Sonntag, 30. August 2015

Sparsame Haushaltsführung - Die Grundlage von allem

Ich erinnere mich, dass ich mal in einem Internetforum eine Umfrage startete, was wichtiger wäre: Viel zu verdienen oder mit wenig auskommen zu können. Wie ich erwartete, klickten die meisten den höheren Verdienst an. Das dürfte sechs Jahre her und ich fand es schon damals falsch.

Wir wissen aber, dass man nicht durch das vermögend wird, das man bekommt, sondern durch das, was man behält. Deshalb ist das Sparen so wichtig. Wenn bei den üblichen man mit 5 % seines Bruttogehaltes weniger auskommt, dann hat man diese 5 % steuerfrei. Mein Dozent in Investitionsrechnung sagte immer: "Eingesparte Ausgaben sind wie Einnahmen." - Richtig!

Und heute gibt der Couponschneider einen kleinen Einblick ins Haushaltsbuch. Das führe ich seit Februar 2012 und ich protokolliere nur die Ausgaben. Die sind am interessantesten. Hier ist ein Diagramm mit gestapelten Balken.



Einige werden denken: Moment mal, die Fixkosten sind ja gar nicht fix. Das ist richtig festgestellt. Was sind Fixkosten? Die Summe aus Miete, Versicherung, Internet, Strom und Gas. Bei den Mietnebenkosten gab es schon zweimal saftige Nachzahlungen. Im April/Mai gibt's bei Strom und Gas manchmal was zurück.

Worauf ich stolz bin: Selbst wenn es mal nach oben ausschlägt, komme ich nicht über 1600 €. Bei 43 Stichproben liegt der Median bei 1165,75 €, der Mittelwert knapp darüber bei 1178,72 €.

Die Entwicklung des Mittelwertes ist interessant: 1165 € waren es im Jahr 2012, 1104 € im Jahre 2013, 1215 € 2014 und 1253 € bislang im Jahr 2015. 1253 im Jahre 2015 gegenüber 1165 im Jahre 2012 entspricht einem Plus von 7,5 %. Nun müsste man die 3,5te Wurzel aus 1,075 ziehen, um ein ungefähres Gefühl für die Inflationsrate zu bekommen. Also 1,075 ^ (1 / 3,5) = 1,0208. Macht 2 % Inflationsrate. Natürlich ist meine Rechnung gut gemeinter Pfusch, denn ich habe ja in den Jahren nicht immer exakt das gleiche konsumiert. Und in einem Jahr hat die Firma meine Bahncard übernommen, weil ich beruflich viel mit der Bahn unterwegs war. 2 % Inflationsrate ist aber auch weit weg, von dem, was manche Verschwörungstheoretiker so kolportieren (7 bis 10 %) und die offizielle Zahl für falsch halten. Mein Lebensstandard ist in der Zeit sogar gestiegen, z. B. trinke ich besseren Kaffee. Daher hören Sie nicht auf den Unsinn, wenn mal wieder jemand behauptet, die echte Inflationsrate wäre viel höher als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Ich habe eine saubere Statistik, die die offizielle Statistik erhärtet.


Außerdem wird sich mein Durchschnittsverbrauch in diesem Jahr noch nach unten korrigieren. Warum? Ich habe viel konsumiert in den letzten Monaten. Neue Haushaltsutensilien wurden angeschafft, neues Werkzeug, im Februar kaufte ich ein Android-Tablett, dann nochmal 150 € für eines meiner Hobbys, das ich hier nicht weiter benenne. Die Ausgaben für Fahrrad und Sport waren auch immens (die Kassette meines Fahrrades habe ich nun erstmals nach fünf Jahren wechseln müssen).

Außerdem möchte wieder mehr kochen. Während ich im ersten Halbjahr häufig bei McDonald's war, sind die Kosten für Lebensmittel stark gestiegen. Auswärts essen ist sehr viel teurer als selbst gekochtes. Also da kann ich
 noch eine Menge sparen. Und natürlich bei den Büchern. Ich gebe so viel Geld aus für Bücher und ich habe noch nicht einmal alle gelesen. Ich bin mit Büchern gut versorgt und werde mich jetzt weiter zurückhalten.

Eine Zurückzahlung bei den Mietnebenkosten erwarte ich auch, schließlich ist die personenabhängig und wenn die anderen zwei Mietparteien um jeweils eine Person anwachsen, sinkt mein Anteil an den Gemeinschaftskosten.

Das Ersparte pumpe ich in Aktien. Nach Spartipps halte ich gerne Ausschau. Dann kann ich noch mehr in Aktien pumpen. Meine Dividendeneinnahmen belaufen sich auf ca. 300 € netto monatlich. 300 € / 1253 € sind 23,9 %. Fast ein Viertel meiner Lebenshaltungskosten werden durch Dividendeneinnahmen gedeckt. Die Perspektive ist doch klar erkennbar oder etwa nicht?


Freitag, 28. August 2015

Kleiner Crash und mich hat's gefreut

Ich sehe diese kleine Kurskorrektur - wie sie so schön heißt - gelassen. Sehr gelassen. Ich bin hartgesottener, als ich gedacht habe. Mein Portfolio sank schneller im Wert als bekannte Indizes wie DAX und Dow Jones. Aber warum soll ich in Panik verfallen? Sondern aus Unternehmensanteilen und ich habe sie nicht beliehen. 100 Anteile an Daimler werden 100 Anteile an Daimler bleiben. Ich weiß ja, was ich langfristig daran habe. Dividenden werden regelmäßig ausgekehrt.

