch behauptet, der Islam gehöre zu Deutschland.

Islamophobie ist nicht der neue Antisemitismus

Seit Jahren ärgert mich der Begriff der Islamophobie und der Gleichsetzung mit Antisemitismus. Sicherlich gibt es Ressentiments gegen Moslems aber kann man das gleichsetzen? Es besteht schon ein großer Unterschied zwischen einer Phobie und einer feindlichen Einstellung. Ein Arachnophobiker schlägt keine Spinnen tot, erdichtet keine Verschwörungstheorien und dichtet Spinnen nicht sonst was an.

Wie ich auf das Thema komme? Bei den Anschlägen von Paris waren die meisten Todesopfer Juden. Worüber hat man sich aber in der deutschen Debatte am meisten Sorgen gemacht? Dass "Islamophobie" um sich greifen könnte, denn die Täter waren zu 100 % islamischen Glaubens und beriefen sich auf den Islam.

Solche Äußerungen kommen dann auch von nicht gerade dummen Menschen; viele haben studiert. Und ich frage mich, was diese Menschen antreibt, denn nach kurzer Überlegung müsste man doch vor dem Antisemitismus warnen, der diese Todesopfer hervorbringt, als vor einer möglichen Islamophobie, die sich breit machen könnte.

Und der Begriff der Phobie steht nicht für Angst, sondern für eine irrationiale, krankhafte Angst. Wer jede Kritik am Islam und jede Besorgnis wegen des Islams als Phobie denunziert, der trägt dazu bei, dass tatsächliche Probleme nicht angesprochen werden.

Tatsächlich stellen die moslemischen Emigranten mit ihrer Macho-Kultur ein Problem dar. Ob das vom Islam herrührt oder ob es die türkische oder arabische Kultur ist, die die Menschen dazu bringt, ihre Töchter zu verschleiern, zwangszuverheiraten oder zu ermorden, ist eine müßige Diskussion und überlasse ich lieber anderen. Tatsache ist aber, dass viele arabischstämmige Terroristen sich auf der Islam berufen, dass arabische Finanziers Menschen im Westen indoktrinieren und für die ISIS rekrutieren lassen, und sich dabei auf den Islam berufen. Die Mehrheit der Bevölkerung Saudi-Arabiens sagt sogar, ISIS verkörpere die Ideale des Islams. Daher ist es auch falsch, zu sagen, Islamismus und Islam hätten nichts miteinander zu tun. Doch, sie haben etwas miteinander zu tun, denn islamische Erziehung sorgt überproportional dafür, dass man Terrorist wird oder Sympathien für die Terroristen hat.

Ist dies eine Verteidigung für PEGIDA? Wie ich schon einmal schrieb, finde ich das offizielle Programm der PEGIDA gar nicht mal so verkehrt. Und sicherlich mag es auch PEGIDA-Leute geben, die ganz vernünftig sind. Aber was sich da gebärdet, ist häufig dumpfe Fremdenfeindlichkeiten. Und wie jede neue Bewegung oder Partei zieht bekanntlich Dumpfbacken an. Ich gestehe PEGIDA durchaus zu, dass sie wichtige Punkte ansprechen (Kritik am Islam, Kritik an Medien), aber der Stil und die Stoßrichtung gefallen mir überhaupt nicht. Kritik an Medien ist die eine Sache, aber von der "Lügenpresse" zu schwadronieren, geht eindeutig zu weit. Und das große Verständnis für Putin zeigt, dass die PEGIDA-Leute tatsächliche "Lügenpresse" leider für bare Münze nehmen.

Was muss man in einer solchen Situation tun? PEGIDA nicht verteufeln, sondern mit den Leuten reden, diskutieren. Die vernünftigen Leuten zurückholen. Es ist ein Unterschied, ob sich Menschen nun seit Jahren einbilden, von einer "Lügenpresse" desinformiert zu  werden und jeder Verschwörungstheorie anhängen, oder ob jemand spontan an diesen Demonstrationen teilnimmt, wer mit der Situation, wie der Islam als Problem herunterspielt wird, unzufrieden, aber dennoch noch nicht in den Verschwörungstheoriensumpf abgedriftet ist. Wenn man aber diesen Leuten vor den Kopf stößt, überlässt man die halbwegs Vernünftigen jenen, die von der "Lügenpresse" sprechen, denn die können ja sagen: "Seht ihr, diese Lügenpresse bezeichnet euch als Nazis."

Den rhetorischen Kniff wendet Ken Jeben an. Vor versammelter Gruppe fragt er nicht rhetorisch, ob er selber wie ein Nazi daherrede. Nein, er sagt: "Seht euch an. Seht ihr wie Nazis aus?" - Natürlich nicht. Viele dürften keinen Nazis sein, aber sie könnten schnell welche werden. Abgelenkt davon, welche antisemitischen Parolen sie da nachplappern. Abgelenkt von den Inhalten wiegen sich die Demonstranten in Selbstsicherheit, keine Nazis zu sein.

