Samstag, 30. Mai 2015

Ein Meilenstein ist geschafft

Meine kompletten Ausgaben im Monat Mai waren durch Dividenden gedeckt. Zwei Tage sind noch und ein paar Euro sind noch über. Und das beste ist, das ich mich nicht einmal besonders Mühe gab, wenig auszugeben. In diesem Monat stand ein Subwoofer für 100 € an, sowie 75 € für Rasierartikel, also außergewöhnlich viel sogar. Im Baumarkt habe ich auch noch 123 € liegen gelassen. 50 € für Bücher, 106 € für eine Bahnreise sowie 66 € für ein Hotelzimmer.  Also Ausgaben, die ich einem normalen Monat nicht so habe.

Jetzt mal konkret:

Meine Dividenden im Wonnemonat Mai: 1320,08 € netto
Meine Ausgaben im Monat Mai: 1275,50 €

Ich schrieb schon mal, dass es mich total beruhigt, dass selbst wenn höhere Ausgaben anliegen, ich immer noch eine hohe Sparquote habe. Dies hier übertrifft aber einiges. Das wird sich hoffentlich im nächsten Mai wiederholen. In den anderen Monaten schaffe ich es leider nicht.

Wie ich das schaffe, mit knapp 1300 € auszukommen? Durch eine sparsame Lebensführung. Die Dividenden ergänzen mein Gehalt, schaffen finanziellen Freiraum, der dafür sorgt, dass ich unbeschwerter leben kann. Nicht eine üppige Altersvorsorge ist mein Ziel, sondern ein unbeschwerter Weg dort hin. 1300 € sind sogar viel für meine Verhältnisse. Normalerweise benötige ich so 1100 € pro Monat. Ich führe ein Haushaltsbuch, deshalb weiß ich das so genau. Subwoofer und Bücher wurden gebraucht gekauft. Das ist der Trick. Nie war es so leicht, Dinge gebraucht zu kaufen, wie heute. Ebay, Amazon, Medimops sind deine Freunde.

Ich möchte in einigen Jahren in die komfortable Situation kommen, nicht mehr jeden Quatsch mitmachen zu müssen, den mein Arbeitgeber will. Deshalb die Dividenden. Wer sich ein Haus und 20 Jahre Kredittilgung ans Bein kettet, wird jeden Quatsch machen müssen, den sein Arbeitgeber verlangt. Darauf habe ich keinen Bock. Ich halte es für ausgesprochen blöd. Ich kenne welche, die sagen, man brauche, wenn ein Kind kommt, Haus mit Garten. Ich kann mir vorstellen, dass es schön ist, ein Grundstück mit Garten zu haben, ein geräumiges Haus, wenn man mehrere Kinder hat, die schon etwas hälter sind. Ein Säugling aber schläft doch den halben Tag. Warum also nicht warten und die kurzen Wege, die die Stadtwohnung mit sich bringt, nutzen? Gerade mit Kleinkindern muss man häufiger mal zum Arzt.

Warum also ein Haus? Weil andere es doch auch so machen. Ich sollte jeden Abend Gott dafür danken, dass ich einen freieren Wille habe als andere und Konformitätsdruck nur wenig spüre.

Montag, 25. Mai 2015

Buchempfehlung: Einführung in die Finanzmathematik

Ich habe mir kürzlich das Buch von Jürgen Tietze bekauft: "Einführung in die Finanzmathematik". Es ist nicht so, dass dies eine komplett neue Thematik für mich ist. Ich möchte es so sagen: Das bisschen Zinseszinsrechnung reißt keinen MINTler vom Hocker. Bestimmte Sachen sind recht einfach. Die Gründe, warum ich mir das Buch dennoch gekauft habe:

1. Ich möchte mein Wissen um Fachbegriffe erweitern und festigen. Es reicht ja nicht, die Mathematik zu verstehen. Schön wäre es auch nochmal die Definition von Barwert und Endwert nachlesen zu können. Oder dass die Rentenformel Rentenformel heißt. Ich war nach dem ersten Lesen ein wenig verblüfft, denn ich nutze diese Formel seit Jahren und weiß erst seit gestern, dass das Ding Rentenformel heißt.