Statt in Panik zu verfallen, werde ich diesen Kursdämpfer für Nachkäufe nutzen. Das macht dann umso mehr Spaß. Was da eigentlich passiert ist, werden sich viele fragen. Viele verstehen es nicht. Ich lese ja regelmäßig bei SPON die Kommentare, was mein Kardiologe nicht wissen darf. 90 % des Geschriebenen dort sind Stuss, über die man sich nur ärgert. Kenntnisse sind antiproportional zum Sendungsbewusstsein, was das Thema Börse angeht. Da gibt's den üblichen Zores, beispielsweise dass des einen Gewinn des anderen Verlusts wäre. Oder dass an der Börse nur die kleinen Fische verlieren, die institutionellen Anleger die Gewinner. Das ist Unsinn, weil die Institutionellen wegen Konformitätsdruck, Erfolgsdruck und Basel II nicht einfach die Chose aussitzen dürfen. Sie dürfen nicht und das gereicht dem Kleinanleger zum Vorteil. 

Auch die Berufsschreiber sind nicht besser. SPON titelt:
Chinas reichster Mann verliert 3,6 Milliarden Dollar an einem Tag. Gewinn ist doch Einnahmen minus Ausgaben. Und Verlust ist negativer Gewinn. Warum macht jemand einen Verlust, nur weil jemand das Vermögen anders taxiert? Ist es nicht komisch, dass Linke den "Neoliberalen" Marktgläubigkeit vorwerfen, dabei schreit einem doch die Marktgläubigkeit aus dieser Schlagzeile eines linken Schreiberlings gerade zu an.

Mein Dampfer hat schon vor Jahren einen ganz bestimmten Kurs eingeschlagen. Man wechselt wegen es kleinen Wetterumschwunges doch nicht den Kurs. Dazu habe ich keine Zeit, dafür reicht der Schiffsdiesel nicht und nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Wer keine hohen Wellen ertragen kann, sollte besser nicht auf die offene See hinaus.

Mein Geld ist gut angelegt. Unternehmen mit langfristiger Perspektive, langfristig aufgestellt wie BASF, SAP und Deutsche Post, um nur einige zu nennen. Chemie, kaufmännische Software, Logistik... wird man auch in 100 Jahren noch brauchen. Amazon testen Drohnen, aber die Deutsche Post hat heute schon hunderttausende fleißige Arbeiterinnen in schwarz-gelber Tracht.
Mein Portfolio hat in diesem Jahr schon 3848 € an Dividenden abgeworfen. Betrachtet man die letzten 12 Monate, dann sind es 4400 €. Ich schätze, das Jahr wird mit Dividenden von 4800 € schließen. Da ich schon in diesem Jahr einige Käufe getätigt habe, die Dividenden für das kommende Jahr versprechen, wird das im nächsten Jahr noch höher hinaus gehen. Die Dividenden sind die Bestätigung, dass ich es nicht so verkehrt mache.

Seit anderthalb Jahren notiere ich mir unregelmäßig den Gesamtwert meines Portfolios:


Unregelmäßig ist es deshalb, weil mir es nicht so wichtig ist. Es ist nur mäßig interessant, finde ich. Was man sehen kann, ist, dass es aufwärts geht, wenn man nur dran bleibt, immer wieder einen großen Teil des Gehaltes investiert und einfach nur wartet. Rücksetzer wurden immer wieder aufgeholt.

Sonntag, 23. August 2015

Warum soll ich enttäuscht sein? - Eine Replik.

Die Börse ist in den vergangenen Tagen ziemlich nach unten gerauscht. Ich werde ja von manchen Leser - teilweise zurecht - als Grünschnabel abgetan, der noch keinen wirklichen Crash miterlebt hat, weil ich ja erst seit 2009 dabei bin. Aber immerhin habe ich die Kursstürze vom August/September 2011, also Washington einen ominösen Schuldenstand übertraf, überstanden, ohne dass ich in Versuchung kam, etwas zu verkaufen. Da jetzt mein Portfolio in den letzten Tagen um 12000 € fiel, ich aber immer noch gut schlafen kann, dürfte ich wohl ein Hartgesottener sein.

In so einer Stimmung gibt es natürlich Medien, die ihre linke Weltsicht dem Leser aufdrücken. Meinungsfreiheit ist toll, weil einem auch unliebsame Meinungen nicht vorenthalten werden. Bei Spiegel Online lässt sich Henrik Müller - immerhin habilitiert - über die jüngsten Kursentwicklungen aus: Der Kapitalismus enttäuscht seine Jünger. Mir fiel als erstes das Zitat vom alten Kosto ein: "Professoren, o schöne Welt, du bist verloren!"