Im Deutschland des letzten Sommers gab es zahlreiche Demonstrationen durch Araber, die um die Situation im Nahen Osten besorgt gewesen zu sein schienen. Wogegen hat man demonstriert? Gegen den Schlächter Assad? Gegen das Könighaus Saud? Gegen die Verbrecher von der Hamas? Gegen ISIS? Nein, gegen Juden. Man skandierte "Hamas, Hamas, Juden ins Gas!", "Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!", "Kindermörder Israel". Und solange die weiterhin gegen Israel skandieren, anstatt z. B. gegen ISIS zu demonstrieren, sind die Distanzierungen von Islamisten nach Terroranschlägen hohles Geschwätz und das Gerede davon, dass Islamophobie der Antisemitismus sei, einfach nur Heuchelei.

Mein Ziel ist nicht Altersvorsorge, sondern Vermögensaufbau

Hier und da lese immer wieder, dass Menschen sich um ihre Altersvorsorge kümmern oder kümmern sollen. Ich finde es nur teilweise richtig. Die Menschen sollten sich besser um ihren Vermögensaufbau kümmern. Dieses Ziel ist von viel abstrakterer und generellerer Natur, denn geschaffenes Vermögen ist Altersvorsorge, während Altersvorsorge nicht zwangsläufig Vermögensaufbau ist.

Wer mit gutem Gewissen Altersvorsorge betreibt, hat vielleicht auch eine Leibrentenversicherung abgeschlossen. Davon halte ich nichts. Eine Leibrente ist wie eine Risikolebensversicherung, nur mit vertauschten Rollen. Bei der Risikolebensversicherung wettet man auf ein frühes Ableben, bei der Leibrente wettet man darauf, sehr alt zu werden. Die Leibrentenversicherung fragt nicht, ob man raucht oder chronisch krank ist... Da sollte man stutzig werden, oder etwa nicht? Eigentlich müsste doch gerade Raucher besonders beliebte Kunden sein, um die sich die Versicherungsgesellschaften mit Preisnachlässen kloppen müssten.

Ausdruck von finanziellem Analphabetismus ist es beispielsweise, wenn ein übergewichtiger Raucher eine Gehaltsumwandlung (Betriebsrente!) vornimmt. Bringt eigentlich gar nichts, das Inflationsrisiko ist immens, das Frühableben sowieso. So einen Kollegen habe ich; auf Aktien ist er gar nicht gut zu sprechen, da hat er die üblichen Vorurteile.

Deswegen schaffen Sie besser Vermögen anstatt Altersvorsorge. Mit Vermögen meine ich Vermögenswerte, die langfristig im Wert steigen und passives Einkommen generieren. Vermögen ist Eigentum und genießt grundgesetzlichen Schutz. Das haben die Ansprüche aus einer Riesterrente nicht. Das Konzept des Eigentums gibt es in fast allen Staaten dieser Erde. Riesterförderung gibt es nur in Deutschland. Vermögen lässt sich vererben. Wenn ich heute sterbe, würde ich über 100000 € vererben. Das ist gut und mehr als das, was viele Lebensversicherungen ausspucken, weil Versicherten zu geizig, da in die Vollen zu gehen. Ich dagegen habe jetzt schon etwas, was den typischen Hinterbliebenenschutz übersteigt und ich kann mir eine gesonderte Risikolebensversicherung gänzlich sparen.

Was ich hier beschreibe, ist im Grunde ziemlich banal. Leider gehört es nicht zum Allgemeingut. Die Grundformel habe ich schon vor einiger Zeit beschrieben: Man muss in jungen Jahren sparen wie ein Berserker. Knackige 50 % des Gehaltes in jungen Jahren sparen und konsequent in Aktien investieren, ergibt über kurz oder lang die finanzielle Freiheit.

Ich investiere tatsächlich mein Gehalt zu 50 % in Aktien. Die Dividenden werden zu 100 % reinvestiert. Ich erinnere mich an meine ersten Aktienkäufe und Dividendeneingänge als wäre es erst gestern gewesen, aber es ist fast sechs Jahre her. Mittlerweile sind die Dividenden auf ordentliche dreistellige Beiträge pro Monat angewachsen.


Mittwoch, 21. Januar 2015

PEGIDA ist nicht für eine kritische, unabhängige Presse

"Lügenpresse" ist Unwort des Jahres 2014 geworden. Und das meines Erachtens sehr zu recht. Diese Sprechweise habe ich häufig genug kritisiert bei meinen Beiträgen über die AfD. "Systempresse" ist auch so ein Begriff.