2. Ich möchte zusätzliches Wissen erwerben. Ich hoffe, das Buch kann mir aufzeigen, wo ich Mathematik bei meinen Investments nutzen kann. Gelernt habe ich beispielsweise schon, dass es lineare Zinsrechnung gibt. Dahinter steckt nichts weltbewegendes. Der  Zinssatz bei Tagesgeld wird in der Regel für das Jahr angegeben. Die  Zinsen werden quartalsweise verbucht. Aber sie werden innerhalb des Quartals tagweise und linear verrechnet. Während der Quartalszinsfaktor die 4te Wurzel aus dem Faktor für den Jahreszins ist, so ist der Tageszins nicht die 360te Wurzel aus dem Jahreszinsfaktor bzw. die 90te Wurzel aus dem Quartalszinsfaktor. Der Tageszins ist der 90te Teil des Quartalszinses. Mit dem vermittelten Wissen sollte es mir möglich sein, besser einzuschätzen, welche Kredit oder welche Versicherung günstig ist, welches Investment lukrativer ist und vieles mehr.

Das Buch ist aufgeteilt in neun Kapitel: 1. Voraussetzungen und Hilfsmittel, 2. Zinseszinsrechnung, 3. Rentenrechnung, 4. Tilgungsrechnung, 5. Die Ermittlung ees Effektivzinssatzes in der Finanzmathematik, 6. Einführung in die Finanzmathematik festverzinslicher Wertpapiere, 7. Exkurs: Aspekte der Risikoanalyse - das Duration-Konzept, 8. Exkurs: Derivative Finanzinstrumente - Futures und Optionen, 9. Finanzmathematische Verfahren der Investitionsrechnung.

Ich finde, das Buch lässt sich leicht lesen. Für jemanden, der mit der Mathematik auf Kriegsfuß steht, sollte es hilfreich sein, dass es viel Prosa gibt. Mit der Mathematik der gymnasialen Oberstufe sollte man auskommen. Es gibt auch Übungen.

Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen. Ich erlebe es häufig, dass es bei vielen schon am Basiswissen scheitert, wie man Zinseszinsrechnung betreibt oder wie man eine Durchschnittsrendite berechnet. Da wird dann das arithmetische Mittel statt des geometrischen Mittels. Auf die Kapital 6 bis 8 freue ich mich ganz besonders. Anleihen wären für mich eine neue Thematik, was das mathematische angeht, wobei die prinzipielle Funktionsweise mir bekannt ist. Mal schauen, wofür ich Risikoanalyse benötigen kann und dann wären noch die Sachen mit den Futures und Optionen. Ob ich das Wissen aus Kapital 8 anwenden werde, wage ich zu bezweifeln. Mir sind Basisprodukte wie Aktien und Anleihen einfach lieber.

Mit dem Wissen kann man sich errechnen, wie lange es dauert, bis man beispielsweise 200000 € bei einem bestimmten Zins und einer bestimmten Sparrate zusammen hat. Oder wie lange es reicht, wenn man von diesen 200000 € jährlich 12000 € entnimmt.

Montag, 18. Mai 2015

Einstein-Puzzle und die Börse

Ich schrieb bereits im vorherigen Artikel, wie mich dieses Spiel fasziniert. Es bannt mich geradezu. Ich habe in den letzten Tagen wieder häufiger gespielt und das Spiel spukt dann in meinen Träumen. (Sowas habe ich auch schonmal erlebt, als ich viel Schach bzw. Backgammon spielte.)

Mein Rekordergebnis: Ich habe das Spiel innerhalb von 56 Sekunden lösen können. Meine Top-Ten reichen von diesen 56 Sekunden bis hin zu 1:04 Minuten.

Wie schafft man das?