Der Text beginnt mit
Wie kann das sein? Weltweit fallen die Aktienkurse, obwohl die Notenbanken Billionen in die Märkte pumpen. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, funktioniert nicht mehr.
Herr Müller kennt wahrscheinlich einen anderen Kapitalismus als ich. Als Anhänger der freien Wirtschaftsordnung spreche ich mich weitgehend gegen den aktiven staatlichen Einfluss aus, weil staatlicher Einfluss nur begrenzt funktioniert. Der gesetzliche Rahmen (Baurecht, Arbeitsrecht, Umweltrecht, Steuerrecht, Lebensmittelrecht, Verbraucherschutz etc. pp.), innerhalb dessen gewirtschaft wird, muss stabil, halbwegs in sich schlüssig und kalkulierbar sein, der ist wichtig, aber aktives staatliches Eingreifen geht häufig nach hinten los. Nun behauptet Müller, der Kapitalismus funktioniere nicht mehr, weil das billige Geld der Notenbanken keine Früchte mehr trage. Den Vorwurf kann nur machen, wer die "Jünger des Kapitalismus" (JdK) nicht versteht. Ich bin nicht enttäuscht und ich bin so ein Jünger.

Und nur weil die Kurse jetzt ein wenig nach unten gehen, ist das kein Beinbruch. Es interessiert mich als langjährigen Investor und als JdK schlichtweg nicht besonders. Ich bleibe investiert und denke schon über Nachkäufe nach. Ich habe nur ein Problem. Ich fühle mich überfordert, als wenn ein riesiges Buffet mit vielen meiner Lieblingsspeisen vor mir steht. Da könnte ich mich auch schlecht entscheiden. Das ist ein Luxusproblem, mehr nicht. Wahrscheinlich werde ich Nachkäufe tätigen, bei den Aktien, bei denen ich schon seit längerem Nachkäufe plane, unabhängig von den jetzigen Kursstürzen.

Leider scheint dieses Modell nicht mehr zu funktionieren: Die Unternehmen investieren immer weniger in neue Anlagen und Produkte. Stattdessen schütten sie große Teile ihrer Gewinne an die Aktionäre aus. Wohlstandszuwächse für die große Mehrheit der Bürger gibt es kaum noch. Die große kapitalistische Umwälzpumpe läuft leer. 

Hier schreibt Müller die Unwahrheit. Warum soll es nicht mehr funktionieren? Nur weil es jetzt einen kleinen Kurseinbruch gibt? Sollte man Henrik Müller von der Uni schmeißen, nur weil er wegen Kopfschmerzen mal zwei schlechte Vorlesungen hintereinander gehalten hat? Sagt man da auch, dass Professor Müller nicht mehr funktioniere? Oder überdenkt man dann gleich das ganze System Universität? Natürlich nicht.

Wohlstandszuwächse gehen natürlich nicht an alle Menschen, sondern nur an diejenigen, die auch investieren und investiert bleiben. Das ist Kapitalismus: Er gibt keine Garantien, er gibt aber sehr großzügige Chancen. (Andere Wirtschaftsformen geben nur mickrige Garantien, aber keine Chancen. Welcher Leibeigene konnte schon durch Investition so vermögend wie der Fürst werden? Garantiert war nur, dass sein Leibherr ihn nicht verhungern ließ.) Und die Chance muss man schon ergreifen, indem man Eigentum an Produktionsmitteln erwirbt. Das wird den Menschen in Deutschland nicht gesagt, aber man muss es ihnen sagen. Ihnen diese wichtige Information vorzuenthalten, aber dann hinterher Verarmung zu beklagen, ist eine Unverschämtheit. Besonders perfide sind Politiker (meistens Linke), die dann auf dem Rücken der Leute, deren Armut sie mitzuverantworten haben, auch noch Wahlen gewinnen wollen.

Stattliche gegenwärtige Gewinne verwenden sie, um gigantische Summen an die Aktionäre auszuschütten - in Form von Dividenden und durch den Rückkauf eigener Aktien.

Was daran schlimm sein soll, dass Dividenden ausgeschüttet werden, ist sein Geheimnis. Natürlich ist es effizienter, wenn größere Teile des Gewinnes innerhalb des Unternehmens thesaurieren, alleine schon wegen der Steuer. Aber wenn der Unternehmensführung nichts einfällt, worin sie investieren soll, soll sie es lieber an mich ausschütten, ganz einfach. Ich weiß immer etwas. Ich kann mir Aktien dieses Unternehmens kaufen oder die anderer Unternehmen. Oder ich kann konsumieren. Es ist doch ein linkes Mantra: Erhöht die Löhne, dann wird mehr konsumiert und die Wirtschaft wächst. Die Dividende ist der Lohn des Investors. Gilt beim Lohn des Investors das linke Mantra plötzlich nicht mehr? Ich hatte in diesem Jahr einige Konsumausgaben und zwar den Konsum, den Linke in Sonntagsreden gerne loben: qualitätsbewusster Konsum.

Dass es auf und ab geht mit der Börse wie mit der Wirtschaft, ist kein beklagenswerter Zustand. Es ist ein natürlicher Prozess, wie so viele andere Dinge auch. Ein souverän aufgeklärter Mensch muss damit umgehen können, so wie er mit den vier Jahreszeiten auch umgeht oder mit seinem körperlichen Zerfall. Und wenn selbst Fans des 1. FC Köln den Abstieg in die zweite Liga überleben, muss es der Durchschnittsdeutsche mit Durchschnittsemotionen auch mal ertragen, wenn er an der Börse mal ein, zwei Jahre nur anspruchsloseren Zweitligafußball und Schonkost geboten bekommt. Dass es jedes Jahr konstant 8 % Rendite gibt, hat niemand behauptet. Bildet man aber das geometrische Mittel, dann kommt man auf derartige Zinssätze. Das heißt dann, mal geht's 20 % abwärts, manchmal auch 30 % aufwärts, aber im geometrischen Mittel 8 % rauf. Damit muss man umgehen können.