PEGIDA greift die Medien an und wirft diesen vor, nicht unabhängig zu sein. Möchte denn PEGIDA eine unabhängige Presse? Nein. Sie möchte eine Presse - oder allgemeiner ausgedrückt: Medien -, die PEGIDA-Standpunkt unreflektiert nutzt.

Wie anders kann es sein, dass ein Journalist (z. B. Markus Lanz) dafür angegriffen wird, dass er einen Dirk Müller kritisch befragt genauso wie er die Wagenknecht befragt? Wer wissen will, was ich meine, sollte einfach mal auf Youtube Fernsehauftritte derjenigen anschauen, die dem Gemisch aus AfD, PEGIDA, KenFm usw. nahestehen, wenn der Moderator kritisch fragt. Der wird vom Youtube-Publikum angepöbelt, wie er doch so blöd sein könne und nicht wisse, dass Lucke, Müller oder Jebsen recht hätte.

Und wer so redet, dem passt nicht die vermeintliche Abhängigkeit der Medien nicht, sondern es gefällt ihnen nicht, dass die vermeintliche Abhängigkeit nicht im eigenen Sinne ist.

Montag, 19. Januar 2015

Die Deutschen und ihre Rentenversicherung

Der Historiker Friedrich Oertel sah den 30-jährigen Krieg als prägendes Ereignis für den Nationalcharakter, insbesondere der Mangel am Freisinn ist Ergebnis dessen. Ich finde, da ist was dran, der typische Deutsche nimmt jede Unfreiheit und jedes Unrecht in Kauf, wenn damit die Ordnung garantiert ist. Wenn heute in der Tageszeitung etwas über Kindesmisshandlung zu lesen ist, heißt es oft, dass hätte es früher nicht gegeben. Mit "früher" meint man dann häufig Hitlerdeutschland oder die DDR. Tatsächlich hat es die Kindesmisshandlung gegeben und nur solche Zeitungsartikel nicht. Und dass heute Menschen die Berliner Mauer damit verteidigen, dass sie den Frieden (also die Ordnung) bewahrt hätten, und dennoch ernst genommen werden, ist auch eine Folge des deutschen Nationalcharakters. Fatalerweise erheben viele die Lehre aus dem 2. Weltkrieg müsse sein, "Nie wieder Krieg!". Eigentlich muss die Losung sein: "Nie wieder Unfreiheit, Unrecht, Unmenschlichkeit."

Entscheidend für die Einstellung der Deutschen zum Geld ist auch die Hyperinflation von 1923. Ich erinnere mich, wie ich 1990 meine erste Klassenfahrt machte; da war ich in der zweiten Klasse. Das Schullandheim hatte eine kleine Ausstellung, in der Geldscheine mit dem Wert einer Million Reichsmark ausgestellt waren. Mit diesem Thema wird man schon früh konfrontiert und nicht nur Geschichtsbücher zeigen gerne Bilder, wo jemand eine Schubkarre mit Geldscheinen durch die Gegend fährt. Die Folge dieses Ereignisses ist, dass kein Volk die stärker auf die Inflationsrate schielt als es die Deutschen tun. Und obwohl wir niedrige Inflationsraten haben, wird immer noch gemeckert. Und die offizielle Inflationsrate wird auch häufig hinterfragt. Es gibt nicht wenigen, die schreiben, wir hätten eine Inflationsrate von 6 % und mehr pro Jahr und man bastelt seine Verschwörungstheorie, weil das nicht zu den offiziellen 2 % passt.

Tief verankert im deutschen Wesen ist auch den Verlass auf "Vater Staat". Das wurde dem deutschen Michel regelrecht eingeimpft. Deutschland war eines der ersten Länder mit einer allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung. Tim Schäfer ist ein Fan, aber ich halte nicht viel von ihr und fand seine Argumentation nicht überzeugend. Natürlich ist die Riester-Rente genauso unsinnig und noch weniger lukrativ, aber dadurch wird die Bismarck-Rente nicht besser.

Ich sehe folgende Nachteile:

1. Der Bürger wird dahingehend erzogen, dass er sich um seine Altersvorsorge nicht kümmern müsse. Wer sich aber nicht mit diesem Thema beschäftigt, kann auch nicht wertvolle Kenntnisse entwickeln, die notwendig sind, um ein kleines Vermögen aufzubauen. Und leider ist es ein Faktum, dass die Deutschen eine sehr niedrige Aktienquote haben, wahrscheinlich deshalb und weil seit Jahrzehnten trompetet wird, wie unsicher Aktien wären.