Dazu folgende Punkte:

  1. Es ist natürlich Training dabei. Mit der Zeit lernt man die Regeln schneller zu interpretieren und umzusetzen.
  2. Es ist die konsequente Umsetzung der Regeln. Man wird nicht immer direkt etwas aufdecken können. Viel häufiger nutze ich den Rechtsklick, um Dinge auszuschließen.
  3. Wenn eine Regel umgesetzt wurde und sie nicht mehr gebraucht wird, kann man sie wegklicken. Das setze ich konsequent um. Aus den Augen, aus dem Sinn.
  4. Mehrere Regeln auf einmal erfassen und umsetzen. Man sollte die Bewegung mit der Maus verringern.
  5. Und überhaupt das Zeigergerät: Als ich auf den Trackball umstieg, konnte ich viel präziser die Felder ansteuern. Das brachte für meine Top 10 eine Verschiebung um 10 Sekunden nach unten. Ich kann mir vorstellen, dass es mit einem Stift direkt auf den Bildschirm noch besser gänge.
  6. Parallel zu den Mausbewegungen nachdenken und den Blick schweifen lassen. Wenn ich den Maus in eine Ecke bewege, dann vergeht schon mal eine halbe Sekunde. In der Zeit kann man sich die andere Regeln anschauen, die man vielleicht auch in der Ecke, wo Maus dann schon mal ist, auch umsetzen kann.

Das sind aber keine strategischen Angelegenheiten, sondern betreffen meine trainierbaren kognitiven Fähigkeiten und das Handicap, das eine Computermaus gegenüber einem Trackball hat.

Was kann ich aber daraus für die Börse lernen? Mit einer gewissen Erfahrung, mit einem gewissen Training, sieht man mehr als die bloßen einzelnen Regeln, sondern man kann Regeln kombinieren. Wie z. B. in dem folgenden Beispiel:



Mir sprang sofort ins Auge, dass das Quadrat, E, 5, Wurzelzeichen in einer Spalte stehen müssen (Regeln 1,2, 3). Die 3 und 5 sind folglich Nachbarn (Regeln 3 und 5). Die römische IV gehört auch in die Spalte, in der schon das Quadrat, die Wurzel, das E und die 5 stehen.

Es ist im Grunde wie mit jeder anderen Tätigkeit auch. Training schafft Perfektion. Wenn Warren Buffet Geschäftsberichte liest, kombiniert er auch schneller als ein Untrainierter.

Aber nun zum Strategischen. Ich habe drei Strategien:

  1. Ich bin vorsichtig und setze stur Regeln um, ich kombiniere. Ich überlege genau und möchte auf keinen Fall verlieren.
  2. Ab und zu rate ich kontrolliert, wenn ich beispielsweise eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit sehe, dass etwas passt.
  3. Ich bin ein Hasardeur und rate wild drauf los. Mit 1:6 liege ich richtig. Wenn ich rate, was nicht in einem Feld vorkommt, dann liege ich mit 5:6 richtig. Wenn ich die ersten zwei bis drei geraten Dinge richtig habe, mache ich kontrolliert weiter.

Meine besten Ergebnisse kommen tatsächlich daher, dass ich Hasardeur war. Hinter meinen beeindruckenden Top 10 stehen viele verlorene Spiele, weil ich mal falsch geraten habe. Wer dreimal in einer anfangs lehren Zeile drauflos rät, liegt mit 1/6 * 1/5 * 1/4 dreimal richtig, also in einem von 120 Fällen. Die anderen 119 Fälle sind verlorene Spiele.

Wenn ich konservativ spiele, dauert es am längsten. Mein Lieblingsmodus ist aber das kontrollierte Raten. Es gibt dann immer noch vorzeitige Spielabbrüche, aber wenn ich dann das Rätsel löse, schaffe ich meistens unter 4 Minuten.

An der Börse kann man auch verschiedene Strategien umsetzen. Man kann Hasardeur sein und vielleicht die Aktie erwischen, die dann um 10000 % abgeht, aber viel häufiger wählt man dann die Nieten. Wer volle Kontrolle haben möchte, geht vielleicht gar nicht erst an die Börse und verliert Rendite. Die Börse hat die Unwägbarkeit, dass niemand die Zukunft kennt. Die Zukunft spielt im Einstein-Puzzle aber keine Rolle.