Als JdK wäre es mir lieber, die Politiker würden sich mehr zurückhalten, weniger Schulden machen und aufhören, größenwahnsinnig an Systemen herumzuschrauben, die sie nicht verstehen können. (Die Amerikaner sind da ohnehin zurückhaltender als andere.) Die Gesellschaft versuchen sie zu erziehen, indem sie Sprache regulieren wollen. (Studierende statt Studenten). Am Weltklima möchten sie auch herumschrauben, indem sie CO2-Emissionen reduzieren wollen. Die wollen sogar CO2 komprimieren und im Erdboden verklappen. Und wer glaubt, man könne die Gesellschaft oder das Klima in seinem Sinne beeinflussen, macht auch vor der Wirtschaft nicht halt. Viel schlimmer als die Notenbanken sind übrigens die feuchten Träume vieler Linken wie die Ökostromförderung. Da wird es noch ein Blutbad geben, aber man wird dem Kapitalismus die Schuld geben, nicht den Politikern, die die Bahn freimachten für diese milliardenschwere Subventionsorgie. So wird es kommen, da bin ich mir sicher.

Ich investiere stetig, alle paar Monate ein paar tausend Euro. In diesem Jahr waren es schon knapp 15000 €, weitere 9000 € sind geplant. Vor sechs Jahren habe ich begonnen und bin nun bei einem Portfolio von 130000 €.  Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen die Chance ergriffen, die sich mir bot. Ich kenne so viele andere Menschen, mit ungefähr meinem Intellekt, meinem Potential und meinem Gehalt, die diese Chance nicht ergriffen haben, sondern ihr Geld regelrecht für idiotischen Konsum verballern. (Beispielsweise kaufen viele Leute in meiner Umgebung irgendwelche Fotoausrüstungen, als wären sie der kommende Robert Capa oder Helmut Newton. Ich begnüge mich mit einer sieben Jahre alten Kompaktkamera.) Wenn diese Leute sich hinterher beklagen, dann waren natürlich wieder äußere Umstände oder der Kapitalismus schuld. Ich brauche wohl kaum erwähnen, dass diese Leute den üblichen Nonsens über die Börse ablassen: "Zockerei", "gefährlich" und "alles Spekulanten".

Herr Müller leistet dieser Investitionslethargie Vorschub. Er ist da leider nicht alleine. Viele Redakteure und Politiker sind sich gar nicht bewusst, welches Unheil sie anrichten, wenn sie so viel Unsinn über Aktien, Investitionen und Finanzen verbreiten. Dass man zum Schwarzen nicht mehr "Neger" sagt, ist gut und richtig. Da übernahmen die, die öffentlich Gehör bekamen, eine Verantwortung, klärten auf, nutzten selber diesen Begriff nicht mehr, mit der Folge, dass heute nur noch Hinterwäldler "Neger" sagen, ohne rot zu werden. Vielleicht sollte man auch endlich anfangen, Aktionäre nicht allesamt als "Zocker" zu diffamieren und abstürzende Kurse nicht als Menetekel für Aktionäre zu beschreiben. Dann klappt es auch mit dem Wohlstand für alle.

Samstag, 22. August 2015

Was die Gehirnzellen schwinden lässt: Die Mannschaftslaufbahn

Beim folgenden Beitrag werden wieder viele denken: "Oje, der Couponschneider und seine Komplexe.", oder: "Nicht schon wieder die Leier." Als erstes stelle ich folgende Aussage in den Raum: Es ist nicht gut, jede sich erstbietende Gelegenheit zu nutzen, um mehr Knatter zu machen. Das ist recht banal: Den Hahn, der das meiste Fleisch ansetzt, schlachtet man doch nicht sofort, sondern steckt ihn ins Zuchtprogramm. Viele von uns werden eine Ausbildung gemacht haben, ob nun einen Lehrberuf oder ein Studium... es kommt aufs gleich hinaus. Anstatt bei erstbietender Gelegenheit seine Arbeitskraft zu verkaufen (für junge Männer z. B. als Handlanger auf dem Bau), verzichtet man ein paar Jährchen und lernt erstmal was gescheites.

Natürlich ist es okay, wenn man das zeitlich begrenzt macht, um etwas Kapital zusammenzutragen. Aber mir fällt nur eine Sache ein, von der ich dringend abrate. Ich habe es auch nie gemacht, ich habe aber einige gesehen, die es gemacht haben: FWDL oder SAZ bei der BW. Und letzteres dann noch, ohne eine Unteroffiziers- oder Offizierslaufbahn einzuschlagen. (FWDL: freiwillig länger dienend, höchstens 23 Monate; SAZ: Soldat auf Zeit, > 23 Monate)

2002/3 war ich Wehrpflichtiger und unser Bataillon suchte natürlich FWDLer und SAZler für den KFOR-Einsatz. Nicht wenige haben es gemacht. Und selbst wenn es in den Kosovo gegangen wäre, war es keine lukrative Angelegenheit. Beim Auslandseinsatz gab's ja wenigstens noch ordentlich Prämien obendrauf.