2. Es wird zwar immer viel gesagt und geschrieben, wie gerecht und sozial die gesetzliche Rente sei, aber ich finde sie sehr unfair. Sie wird auch besonders für geringverdienende Arbeiter positiv gesehen. Ich finde, dass das die Menschen sind, die am stärksten ausgebeutet werden. Ich habe keine Lebensversicherung, weil ich noch keine Hinterbliebenen hinterlassen würde. Ich habe keine Hausratversicherung, weil ich nicht so viel Hausrat habe. Warum aber wird ein Arbeiter gezwungen, eine Versicherung abzuschließen, für die er ein geringeres Risiko hat? Eine Rentenversicherung ist eine Versicherung gegen Langlebigkeit. Ein Arbeiter lebt gefährlich, er soll aber genauso viel Prozente an die Rentenkasse abdrücken wie alle anderen auch, dabei ist sein Berufsunfähigkeitsrisiko viel größer. Dafür fehlt dann das Geld. Wird er tatsächlich berufsunfähig, dann hat er die Arschkarte gezogen. In die Rentenkasse zahlt er gar nichts mehr ein und bekommt als "Minderleister" noch weniger Rente, wenn er jenseits des Renteneintrittalters ist. Und die Bezugsdauer ist bei ihm auch geringer. Der Staat kümmert sich lieber um satte gesunde Rentner als um die wirklich Bedürftigen, die mit 60 kaputt geschuftet sind. Invaliditätsabsicherung wird häufig genug als versicherungsfremde Leistung denunziert und die Politik dazu umgesetzt.

Fair wäre es: Ein Dachdecker zahlt weniger in die Rentenkasse (mit steigender Dynamik) ein, dafür mehr in die BU-Versicherung (absteigende Dynamik). Ein Büroangestellter schließt vielleicht gar keine BU-Versicherung ab, dafür muss er seine Langlebigkeit besser absichern und zahlt dort entsprechend höhere Prämien. Das kann der Staat schlecht regulieren; ein Markt könnte das regulieren.

3. In unserem Sozialsystem erkennt man noch die gesellschaftliche Struktur des 19. Jahrhunderts. Es gibt Arbeiter, Angestellte, Selbstständige, Freiberufler, Beamte... Für jede Gruppe gibt's eigene Systeme und Kassen. Was soll der Quatsch? Es erzeugt einen Haufen Bürokratie. Die soziale Mobilität wird dadurch erschwert. Anstatt es zu vereinfachen, dass die Leute in den Beamtenstand wechseln und ihn verlassen können, zementiert man die Gesellschaft. Da draußen gibt's bestimmt genug fähig Beamte mit höheren Ambitionen, die nur deshalb Beamte bleiben, weil sie die Pensionsansprüche nicht verlieren wollen. Kann es aber auf Dauer gut sein, wenn Menschen aus Opportunismus unter ihren Möglichkeiten verharren?

Ein weiteres Problem, was ich darin sehe: Die Kritiker des jetzigen Systems sind abgelenkt und übersehen das Wesentliche. Die rufen dann: Alle Beamten in die gesetzliche Renteversicherung und in die gesetzlichen Krankenkassen. Die Versichertengemeinschaft auszuweiten, löst überhaupt keine Probleme. Das würde die Probleme sogar noch verschärfen, denn Beamte sind überwiegend Büromenschen (mit entsprechend hoher Restlebensdauer) und haben die amtsärztliche Untersuchung erfolgreich hinter sich gebracht (das heißt, die dürften durchschnittlich noch länger leben als die Büromenschen in der freien Wirtschaft).

Die Versichertengemeinschaft wurde schon einmal ausgeweitet. Das war 1990, also die DDR mit einer jüngeren Bevölkerungsstruktur in das System übernommen worden sind. Die positiven Effekte waren dann aber auch schnell verpufft.

Private Vorsorge ist gut und richtig. Die beste Vorsorge ist der Vermögensaufbau. Ich habe nun schon über 100000 €. Das ist Altersvorsorge und Hinterbliebenenschutz in einem. Würde ich die 100000 € einfach liegen lassen, die Dividenden verprassen, und ich nehme durchschnittlich 5 % Kurssteigerung pro Jahr an, sind das nach 30 Jahren 100000 € * 1,05^30 = 431194 €. Würde ich heute sterben, hätte ich 100000 € vererbt. Das dürfte mehr sein als bei der typischen Kapitallebensversicherung gibt, die viele Leute abschließen. Zu höheren Todesfallsummen sind viele nicht bereit.

Sonntag, 11. Januar 2015

Putinversteher erinnern mich immer mehr an den Sozialismus

Ich jüngster Zeit habe ich einige Reportagen über Alkoholkonsum gesehen. Ich komme selbst aus einer Gegend Deutschlands, in der viel getrunken wird und kenne einige, die sich zu Tode gesoffen haben. Mir geht das Thema sehr nahe. Mir sind auch junge Männer bekannt, die schon mit Mitte 20 eingewiesen wurden.