Mit den Unwägbarkeiten des Lebens, mit den Zufällen der Börse zu leben, ohne die Zufälle herauszufordern, ist der Weg, um an der Börse Erfolg zu haben. Das ist genau der Fall, wenn ich das Einstein-Puzzle mit meiner zweiten Strategie angehen: Kontrolliert raten, um das Spiel zu beschleunigen, ansonsten stur Regeln umsetzen und kombinieren. Strategie 1 setze ich im Spiel ein, um meine Fähigkeiten zu trainieren, die ich ja auch in Strategie 2 und 3 einsetze. Warum spiele ich überhaupt im noch im Hasardeur-Modus? Keine Frage: Es macht am meisten Spaß und es ist die einzige Chance, mal wieder ein Spitzenergebnis zu bekommen. Da ich hier, anders als an der Börse, kein Geld setzen muss, ist meine Hemmschwelle auch viel niedriger.


Sonntag, 17. Mai 2015

Einstein-Puzzle

Ich möchte mich heute einem Spiel widmen, einem Computerspiel. Ich entdeckte es vor einigen Jahren: Es nennt sich "Einstein-Puzzle". Die Idee hinter diesem Spiel: Es gibt ein Tableau, welches man aufdecken muss. Es gibt Regeln, die einzuhalten sind. Sobald eine Regel verletzt wurde, ist das Spiel aus.

Einige werden sich wundern, geht's ausnahmsweise nicht um Politik, Finanzen, Putinversteher oder Antisemiten. Ich stelle dieses Spiel vor, nicht nur weil es mir Spaß macht, sondern das Spiel schaffte auch, dass ich neue Wesenszüge an mir habe kennenlernen dürfen und man entdeckt, was Kahneman und Co. über ihre Probanden schrieben.

Wie das Spiel funktioniert. Zuallererst eine Grafik. Links im Bild ist das Spieltableau, rechts und unten sind Regeln.



Das Tableau besteht aus 6x6-Feldern. In jeder Reihe sind andere Symbole: arabische Zahlen, Buchstaben, römische Zahlen, Augen vom Spielwürfel usw. Innerhalb eines Feldes kann man alles anklicken, was noch zur Verfügung steht. Wenn etwas in einer Reihe (im Bild beispielsweise die arabische 1) schon aufgedeckt wurde, dann fehlt diese in allen anderen Feldern der Zeile. Mit der linken Maustaste wählt man den Wert, bei dem man denkt, der gehört in das Feld, mit der rechten Maustaste kann man einen Wert eines Feldes ausschließen.

Eine Regel besagt, dass die 3 Würfelaugen und das Wurzelzeichen in einer Spalte sein müssen. Da die Wurzel nicht mehr in der sechsten Spalte sein kann, kann die Würfel-3 auch nicht mehr in die sechste Spalte. Das heißt, man kann es ausschließen:



Im nächsten Bild habe ich eine Regel hervorgehoben.



Diese besagt: A muss in einer zu E benachbarten Spalte liegen, 2 auch. Das heißt, entweder sind die drei Werte als A, E, 2 angeordnet oder 2, E, A. Da aber die 2 schon aufgedeckt wurde, wird die Wahl eng, wo diese drei Werte zu stehen haben:



Zwei weitere Typen von Regeln sind:


"C...Würfel-Zwei" bedeutet, dass das C in einer Spalte mit kleineren Index stehen muss als es Spalten Index der "Würfel-Zwei".  Das "+ <-> A" bedeutet nichts anderes, als dass beide Werte in benachbarten Spalten liegen müssen.

Mit den Regeln kann man sukzessive das Tableau lösen:



Und die endgültige Lösung:




Das macht Spiel macht Spaß. Oben rechts gibt's eine Uhr. Sobald man es verstanden hat, beginnt man, schneller  zu spielen. Man entwickelt den Ehrgeiz, das Teil unter 2 Minuten zu lösen, später unter 90 Sekunden, mein Rekord liegt bei 56 Sekunden. Und wie ich das geschafft habe, ist interessant und ist relevant, um zu verstehen, warum man wie an der Börse vorgehen sollte. Dazu mehr in einen zweiten Teil.

Samstag, 9. Mai 2015

Wie man einen Antisemiten überführt.