Für mich kam sowas nie in Frage. Der Grund ist folgender: Unglaublich deprimierend empfand ich schon die 9 Monate Wehrpflicht. Weniger die ersten drei Monate, eher die letzten sechs, selbst wenn die ruhiger waren. Aber diese Ruhe war das Fatale. Wo viele ungebildete junge Männer Langeweile haben, hat man kein gutes Umfeld. Auf meiner Stube war ein Klempner-Geselle, der jeden Abend die Glotze anhatte. Ich konnte nichts lesen. Der Tag spielte sich wie folgt ab: 7 Uhr antreten, danach ins Büro, 10:45 Uhr Mittagspause (unsere Kompanie musste als erste in die Kantine), dann kam mein Stuben- und Bürokollege auf die Idee, danach doch einfach Mittagsschlaf zu machen. 13 Uhr wieder im Büro. 16:30 Feierabend und Abendessen. Und das tagein, tagaus. Ich brachte mir noch Lektüre mit, so die ZEIT, die ich abonniert hatte, und ein paar Fachbücher. Damit war ich ein Exot.

Ganz furchtbar in Erinnerung habe ich die Begegnung mit bestimmten HGs (Hauptgefreiten). Einmal erwähnte ich, ich würde nach der Wehrpflicht studieren. Da kamen dann gleich patzige Antworten wie: "Und wer bezahlt's? Bestimmt Papi." Ich antwortete nicht weiter drauf. Erstens wäre es nicht ehrenrühriges, wenn die Eltern einen finanziell unterstützen und zweitens war zu dem Zeitpunkt meine Mutter schon tot und mein Vater von der Arbeitslosigkeit bedroht. Unterstützung konnte ich nie erwarten. Die Firma machte dann tatsächlich pleite und er war arbeitslos für viele Jahre. Der patzige HG hatte übrigens die ehrenvolle Aufgabe, die ABC-Schutzmasken sauber zu halten.

Diese Sorte HG erkannte man schnell im Bundeswehrbetrieb. Ständig schlechte Laune, pampig gegenüber Niederrangigen, wenn diese wahrscheinlich bessere Chancen haben. Sowas wurde dann mangels anderer Angebot im privaten Sektor Soldat auf Zeit, um erstmal eine Zeit zu überbrücken, nicht um sich Startkapital für eine Investition (z. B. Studium) zu besorgen. Die Sorte HG kaufte sich vom erstbesten großzügigeren Sold dann einen Laptop, nur um Spiele zu zocken. (Ich kaufte mir einen alten gebrauchten, um zu lernen.)

Nach einigen Jahren werden dann die SAZler entlassen. Wenn die ein Studium beginnen, geht das meistens nach hinten los. Habe ich einige Male beobachten können. Dann wird das Studium abgebrochen. Man verlernte das Lernen während der Bundeswehrzeit. Und wer dann nicht die Kraft oder den Mut aufbringt, sich in der Kaserne Freiräume zu schaffen, der verblödet. Ich konnte mir Freiräume schaffen, indem ich einen leeren Gemeinschaftsraum nutzte und später zum Heimschläfer wurde.

Der Grund, warum mir dieses Thema auf den Nägeln brennt? In meinem Bekanntenkreis ist jemand, der sein Leben im Prinzip weggeworfen hat. Nach dem Abitur, gerade so mit Ach und Krach geschafft, erstmal vier Jahre Bundeswehr, aber dann auch nur Stabsgefreiter (keine Laufbahn zum Unteroffizier oder Offizier eingeschlagen). Danach hochtrabend erzählte er, er würde studieren wollen... hat nicht geklappt. Nach einem halben Jahr fiel ihm auf, dass die Vorlesungsfolien auf Englisch waren. Er brach das Studium nach einem Semester ab. Ich glaube, er hatte während der ganzen Zeit nur "World of Warcraft" gezockt. Auf die wenigen Bewerbungen auf Lehrstellen gab es nur Absagen. Dann hatte er anderthalb Jahre von der Substanz gelebt und ist nun wieder bei der Bundeswehr. Die nehmen anscheinend jeden. So ein Oberstabsgefreiter (der er heute ist) ist in der Besoldungsgruppe A5 und bekommt gerade mal etwas mehr als 2000 € brutto. Da bleibt hinterher nicht viel übrig, irgendwas bei 1600 € bis 1700 € netto. Das hört sich für manche Leute viel an, ist es aber nichts angesichts der Möglichkeiten, die einem offen stehen, wenn man schon mal ein Abitur hat. Außerdem lernt man da auch nichts. (Ich kenne auch einen, der nach langem Hin und Her Barkeeper wurde, und denkt, 1200 € netto wäre ein gutes Gehalt.) Wenn er die Bundeswehr endgültig verlässt, denn Mannschaftsdienstgrade werden keine Berufssoldaten, ist er Mitte 30. Der schlechte Umgang und der dazugehörige Alkohol wird die restlichen Gehirnzellen dahinraffen.