Und Youtube ist ja so freundlich und schlägt einem bestimmte Reportagen vor, die einen interessieren könnten und es gibt nun einige Reportagen über den Alkoholkonsum in der russischen Gesellschaft. Natürlich ist es ein Klischee, dass Russen viel trinken, aber Statistiken zeigen das auch, genauso wie politische Kampagnen. Gorbatschow musste in den 1980ern dem Alkoholismus den Kampf ansagen.

Hier findet man eine kurze Reportage von Spiegel-TV. Interessant ist, was man dann in den Kommentaren unterhalb der Videos lesen kann, z. B. schreibt "Alexander AW":

Russland gehört nicht zu den Ländern die viel Alkohol trinken.
Aber hier mal eine tolle Statistik: Jeder zweite in Deutschland ist zu Fett und stark übergewichtig , ihr solltet mal weniger
Süßigkeiten fressen.

Auch Putin übrigens lehnt Alkohol strikt ab ihr verdammten lügner.
Oder "Heinrich der Löwe":

Ich bin Deutscher, aber ich finde diese Reportage wurde nur ausgestrahlt um Russland schlecht zu machen. Es gibt überall Alkoholiker und die Deutschen sollen mal nicht so tun, ich sehe hier auch ständig Betrunkene und Alkoholiker. Also fair muss man schon bleiben.
Und diesen Unsinn findet man zuhauf. Ich frage mich, was in diesen Köpfen vor sich geht. Darf man jetzt in Deutschland keine Reportagen über den riskanten Alkoholkonsum in der russischen Gesellschaft drehen? Mir kommt es so vor wie im Sozialismus. In den sozialistischen Tageszeitungen wurde auch alles nur rosig dargestellt. Interessant z. B. am Neuen Deutschland war nicht, was drin stand, sondern was nicht drin stand. Wenn man tags zuvor etwas im Deutschlandfunk oder im RIAS hörte, das dann aber nicht im Neuen Deutschland zu lesen war, dann wusste der halbwegs intelligente DDR-Bürger, wie das zu interpretieren war.

Was diese Kommentatoren fordern, ist nichts weiter als das, was in sozialistischen Ländern praktiziert wurde: Beschönigung der Realität; hässliche Fakten am besten ausklammern. Das Alkoholismus-Problem konnte man in der UdSSR erst 1984 öffentlich thematisieren. In der DDR musste man noch länger warten. Jemanden zu belügen, ist unmoralisch, aber zu fordern, dass man belogen wird, ist einfach dämlich.

Wer vor unliebsamen Fakten geschont werden will, gibt einen wunderbaren Lakaien in einem totalitären Staat ab. Von Putinverstehern erwarte ich auch nichts anderes. Natürlich versucht man sich selbst moralisch zu überhöhen, indem man vorgibt, die russische Gesellschaft vor Verunglimpfung zu schützen. Aber ich kann keine Verunglimpfung erkennen. Wenn die Reportage über den Alkoholismus in Russland ist, dann ist es doch ziemlich idiotisch, über den Alkoholismus in Deutschland zu berichten, dessen Existenz nicht implizit negiert wird, wenn man seine Erwähnung unterlässt. Es gibt nachweislich zahlreiche andere Reportagen, die sich dieses Problems annehmen.

Man stelle sich vor, jemand lobt oder kritisiert eine Theater-Vorführung innerhalb einer Rezension in der Tageszeitung. Schreiben dann auch irgendwelche Hohlköpfe, andere Aufführungen seien genauso gut oder besser bzw. genauso schwach oder noch schwächer? Oder der Frankfurter Glossist möge sich bitte um das Theater in Frankfurt kümmern, nicht um das Theater in Hamburg.
Manchmal ärgere ich mich, dass ich überhaupt diese Kommentare bei Youtube lese. Sie sind weder geistig anregend noch humorvoll. Ob sie einen angemessen Gradmesser für die allgemeine Massenverblödung darstellen, ist auch schwer zu sagen. Vielleicht tummelt sich dort einfach nur der geistige Bodensatz der Gesellschaft. Ich denke mir aber, wenn ich nun schon Zeit dafür aufbringe, diesen Quatsch zu lesen, dann sollte man auch darauf hinweisen, was da für ein Quatsch steht. Ansonsten wäre ich wie das Zentralorgan der SED, wie also das Neue Deutschland, und blendete unangenehme Sachen einfach aus.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Charlie Hebdo, PEGIDA und die deutsche Gesellschaft

Traurigerweise muss ich mich schon wieder zu Worte melden; die Terroristen lassen einem keine andere Wahl. Interessant ist aber, was in der deutschen Gesellschaft passiert: Man dürfe den Islam nicht vorverurteilen, heißt es da. Und dann wird auch noch mal eindringlich vor PEGIDA gewarnt.

Ich bin ein Gegner von PEGIDA. Ich sehe auch die deutschen Medien kritisch. Aber anders als PEGIDA-Jünger verwende ich nicht solche Begriffe wie "Systempresse" und "Lügenpresse".