Ich empfinde es aks mittlerweile obsessiv, dass ich viele Diskussionen bei SPON und sogar bei Youtube verfolge und mich einmische. Ich weiß, ich sollte damit aufhören, weil es Zeitverschwendung ist, aber ich kann nicht. Wenn jemand Stuss redet, muss ich dagegen halten. Und wenn man sich solchen Gefilden tummelt, entdeckt man erst, wie viele antisemitische Einstellungen in den Leuten schlummern. Heute aber ist mir kleiner Coup gelungen.

"BRecord41" schrieb:



"dralger" bin ich und ich lockte ihn aus der Reserve. Lesen Sie selber:

Mal sehen, ob er auf meinen letzten Beitrag antwortet. Man findet die Diskussion unter einem Video von Dirk Müller. (Wo sonst?) Wie deutete schon vor Jahren an, dass seine Fans anfällig für antisemitischen Schwachsinn werden und Müller selber solches Gedankengut bald aktiv verbreiten könnte. Er ist nur zu geschickt und verplappert sich einfach nicht.

Ein Antisemit kümmert sich doch gar nicht um Fakten. Es geht einzig und allein darum, Juden anzuklagen. Gänge es wirklich nur darum, Israel für seine  Politik zu kritisieren, bräuchte man doch gar nicht so faktenresistent sein. Hat man jemals einen "Israelkritiker" sagen hören: "Das habe ich so nicht gewusst. Mit diesen Fakten sieht die Sache schon ganz anders aus." - Stattdessen: Abwiegeln, weiter Israel anklagen und völlig ignorieren, welche Verbrechen Hamas und Fatah zu verantworten haben und das nicht nur an Juden und Israelis. Ich möchte nicht in Gaza wohnen, weil ich Überzeugungen habe, zu denen ich stehe. Noch weniger möchte ich als Homosexueller oder als Frau dort leben. Mir ist auch nicht bekannt, dass Gaza eine Börse hätte.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Wonnemonat Mai

Der Mai sorgt für Wohlbehagen. Es wird wärmer, der Flieder duftet, die Vögel zwitschern und die Dividenden fließen knüppelhageldick, sofern man auch deutsche Unternehmen im Portfolio hat, die bevorzugt im Mai ausschütten. Dazu kommen noch die Quartalszahler..

Der Monat ist noch jung, dennoch habe ich schon drei Dividendenbenachrichtigungen abheften können. Morgen oder übermorgen trudelt dann das dickste Einzelpaket rein: eine Dividende von über 400 € vor Steuern. Dieser Mai wird ein ganz besonderer Dividendenmonat für mich sein, denn erstmal erhalte ich über 1000 € Dividenden innerhalb eines Monats.

Der stetige Strom von Dividenden motiviert mich, weiter am Ball zu bleiben. Es überrascht mich immer wieder, warum nicht viel mehr Menschen diese Strategie fahren. Gut auswählen, investieren, investiert bleiben. Seit mittlerweile sechs Jahren bin ich an der Börse. Ich kaufe stetig nach. Ich erfreue mich an steigenden Dividenden. Ich habe ein Unternehmen, das erst im zweiten Jahr Dividenden auskehrte und seitdem immer wieder erhöhte. Viele andere Unternehmen in meinem Portfolio erhöhen stetig die Dividende. Und so flattern Monat für Monat irgendwelche Fuffis ins aus.

Einen Großteil meines Gehaltes spare ich, die Dividenden werden reinvestiert. Ich setzte voll und ganz auf den Zinseszins.






Sonntag, 3. Mai 2015

Woher rührt nur dieses Anspruchsdenken

Ich habe heute einen sehr empfehlenswerten Beitrag auf der Achse gelesen. Der Beitrag ist von Filipp Piatov und hat den Titel: Das weltfremde Anspruchsdenken deutscher Studenten. Ich lese die Beiträge von Herrn Piatov immer gerne. Seine Gedanken und Argumente sind von wundervoller Klarheit und Nüchternheit. Er ist noch jung und ich schätze, dass er noch groß rauskommen wird. Und ich hoffe es auch, da es an liberalen und rationalen Stimmen im deutschen Journalismus mangelt.

