Freitag, 24. Juni 2016

Brexit geglückt - Was das für uns bedeutet.

Ich muss zugeben, dass ich etwas hin- und hergerissen war, ob nun der britische Austritt vor- oder nachteilhaft für Großbritannien ist. Einerseits bietet die EU einen großen Freihandelsraum, andererseits verlangt der Brüsseler Wasserkopf immer mehr Geld. Ich kann verstehen, dass die Briten da rauswollen.

Und mittlerweile sehe ich mehr Vorteile für Großbritannien. Die Briten können wieder einen Weg der Vernunft einschlagen, ohne dass Brüsseler Richter sich wieder neuen Unsinn im Namen der sozialen Gerechtigkeit ausdenken. Ich denke nur an den Bezug von Sozialhilfe in einem fremden EU-Land. Man denke auch an Unisex-Tarife und Gleichbehandlungsgesetz. Die Privatwirtschaft muss das ausbaden, aber Ausnahmen erhalten nur ausgewählte Institutionen. (Beispielsweise die katholische Kirche, die Homosexuelle, Geschiedene und Evangelen diskriminieren darf, wie sie lustig ist.)
 
Der Selbstherrlichkeit der Brüsseler Kommissare wurde endlich mal mächtig kräftig ins Kontor geschlagen. Und nun sehe ich auch Vorteile für Deutschland, denn mit dem Brexit wird Brüssel geschwächt und die Nationalstaaten werden gestärkt. Hoffentlich machen unsere Politiker das richtige draus. Manfred Haferburg schreibt mir aus der Seele, was das Thema angeht.

Den Absturz an der Börse sehe ich nicht kritisch. Es bieten sich wieder fantastische Gelegenheiten. Daher gilt: Ruhe bewahren, Füße stillhalten.

Sonntag, 12. Juni 2016

Wertvolle Tipps: Lernen Sie Tabellenkalkulation, Textverarbeitung und E-Mail-Programm

Oft lese ich hier und da Kommentare nach dem Schema: "Ich bin 15 Jahre alt. Mir fehlt noch das Kapital, um an der Börse zu investieren, aber ich möchte lernen."

Als alter Computerhase halte ich folgenden Tipp für sehr wichtig: Lernen Sie eine Tabellenkalkulation. Ich selber bin bin immer überrascht, wenn man Leute damit nicht umgehen können. Ich war 10 Jahre alt, als wir in der Familie unseren ersten Computer hatten. Schon damals dabei: Works 2.0 für Windows. Ich schaute mir an, wie das funktioniert. Später lernte ich noch mehrere andere Tabellenkalkulationen, wie Excel 97, Quattro Pro und sogar noch Lotus 1-2-3, das mit einer Computerzeitschrift zusammen regelrecht verramscht wurde. Ich erarbeitete mir das Wissen, um unter anderem eine Bundesliga-Tabelle zu entwickeln, natürlich farbig hervorgehoben. Heute verwende ich LibreOffice Calc. Ich nutze Linux und da ist die Auswahl an Office-Paketen geringer. Selbst unter Windows würde ich ungern Excel verwenden, da Excel Geld kostet.

Wie man die Software verwendet, entnahm ich einem Buch für Excel 97 (gab es damals billig bei Aldi), aber auch von meiner Mutter, die beruflich bis Ende der 90er mit Framework unterwegs war. Sie war einfach nicht davon abzubringen. Da ich noch Framework kenne, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich ein richtig alter Hase bin.

Zugegeben, als Informatiker schaut man etwas abfällig auf Tabellenkalkulationsnutzer, da so eine Tabellenkalkulation nichts halbes und nichts ganzes ist. Es ist aber ein sehr guter Mittelweg, den ich mittlerweile schätze, um Daten halbwegs strukturiert zu erfassen und aufzubereiten. Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen, wie ich Tabellen in einer relationalen Datenbank definieren muss, um meine Anwendung umzusetzen. Die Anforderungen im privaten Bereich ändern zu schnell, als dass die Entwicklung eines relationalen Datenbankdesigns sinnvoll wäre.

Ich nutze die Tabellenkalkulation, um
  • Meine Aktiengeschäfte zu erfassen, Käufe, Verkäufe, Dividenden
  • Ein Buch über meine Ausgaben zu führen (Haushaltsbuch).
  • Zählerstände von Gas- und Wasserzähler zu erfassen
  • Um Steuernummer, Kundennummern, Adressen und ähnliches zu speichern. Wenn ich mal wieder meine Steuernummer suche, öffne ich meine Tabellenkalkulation. Ich wälze weniger in meinen Papierordnern.
Da ich alle meine Ausgaben protokolliere und kategorisiere, konnte ich in den letzten Jahren meine Steuererklärung sehr schnell erstellen. Ich musste nur nach der BU-Rentenversicherung filtern und habe die zwölf Zahlungen gesehen und konnte sie sofort zusammenaddieren. Um die Kosten für das Arbeitszimmer musste ich nur nach der Warmmiete (inkl. Nachzahlung) und den Kosten für Strom und Gas (inkl. Rückzahlung) filtern. Die Daten waren korrekt; ich sparte mir das mehrfache Nachprüfen. Ich musste nur das Gefilterte kopieren, in einer anderen Tabelle aufarbeiten, ausdrucken, Unterschrift druntersetzen und der Steuererklärung beilegen. Ich bin mir sicher: Auch das recht professionelle Auftreten sorgte dafür, dass das Arbeitszimmer letztendlich akzeptiert wurde. Für die Steuererklärung hatte ich in diesem Jahr vielleicht 4 h Aufwand.