Was ich der deutschen Gesellschaft vorwerfe: Sie hat verlernt, zu diskutieren, redlich zu argumentieren, ohne zu emotionialisieren. Die Emotion ist sogar durch die eingeführten Betroffenencouchen (auch als Menschencouchen bekannt) in deutschen Talksshows institutionalisiert worden. Wer mit Statistik kommt, z. B. dass Hartzer unterdurchschnittlich gebildet sind, dafür aber überdurchschnittlich häufig alkoholabhängig, erzeugt hysterische Anfälle und dann werden Einzelfälle aus dem Hut gezaubert und schon ist man machtlos. Die Diskussion ist eigentlich kaputt. Der typische Regelfall wird durch einen untypischen Einzelfall zerredet.

Was passiert infolgedessen? Man sichert nach allen Seiten ab. Die Politiker haben angefangen, so zu reden, dass sie nichts sagen, die Journalisten haben es größtenteils übernommen. In der nordenglischen Stadt, in der die pakistanische Minoriät die Engländer terrorisiert, englische Töchter zur Prositution zwingt, haben Politik und Polizei deshalb zugesehen, weil sie Angst hatten, sie würden der Islamfeindlichkeit bezichtigt.

Das Phänomen sehen wir auch im deutschen Blätterwald. Gewalttäter mit türkischer oder arabischer Nationalität werden zu "jungen Männern", man könnte glauben, ganz ohne Migrationshintergrund. Und egal welcher Terroranschlag der letzten Jahre: Es dauerte nicht lange und schon schrieb man davon, man dürfe Muslime nicht vorverurteilen. Besteht denn die Gefahr, wenn man das Kind beim Namen nennt, dass der Islam diese Menschen hervorbringt?

Es ist aber dennoch falsch, die Presse als "Lügenpresse" zu schelten, denn es passiert nicht mit der Absicht, zu desinformieren. Ob Politiker, englische Polizisten oder deutsche Journalisten: Sie sind Teil ihrer jeweiligen Gesellschaft und mit den gleichen Fehlern ausgestattet.

Denn irgendwas kann doch daran nicht stimmen. Es gibt seit Jahren einen islamistischen Terroranschlag nach dem anderen, aber man möge die Muslime nicht vorverurteilen. Es keine jüdischen Terroranschläge und die israelische Armee ist die vorbildlichste Streitkraft der Welt. Dennoch schafft es ein Gedicht in eine auflagenstarken deutsche Tageszeitung, in der Israel als Gefahr Nummer 1 für den Weltfrieden bezeichnet wird, noch vor Nordkorea, noch vor Iran, noch vor den Pakistan und Indien.

Und so, wie es verdächtig ist, wenige Minuten nach dem Terroranschlag zu schreiben, die Terroristen hätten den Islam verraten, genauso verdächtig ist es, als erstes konstatieren, man solle Israel kritisieren dürfen, ohne als Antisemit bezeichnet zu werden. Für mich heißt die vorausschauende und ritualisierte Warnung und Absicherung: der Islam hat doch etwas mit dem Islamismus zu tun und die Israelkritik, die dann folgt, ist antisemitisch motiviert.

Dass die Presse nicht perfekt ist, schreibe ja nicht zum ersten Male. Und weniger verfängliches Thema sind Finanzen. Die Deutschen sind ein Volk, das Aktien sehr reserviert gegenübersteht; "Privatier" ist sogar ein Schimpfwort. Logischerweise ist durchschnittliche Journalist wie der durchschnittliche Deutsche ebenso sehr reserviert zum Thema Aktien. Dies zu ändern, wäre toll, aber das erreicht man nicht dadurch, dass von "Lügenpresse" redet, sondern dass man aufzeigt, dass der Journalist Unsinn schreibt, ob zum Thema Aktien, zum Thema Israel oder zum Thema Islam und die arabische und türkische Migration.

Dienstag, 6. Januar 2015

Josephspfennig - Ein Fall von Scharlatanerie

Dirk Müllers Fans kennen ihn: den Josephspfennig. Ein Eurocent im Jahre 0 angelegt, bei 5 % Zinsen, ergeben nach 2000 Jahren 2,39 * 10^38 €. Und was beweist uns das? Dass der Zinseszins nicht funktioniert?

Es ist ein mathematisches Schurkenstück, um schlichtere Gemüter zu beeindrucken, deshalb verwendet es Dirk Müller. Was lässt Müller außer acht?

1. Inflation,
2. Gläubigerrisiko, dass der Schuldner pleite geht,
3. andere Unsicherheiten.

Er lässt die Dinge weg, um hinterher festzustellen, es könne so nicht funktionieren, da der Betrag wegen der Zinszinsen ins Unermessliche steigt. Also müsse der Staat kräftig intervenieren. Aber die Staaten intervenieren seit Jahrhunderten. Es ist auch möglich, dass die Bank pleite geht und dann ist das Sparbuch wertlos. Müller behauptet, der Zinseszins führe ins Verderben, schlägt Maßnahmen vor (wie Schuldenschnitte) und unterschlägt, dass diese Maßnahmen seit langem gängige Praxis sind.