Sein Beitrag behandelt die Larmoyanz vieler Studenten. Auch ich habe es damals nicht wirklich verstanden, was viele Kommilitonen wollten. Ich begann mein Studium im Jahre 2003 und ganz gewiss nicht in den 70ern oder  80ern, wo noch alles anders war. Meine Zeit kann man durchaus mit der heutigen vergleichen.

Ich kam mit einem geringen Budget zurecht. Ich brauchte kein Urlaub und kein Auto. Aber anscheinend war das vielen anderen Studenten wichtig. Wem es wichtig ist und sein Geld dafür ausgibt, der soll bitteschön hinterher nicht jammern, dass kein Geld mehr da wäre.

Als ich meine Universität aussuchte, schaute ich mir auch vorab an, wie der Mietmarkt ist und habe mich gezielt für eine gute TU in einer Stadt entschieden, wo man auch günstig wohnen kann. Ein ganz einfacher, rationaler Gedanke, wie ihn auch Herr Piatov vorträgt. Dass manche Leute die Universität nach der Hippigkeit der Stadt aussuchen, war mir damals schon sehr fremd.

Auch ich hatte Semester mit über 36 Semesterwochenstunden. Dazu noch viel Vor- und Nachbereitung, sowie eigene kleine Projekte. Geld kam unter anderem dadurch rein, dass ich eine Hiwi-Stelle annahm und für Professur Software entwickelte und dies gar nicht mal so schlecht anstellte. Ich lernte eine ganze Menge, übererfüllte sogar den Vertrag, der irgendwie auf 60 Stunden pro Monat taxiert war, weil es Spaß machte. Ich konnte doch lernen und lernte Dinge kennen, die heute Kollegen nach fünf Jahren Berufserfahrung nicht draufhaben.

Ich steckte mein Geld in Bücher. Ich habe meine Kommilitonen nicht verstanden, die sich weigerten, Geld in Bücher zu stecken, wenn der Inhalt der Bücher sie doch hätte vorbringen könnte.

Im Aktienthema war ich damals noch nicht, aber in dem Ergreifen Chancen, von Perspektiven, ich hatte schon die Fähigkeit erworben, mit einem knappen Budget zu haushalten. Am Ende des Studiums hatte ich Guthaben auf dem Konto, keine Schulden und auch keine Bafög-Schulden, weil ich Bafög nie beantragte. Ich habe die Notwendigkeit nie verstanden. Ich hatte noch laufendes Einkommen aus Halbwaisenrente und Kindergeld, was aber nicht die monatlichen Ausgabe abdeckte. Ich hatte aber ein paar tausend € Startkapital dazu, welches ich sorgsam abschmolz. Einen Führerschein (> 1500 €) finanzierte ich dann auch noch während des Studiums.

Ein gewisses organisatorisches Talent hatte ich auch noch. Als ich merkte, dass mir die Online-Kosten zu hoch waren (50 € für eine 56k-Leitung), sagte ich mir: Ich kann in der Uni kostenlos ins Internet und meine privaten Sachen, die ich über das Internet mache, verschiebe in die Uni. Ich nahm mir vor, besonders früh aufzustehen, noch vor sieben Uhr in der Uni aufzukreuzen und noch vor der ersten Vorlesung den privaten Kram vom Tisch zu haben (Online-Überweisungen beispielsweise) und Recherche-Arbeiten zu beginnen. Auch Downloads (z. B. eine neue Version einen bestimmten Compilers zu besorgen) verlegte ich in jene Zeit.  Ich hatte ein Notizbuch, in dem ich sofort notierte, welche Informationen ich mir zu holen habe, was ich mir runterladen müsste usw. usf. Ich war sechs Tage in der Woche in der Uni. Samstags waren keine Vorlesungen, aber die Bibliothek war geöffnet und alle Computer-Pools.

Und ich erwarte von jedem Studenten, statt zu lamentieren, zu schauen, was man aus der eigenen Situation am besten machen kann. Genausowenig kann ich viele Hartz-IV-Empfänger einfach nicht verstehen.