Danach steht er ohne Ausbildung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Er kann nur seine plumpe Muskelkraft als Handlanger verkaufen. Armut im Alter ist vorprogrammiert.




Buchempfehlung: "Gier" von Jason Zweig

Ich erwähnte es bereits, dass ich im Urlaub Jason Zweigs "Gier" las. Nicht alles, was ich lese, empfehle ich weiter. Dieses Buch schon.

Wer ist Jason Zweig? Er ist ein amerikanischer Finanzjournalist, der unter anderem für das Wallstreet Journal schreibt. Ich kam auf den Namen, weil Tim Schäfer ihn empfahl. Ich schaute, was für Bücher er so schrieb und bestellte kurzerhand "Gier". Jason Zweig hat auch eine Homepage, wo man auch zahlreiche Links zu seinen Artikeln im Wallstreet Journal finden kann.

Worum geht es in dem Buch? Es geht um den Menschen, seine Psyche und seine Investitionsentscheidungen. Zweig zeigt auf, dass viele Menschen Irrtümern erliegen, zu emotional handeln und dass erfolgreiche Investoren tatsächlich rationaler an die Sache rangehen, weniger auf Kurse schauen, vor allem auf Einkaufskurse.

Da es um Neuroökonomie geht, um die Psyche des Investoren, heißen die Kapitel demzufolge auch "Wissen und Glauben", "Gier", "Erwartung", "Selbstvertrauen", "Risiko", "Angst", "Schreck", "Reue" und "Glück und beschäftigen sich mit der jeweiligen Gemütserregung.

Im letzten Jahr las ich bereits den Kahneman. Zweig referenziert häufig Kahneman. Da habe ich wohl kein falsches Buch im letzten Jahr gelesen. Zweig aber ist näher dran am Aktienmarkt. Zweig gibt konkrete Hinweise, wo die Fallstricke für Aktieninvestoren liegen und was sie dagegen zu können, unter anderem:
  • Nicht überstürzt handeln.
  • Zweimal nachdenken.
  • Kontrollsystem einbauen, mit jemand anderen diskutieren, am besten mit jemanden, der häufig konträr zu den eigenen Überzeugungen steht.
  • Gefühle im Investitionstagebuch protokollieren
  • "Versuchen Sie zu beweisen, dass Sie unrecht haben." - Popper würde sagen: Versuchen Sie zu falsifizieren. Man sollte also einen Advocatus Dialobi haben oder seine Rolle selber ausfüllen, um die Stichhaltigkeit einer Investitionsentscheidung zu prüfen.

Lustig finde ich die Überstellung von Socken und Aktien ("socks" vs. "stocks") in Kapitel "Risiko". Socken kauft man, wenn man sie braucht, Aktien kauft man, wenn andere sie habe wollen. Socken behält man jahrelang, Aktien verkauft man so schnell wie möglich. (Um nur zwei der Gegenüberstellungen zu erwähnen.) Was Zweig dem Leser wohl vermitteln möchte, ist, dass wir Aktien kaufen sollen, als wären es Socken.

Das letzte Kapitel "Glück" liest sich dann auch die Blogs der üblichen Verdächtigen wie von Tim Schäfer, Stefan Obersteller und anderen Sparhanseln inklusive meiner Wenigkeit. Man soll

  • den Fernseher ausschalten,
  • die Fahrt genießen (Ich habe immer was zu lesen dabei, wenn ich mit der Bahn fahre.),
  • sich weiterbilden,
  • die Konsumgelüste unterdrücken (schreibt Tim Schäfer in jedem dritten Beitrag)
Bringt mich persönlich nicht weiter, weil ich schon lange so lebe. Aber ist ja auch schön, wenn man auf diese Weise Bestätigung bekommt.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Es war mir eine gute Urlaubslektüre, habe wieder einiges gelernt und ich bin mir sicher, dass es für von vielen Investoren gewinnbringend gelesen werden kann, unabhängig davon, ob sie schon auf dem Pfad der Tugend sind, der sich "Buy and Hold" nennt.

Dienstag, 18. August 2015

Urlaub - Warum in die Ferne schweifen?

Meinen heutigen Beitrag habe ich an meinem ersten Urlaubstag begonnen zu schreiben. Früher konnte ich Urlaub an sich nicht viel abgewinnen, aber mittlerweile genieße ich es richtig. Und es ist Heimaturlaub. Warum in die Ferne schweifen? Ich komme aus einer Gegend, die wirtschaftlich zurückgefallen ist. Aber die Natur ist schön und das Meer ist nah. Und Logis ist kostenlos.

Und ich habe auch Glück gehabt mit dem Wetter. Was ich komisch finde: Die Deutschen mäkeln ständig über zu kühles Wetter, aber wenn es dann schön ist in Deutschland, dann wird verreist. Das dümmste wäre dann, zwei Wochen in einem Hotelkomplex am Mittelmeer zu verbringen. Was bringt das? Wenn man im Herbst ans Mittelmeer flöge, dann könnte ich das verstehen.