Und überhaupt: Wie realistisch ist es denn, dass es 5 % Zinsen gibt? Und dann auch noch risikofrei. Und welche Bank erlaubt die Anlage über so lange Zeit? Immerhin ist der Zins ein Ergebnis aus Angebot und Nachfrage und welche Bank würde dieses Angebot machen? 

Müllers Rumgemotze am Geld- und Finanzsystem entbehrt jeder Grundlage. Die Zinseszinsen stellen kein unlösbares Problem dar, weil die Natur der Wirtschaft Abwehrmechanismen eingebaut hat. Geld kann inflationieren, sogar richtig kräftig. Und es hat in der Vergangenheit richtig gut funktioniert.

Wir leben in der besten aller möglichen Zeiten. Auf deutschem Boden wurde seit 1945 kein Krieg mehr geführt, in ganz Westeuropa nicht mehr. Noch nie lebten so viele Menschen in Wohlstand und in Frieden. Und das alles mit vermeintlichen Gummi-Währungen wie Euro, Dollar und Yen. Die Goldbugs trauern immer noch ihrem Goldstandard hinterher.

Und selbst irgendwo mal die Hütte brennt, dann können zweistellige Inflationsraten ganz hilfreich sein. Das wurde doch in Italien jahrzehntelang praktiziert. Ich halte es nicht für die beste aller Lösungen, aber besser als nichts. Müller sieht Probleme, wo keine sind.

Fokus richtig setzen bei den Ausgaben

Schon als Jugendlicher merkte ich, dass ich anders bin als viele andere. Das wurde mir neulich wieder im Sportverein bewusst, als manche Leute jaulten, als sie hörten, die Trikots kosten Geld, so um die 60 € pro Kombination aus Leibchen und Hose. Da jaulten erwachsene Männer mit regelmäßigen Einkommen über eine Ausgabe, die man vielleicht einmal in fünf Jahren tätigt. Und diese Textilien müssen so oder so angeschafft werden. Ansonsten müsste man was anderes durchschwitzen. Außerdem kann man das Trikot auch verkaufen, wenn man den Verein verlässt und ein neuer Spieler es braucht.

Diese Trikot-Diskussion hatte ich auch schon in meiner Jugend, als die Lautstärksten Geld sparen wollten und entschieden, dass wir mit Grau spielen und jeder sich seine Nummer hintendraufnähen sollte. Grau deshalb, weil herauskam, dass fast jeder was graues hatte. Meine Einwände, dass jeder ein anderes Grau hatte (sieht beknackt aus) und dass ich meines nicht opfern wollte (es war ein Markenshirt, gut verarbeitet) und lieber in Weiß spielen wollte, wurde abgelehnt. Weiße T-Shirts bekommt man überall zu kaufen und Weiß ist Weiß ist Weiß. Es gibt kein Hellweiß und kein Dunkelweiß.

Was daran so schlimm und teuer gewesen wäre, einmalig weiße T-Shirts zu bestellen... Ich weiß es nicht. Das spielte sich vor zwanzig Jahren ab.

Da sind die Leute geizig, bei ihrem Lieblingssport, den sie mehrfach pro Woche ausführen. Wenn es darum geht, in den Urlaub wegzufliegen, dann wird jeder Preis bezahlt. Oder wenn die Leute um die Kneipen ziehen und da für ein kleines Gläschen Korn 2 € und mehr auf den Tisch legen.

Ich überlege mir, wie wichtig die Anschaffung für mich ist. Was wird mir die Anschaffung einsparen? Vielleicht gar nichts. Welche Verbindlichkeiten sind damit verbunden? Wie häufig kommt die Anschaffung zum Einsatz? Welchen Belastungen ist sie da ausgesetzt?

Bei Sportbekleidung und bei Sportgeräten ist Qualität schon wichtig. Es ist schon ein Unterschied, ob man neue Fußballschuhe jedes Jahr oder alle zwei Jahre neu  kaufen muss. Die Belastungen für die Schuhe sind enorm. Irgendein Billigschuh für zehn Euro ist da fehl am Platze.

Weil ich mir bewusst bin, dass das billigste nicht immer das günstigste auf Dauer ist, bin ich finanziell erfolgreich. In den meisten Monaten konsumiere ich weniger, als ich einnehme. Selbst Sonderausgaben, wie z. B. Nachzahlung bei den Mietnebenkosten, kann ich problemlos aus dem Monatsgehalt finanzieren und es bleibt immer noch eine Menge übrig.