Wertvoll finde ich auch Wissen über Textverarbeitung. Man muss sie nicht in allen Facetten beherrschen, aber man sollte wissen, wie man strukturiert Textdokumente erfasst. Dass man ein Stück Text mit einer Formatvorlage wie "Überschrift 2" formatiert anstatt manuell Schriftart, -größe und -dicke festzulegen. Wichtig ist, dass man sich frühzeitig, eine Vorlage für einen Standardbrief erarbeitet. Sowas habe ich seit 2003. Damals habe ich mich mit OpenOffice 1.0 hingesetzt und mir eine schönen Standardbrief mit Adressfenster, Briefkopf, Platz fürs Datum usw. angelegt. Ich verwende die Vorlage seitdem praktisch unverändert. Bei den Versionssprüngen und bei Adressänderungen musste ich natürlich mal nachbessern. Einerseits erspart es einem unheimlich viel Zeit, andererseits macht es einen besseren Eindruck beim Angeschriebenen. Jeder Brief sieht aus wie aus dem Ei gepellt, auch wenn die Angelegenheit banal ist. Und wenn man in so einem gut formatierten Brief mit einem Anwalt droht, bekommt man eher seine Forderung durchgedrückt. Ich unterstrich mal derartig die Forderung nach Rückzahlung meiner Mietkaution, dass ich drei Tage später das Geld auf dem Girokonto hatte. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit einem gescheiten Briefkopf seine E-Mail-Adresse und Telefonnummer automatisch weiterträgt und die Sie Angeschriebenen schnell und unbürokratisch erreichen können.

Die Erreichbarkeit per Mail sollte man auch dahingehend erhöhen, dass man sich einen richtigen Mail-Client installiert. Im Jahr 2000 bekam ich Anschluss ans Internet und ich besorgte mir sofort eine E-Mail-Adresse und installiert sofort einen Mail-Client. Web-Mailer zu verwenden, war bei mir die große Ausnahme. Der Komfort-Gewinn eines richtigen Mail-Clients (z. B. Icedove/Thunderbird) ist enorm. Man kann viel schneller arbeiten und außerdem wird man benachrichtigt, wenn eine Mail kommt. Ist aber der Browser zu tun, dann ist auch der Web-Mailer nicht mehr da. Mit Grausen sehe ich, wenn jemand, obwohl IT-affin, nur Web-Mailer nutzt.

Der Beitrag war nun sehr allgemein gehalten. Im nächsten Beitrag dieser Art möchte ich mein Tabellendokument vorstellen, mit dem ich meine Aktiengeschäfte protokolliere.

Haben Sie heute schon an Ihrem Mindset gearbeitet?

Ein Wort, das ich in letzter Zeit immer häufiger höre: "Mindset". Auf Deutsch ist das nichts anderes als Haltung, Denkart oder Mentalität. Ist die Beherrschung der Finanzen nur eine Frage, wie wir Denken und ob wir positiv oder negativ über Geld denken?

Wenn man wirklich keine Inhalte an, hebt man hervor, wie wichtig Motivation und "Mindset" wären. Koko Petkov, angeblich ein erfolgreicher Daytrader, faselt in jedem zweiten Video vom "Mindset". Und leider stelle ich fest, dass nun immer mehr Finanzblogs aus dem Boden schießen, die ganz abstrakt auch die "Mindset"-Nummer spielen und die Inhalte auf der Strecke bleiben.

Ich bin nicht der Meinung, dass alles eine Frage der Haltung ist. Man sollte auch die theoretischen und praktischen Dinge lernen. Ich habe hier schon einige Artikel gebracht, die aufzeigten, wie Rentenrechnung funktioniert. Ich habe mir sogar für private Zwecke ein Buch über Grundlagen der Finanzmathematik gekauft und immerhin bis zur Hälfte durchgearbeitet. (Mnache Kpaitel interessierten mich noch nicht.) Ich find's schade, dass man zu solchen Themen zu wenig in den Finanzblogs liest.

Ich wünsche mir, dass den Lesern mehr konkrete Informationen geliefert werden. Ob das nun finanzmathematische Formeln sind oder ein kleiner Excel-Crashkurs, wie man ihn kürzlich beim Finanzwesir zu lesen bekam.

Sowas finde ich gut, weil ich dann selber sogar noch dazulerne. Da lernte ich ich die Funktion INTZINSFUSS kennen. Ich plante schon lange vorher, den internen Zinsfuß meines Portfolios auszurechnen und hatte schon die Befürchtung, ich müsste Makros schreiben, um mit Regular Falsi den internen Zinsfuß berechnen zu müssen. Gott sei Dank habe ich die Makroprogrammierung umschiffen können, denn es gibt kaum Literatur dazu und wirklich einarbeiten möchte ich mich darin nicht. Ich programmiere schon beruflich sehr viel und Makroprogrammierung ist einfach nicht sexy genug.

Daher bitte an alle Blogger: Mehr Inhalte bitte, d. h. konkrete Investmentmöglichkeiten, finanzmathematische Beispielrechnungen und Überlegungen. Finanztipps aus der Küchenpsychologie gibt es schon mehr als genug.


Da ich privat in letzter Zeit viel mit Tabellenkalkulation arbeite, will ich mit gutem Beispiel vorangehen und selber eine kleine Tabellenkalkulationsreihe starten. Auf LibreOffice basierend natürlich. Excel kommt mir nicht in die gute Stube.