Obwohl es viele attraktive Ecken in meiner Heimat gibt, sieht man nur sehr wenig Einheimische, die die Angebote nutzen. Warum nicht einmal auf einer großen Wiese an einem Flussufer zu zweit oder mit der Familie picknicken? Oder man schnappt sich Decke, ein paar Bücher, und liest einfach. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich das Leben schön zu machen, und es würde nicht viel kosten. Warum nicht um 5:30 Uhr in der Woche aufstehen, Picknickkorb und Literatur schnappen ein Frühstück bis 7:15 machen, bevor man dann zur Arbeit fährt?

Aber selbst kürzere Wege werden kaum gegangen. Am ersten Urlaubstag suchte ich mir dann auch gleich ein schattiges Plätzchen im Garten und las ein wenig. Das hatte ich auch schon als Jugendlicher und Heranwachsender so praktiziert.
Mit einem Stapel Bücher im Garten bequem machen

Ich finde das komisch, dass das nicht mehr Leute machen. Ist Lesen vielleicht aus der Mode gekommen? Ich kenne so viele Leute, die so viel Arbeit in den Garten stecken, diesen aber als nächstliegendes Naherholungsgebiet nicht nutzen. Wann sieht man Leute in ihrem Garten sitzen oder in der Hängematten liegen? Schon recht selten.

Ich schwang mich natürlich auch in den Sattel und besuchte mir bekannte und unbekannte Orte. An einem schönen Flußufer kann man sich genauso gut bequem machen. Man kann die Natur beobachten, man kann die Seele baumeln lassen, nachdenken, man kann aber auch lesen.

Der Platz lädt doch geradezu zum Picknick ein.


  
Und natürlich hatte ich ein Buch dabei. Hier: Jason Zweigs "Gier".
Natürlich möchte man auch baden gehen. Pflanzen am Ufer sind ein wenig nervig und ich bin ja sowieso mehr der Typ fürs Salzwasser, also ab zum Strand:
Der Vorteil "meines Strandes" ist, dass er nicht überlaufen sind.


Und selbstverständlich hatte ich
wieder das Buch dabei
Ich bin mir sicher, überall in Deutschland findet man das eine oder andere nette Fleckchen, wo man sich niederlassen kann. Man muss nur die Augen offen halten. Man braucht kein großes Budget. Das beste aber wäre, wenn man das nicht unter Urlaub verbucht, sondern unter Alltag. Anstatt sich abends vor die Glotze zu hängen, fährt man einfach mit dem Fahrrad raus in die Natur. Und wenn man dabei noch etwas für die Bildung tun kann, umso besser. Ich sah auch schon Radfahrer, die sich mitten im Wald niederließen und einfach ihre Nase in ein Buch steckten.

Was habe ich für meinen siebentägigen Billig-Urlaub ausgegeben? Nur Geld für Fahrkarten: 120,90 €. (Kein Benzin, da ich immer nur mit Bahn und Fahrrad unterwegs war.) Kost hätte ich so oder so bezahlen müssen, deswegen zählt das nicht als Urlaubsausgabe. Hätte ich Logis bezahlen müssen, wäre das natürlich teurer gewesen; ich konnte zum Glück bei Verwandten unterkommen. Erstklassige Ferienwohnungen gibt es aber auch schon für 50 € pro Nacht.

Sonntag, 16. August 2015

Mit 20 km/h ins Glück.

Investieren ist wie Radfahren. Man verlernt es nicht. Langfristiges Investieren ist wie eine längere Radtour: Mal fährt man mehr als 20 km/h (bergab), mal weniger (bergauf), aber im Schnitt kann man mit 20 km/h rechnen.

Der Gedanke kam mir neulich beim Radfahren. Es war hügelig und natürlich macht es bergauf wenig Spaß. Aber alleine die Gewissheit (nicht die Hoffnung, denn die wäre spekulativ), dass es danach auch wieder bergab geht, macht die Sache erträglich. Man schaltet einfach in einen bequemeren Gang, akzeptiert einfach, dass es etwas langsamer vorgeht, weil man ja weiß, dass es gleich bergab geht.

Während man dann fährt, bekommt an ein Gefühl für die Landschaft, für die Natur. Im Gegensatz zu einem wie Koko Petkov ("erfolgreicher Daytrader"), kann man die Aussicht genießen, frische Luft einatmen, Sonne tanken und am Ende des Tages fällt man ins Bett und schlummert sofort ein. (Meine Schlafprobleme sind nach wenigen Tagestouren weg.) Ich bleibe investiert und kann mich auf andere Sachen konzentrieren, ob nun auf eine Radtour im Urlaub oder auf den eigentlich Beruf.

Sogenannte Daytrader können sich nicht mehr anderen Sachen widmen. Die denken nicht über den nächsten Hügel hinaus. Dass es langsamer vorangeht, weil es bergauf geht, lässt sie regelrecht verzweifeln. Es wird dann umso mehr in die Pedale getreten. Für das Drumherum hat man dann Zeit mehr. Dass man an Bäumen mit reifen Pflaumen vorbeifährt, übersieht man dann schon mal. Der Buy-and-Hold-Radfahrer sieht diese, hält an, und nascht ein wenig.

Am Ende erreicht man sein Ziel genauso, mit  höherer Wahrscheinlichkeit sogar (weil man sich keine Blessuren unterwegs holt) und mit viel weniger Aufwand.