Krimskrams kaufe ich auch nicht. Ich erwähnte ja schon Unverständnis darüber, dass Menschen bereit sind, für einen einzelnen Schluck einer 08/15-Spirituose 2 € und mehr auf den Tisch zu legen. Ist mir wirklich unbegreiflich, nicht nur weil ich mit Alkohol ohnehin nichts anfangen kann.

In hatte in den letzten Tagen häufiger Kontakt mit Menschen, die dazu neigen, Krimskrams zu kaufen und wo die Bude mit unnötigem Zeug vollgestellt ist. Die Dame hatte schon ein Kindle, kaufte sich aber einen neuen, obwohl der alte noch getan hätte. Ich nutze meinen Kindle einfach länger und auch häufiger. Man hatte sich auch eine Popcorn-Maschine vor zwei Jahren gegönnt. Wie oft wurde sie eingesetzt? Noch nie! Wird über Investitionen nachgedacht, geredet, wie man das Gehalt, das man monatlich bezieht, Schritt für Schritt durch passives Einkommen ergänzen kann? Nein. Stattdessen denkt und redet man über das nächste Smartphone. Das wurde dann im Zuge der Feiertage auch angeschafft.

Und leider gibt es das häufig. Wer sich dem verweigert und auch nur 100 € pro Monat spart und investiert, fährt auf Dauer einfach besser, selbst wenn man ein geringes Gehalt. Ich bin mit der Gabe ausgestattet worden, dass ich nicht so sehr darauf schaue, was andere machen. Mit der Masse bin ich nie geschwommen. Ich machte mir meinen eigenen Kopf und handelte entsprechend meiner Überlegungen und meiner Intuition. Das bewahrte mich vor Drogenkonsum aller Art, inklusive Rauchen und Alkohol. Das bewahrte mich vor Riesterprodukten, Bausparen und Kapitallebensversicherungen. Ich habe auch nie Autos angebetet, sondern entsprechend meiner Überlegungen es als teure Verbindlichkeit eingeordnet. Aber meiner Meinung nach kann man es auch trainieren, rational zu handeln und nicht der Herde hinterherzulaufen. Wenn man älter wird, wird man doch ohnehin robuster demgegenüber, was andere über einen so reden.

Ich fragte vor wenigen Jahren in einem Diskussionsforum, was die Diskutanten für den langfristigen finanziellen Erfolg als wichtiger erachten: Viel einzunehmen oder die Gabe, mit wenig auszukommen. Ich habe gehofft, dass wenigstens einer letzteres anwählt und erklärt, warum es so ist. Ich fand es bezeichnend, dass die meisten das hohe Arbeitseinkommen für wichtiger erachten.



Freitag, 2. Januar 2015

Also doch: PEGIDA nun auch antisemitisch.

Ich äußerte mich kürzlich über PEGIDA. Mein letzter Absatz war folgender:


Mal sehen, wie lang es dauert, bis auch bei Pegida die Antisemiten Oberwasser bekommen. Wenn da solche Gestalten wie Jürgen Elsässer und Ken Jebsen auftauchen, dann wird's auf Garantie eine antisemitische Chose.  

Nun wurde ich auf einen interessanten Blog-Beitrag hingewiesen. "Egoteaist" hat sich unter das PAGIDA-Volk gemischt und mit Israel-Flagge demonstriert und pro-israelische Standpunkte eingenommen. Was passierte, hätte ich nicht anders erwartet. Es gab die üblichen antisemitischen Schmähungen.

Menschen, die glauben, sie würden vom "System" kontrolliert, sind immer an extremismusgefährdet. Wer vom "System" schwafelt, auf die "Systempresse" schimpft, ist mir schon verdächtig. Ich habe Victor Klemperers LTI gelesen und dort lässt er sich in einem Kapital über dieses Wort aus. Schon die Nazis haben diesen Begriff derart schmähend verwendet.

Die PEGIDA-Leute, die KenFM-Weltverbesserer und Elsässers werden auch nie konkret. Die Demonstranten in der DDR von 1989 hatten ausschließlich staatlich kontrollierte Medien vor sich, aber man äußerte sich nicht so, wie es PEGIDA tut, man schwafelte nicht von der "Systempresse". Meine Vermutung ist: Umso abwegiger die Gleichschaltung der Medien ist, umso lauter muss man tönen, dass man selber dran glaubt. Bestätigung sieht man darin, dass es der Mitdemonstrant genauso sieht. Abends liest man dann in Elsässers "Compact" auch nur Bestätigungen und bei der Fahrt zur Arbeit hört man einen KenFM-Podcast, der den gleichen Unsinn vom Stapel lässt. Die bestätigen sich alle in ihrem Irrglauben.

Es ist auch infam, wenn PEGIDA sich in der Tradition der Montagsdemonstrationen von 1989 sieht.