Ich komme gut hin mit dem Durchschnittswert 20 km/h. Ich habe auch eine Gepäcktasche dabei, die mich etwas verlangsamt. Da ich auch nicht das Radfahren trainiere und auch nicht wie bekloppt in die Pedale trete. Täte ich letzteres, hätte ich sicher einen besseren Schnitt. Ich kann das Radfahren wärmstens empfehlen. Ich jedenfalls habe mich bestens erholt.

Samstag, 15. August 2015

Kann die Mehrheit denn nicht rechnen?

Ich freue mich über jede mehrwöchige Dienstreise. Gerade dann, wenn es ins Ausland geht. Warum? Es ist der Verpflegungsmehraufwand.

Meine Erfahrung ist, dass ich keinen Mehraufwand habe. Sicherlich habe ich keine Familie zu Hause, die ich miternähren müsste, was mein persönlicher finanzieller Vorteil ist. Das sind vereinfachte Bedingungen. Aber über 70 € extra, wenn es nach Skandinavien geht? Pro Tag? Ich habe die Erfahrung in Norwegen, Schweden und Dänemark machen dürfen. Ich hatte keinen Mehraufwand. Da ich Haushaltsbuch führe, weiß ich, dass mein mehrwöchiger Schweden-Trip sogar unterdurchschnittliche Ausgaben bei den Lebensmitteln mit sich brachte, obwohl ich mehrfach auswärts aß und zudem das reichhaltige schwedische Lakritzangebot (die Schweden sind verrückt danach) sehr gerne annahm und einige neue Dinge probierte. Ich nehme den Verpflegungsmehraufwand gerne mit und stecke ihn in Dividendendaktien.

Wer also setzt die Mehraufwände an? Leute, die nicht rechnen könne? Leute, die viel Alkohol trinken und von sich auf andere schließen? Neulich las ich einen Beitrag, da schrieb jemand: "Von weniger als 20 € pro Tag essen, das ist schon sehr sparsam." - Das wären 600 € pro Monat. Meine durchschnittlichen Ausgaben pro Monat für Lebensmittel sind ca. 210 € und ich lege es nicht darauf an, immer das billigste zu bekommen und ich greife auch bewusst zu höherwertigen Lebensmitteln, gerade beim Kaffee und beim Tee. Darin enthalten sind auch Restaurantbesuche.

Man lernt immer wieder dazu, genauso auch die Geschichte mit dem Kameraden, der seine Mach-3-Klingen nach einmaliger Nutzung wegwarf, weil er dachte, das wären Einwegklingen. Als sich das herumsprach, wurde gelacht und gespottet. Und er war richtig sauer, dass er jahrelang so viel Geld zum Fenster rauswarf.

Angesicht dieser Episoden frage ich mich, ob das nun unrühmliche Ausnahmen sind oder ich eine positive Ausnahme bin. Da der Verpflegungsmehraufwand Gesetz ist, scheint wohl die Mehrheit mit Geld nicht umgehen zu können. Das ist mein Vorteil und wohl die Basis meines zukünftigen Wohlstandes. Gerade auch, weil ich viel investiere, bin ich recht zuversichtlich.

Ich trinke nicht, ich rauche nicht, ich behandele mein Hab und Gut sorgsam. Die ersten beiden Punkte sparen mir mindestens 1000 € pro Jahr gegenüber dem Durchschnitt. Und weil ich meine Sachen sorgsam behandele, ist die Haltbarkeit auch viel länger. Wenn es 20 % längere Haltbarkeit über den Durchschnitt bedeutet (Auto, Handy, Computer etc.), dann ist das wie ein Dauerrabatt.

Diesen Gedanken äußerte ich mal gegenüber einem Kollegen: Sorgsam mit dem Hab und Gut umgehen, längere Nutzungszeiten erzielen, spart richtig Geld. Er hat mich verlacht, sagte aber auch, ich sei reich, als ihm eröffnete, ich hätte ein Aktiendepot von 10000 €. (Ist schon ein paar Jahre her.)

Beispielsweise: Der Durchschnitt kauft alle drei Jahre ein neues Smartphone und zahlt im Durchschnitt 200 €. In 42 Jahren sind das 14 Telefone. Ausgaben: 2800 € in der Summe. Dagegen tritt an: Susi Sorgsam nimmt sich vor, die Gerätschaften so gut zu pflegen, dass sie vier Jahre halten. Sie braucht nur 10,5 Geräte in 42 Jahren, also 2100 €. Der Gewinn ist aber größer als 700 €. Susi Sorgsam gibt 50 € pro Jahr für das Gerät aus, der Durchschnitt 66 2/3 €. Susi Sorgsam gibt die Differenz von 16 2/3 € in einen ETF zu 8 % pro Jahr. Nach 42 Jahren sind daraus stattliche 5493 € geworden. Und das nur, wenn sie Telefone ein Jahr länger nutzt.

Und das nur wegen eines besseren Umgangs mit dem Telefon. Es gibt so viele Dinge: Möbel, Auto, Fahrrad, Kleidung, Schuhe, Küchengeräte: Die Sachen einfach länger nutzen, ergibt eine hübsche Rendite, wenn man die Differenz investiert. Sparsamkeit ist die Grundlage des Vermögensaufbaus. Den Sparsamen gehört die Zukunft.