Samstag, 25. Februar 2017

Aus der Kategorie: Was haben die denn geraucht?

Habe ich schon mal geschrieben, dass ich S21 befürworte? Spätestens seit den Protesten 2010 bin ich Befürworter. Es gab so viele Lügen, beispielsweise, dass die Bürger nicht informiert worden wären. Das war insofern falsch, weil ich schon 2005/6 in der ZEIT etwas darüber las und ich eigentlich auch nicht aus dem Stuttgarter Raum kam. Es gab Möglichkeiten, sich zu informieren.

Klar, das Projekt ist teuer, es ist aber auch ambitioniert. Und was gibt es besseres, als den lauten Schienenverkehr unter die Erde zu bringen und durch bessere Gleisführung die Entfernungen zu verkürzen? Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann aber bitte gleich richtig. Das Graben der Tunnel lohnt sich!

Ich verstehe nicht, wie man dagegen sein kann und ich kann über die S21-Gegner nur den Kopf schütteln. Heute habe ich etwas auf der K21-Seite gefunden. Dort heißt es:

Die Filder ist seit Jahrzehnten einer enormen Bautätigkeit ausgesetzt, stellt die Schutzgemeischaft Filder anlässlich einer neuen Planungswelle auf den Fildern fest. Die Bürgerinitiative zählt auf: B27-Bau, Flughafenausbau in den 1990er Jahren und Autobahnausbau, viele Gewerbe- und Wohngebiete und nicht zuletzt der Messe-Neubau und die landzerstörenden Folgen der S-21-Trassen.

Die S21-Trassen sind nicht landzerstörend, sondern unter der Erde. Was haben die getrunken? Was haben die geraucht? Ein paar Hektar Ackerland sollen dran glauben. Das führt dann zur aberwitzigen Schlussrede:

Steffen Siegel: „Wer diese, von unseren Vorfahren über Jahrhunderte gepflegten Böden für alle Zeiten unwiederbringlich zerstört, bedroht die Überlebensfähigkeit kommender Generationen. Wenn wir so hemmungslos weiter Land „verbrauchen“, müssen unsere Enkel womöglich einmal schlechtes, teures Kraut von anderswo einfliegen lassen!“

Als wenn die deutsche Landwirtschaft genau auf diese Flächen angewiesen  wäre. Die "Überlebensfähigkeit kommender Generationen" stehe auf dem Spiel. Darunter mach es die K21-Paniker nicht. Das muss man sich mal vorstellen: Diese Leute sind für K21, also für den Erhalt bestehender oberirdischer Strecken, die seit über 100 Jahren die Landschaft zerschneiden. Ziel von S21 ist es, diese Strecken zurück zu bauen und so freie Flächen zu schaffen, natürlich auch zum Bauen, was das Umland nachhaltig von der Bautätigkeit entlastet. Wer Angst hat, in Deutschland könnten die Flächen ausgehen, der muss für S21 sein und nicht dagegen.

Diese K21-Übeltäter stehen ja links. Das möchte ich einen Artikel auf der Achse empfehlen. Die Linken wollen alles bewahren. Alles soll so bleiben, wie es ist. Da wird nicht gefragt, was langfristig der Mehrheit zugute kommt und was besser ist. Sogenannte Parkschützer wollten in Stuttgart S21 verhindern, weil ein paar Bäume gefällt werden mussten. Dass durch S21 der Park größer und attraktiver wird (kein Schienenlärm), hätte Parkschützer zu S21-Befürwortern machen müssen. Stattdessen haben diese linksgrünen Bessermenschen dagegen protestiert und sich darauf versteift, dass das Neue nicht gut wäre. Hauptsache dagegen. So funktioniert links und dumm.


Kommentare:

  1. Man merkt, dass die das Thema wichtig ist. :-) Auch ich finde das Projekt gut. Es ist halt immer eine Frage, wieviel Gehör man sich so in den Medien verschafft. Es gibt jedoch eine große Anzahl an Menschen, die ihre Meinung haben und sich nicht öffentlich profilieren. Und ich glaube, ein Großteil dieser Menschen ist Pro-S21. ;-)

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    1. Das denke ich auch. Die Pro-S21er empfand ich immer wohltuend sachlich, denn S21 ist eine Sachentscheidung. Die Vorteile liegen auf der Hand und konnten selbst durch die Gegner nicht widerlegt werden. Die haben sich selber demontiert: Erst wird gegen die Tunnel demonstriert, die die Mineralquellen gefährdeten, aber als Geißler seinen Kompromissvorschlag aus dem Hut zauberte, fanden die Gegner das gar nicht so schlecht, obwohl da genauso Tunnel durch den Stuttgarter Untergrund gezogen worden wären.

      Ich denke, Pro-S21ler haben auch weniger Zeit. Die müssen arbeiten, die pendeln auch täglich nach Stuttgart rein. Für die ist es eine echte Perspektive, wenn sie täglich 2 x 10 Minuten sparen könnten. Bei den Gegnern heißt es immer: "Was sind schon 10 Minuten?" - Tja, wenn man pendelt, ist das eine ganze Menge. 4000 Minuten pro Arbeitsjahr, 66 2/3 h, 2,77 Tage.

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  2. Vielen Dank für Ihre wohltuende Andersartigkeit im Vergleich zur sonstigen deutschen Medienlandschaft. Sobald man sich pro Trump oder pro S21 öffentlich positioniert, kommt es im sozialen Umfeld zu einer Art sozialer Ächtung. Leider sind insbesondere die links-stehenden Zeitgenossen kaum für Argumente erreichbar.
    Behalten Sie Ihre erfrischende liberale Art bei. Ich schaue gerne hier vorbei und freue mich stets über neue Artikel.

    Snufkin

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    1. Den Worten möchte ich mich uneingeschränkt anschließen.

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    2. Auch ich, als stiller, treuer Leser, möchte mich dem Kommentar anschließen.

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  3. Mich erschreckt viel mehr, dass in Deutschland nichts mehr ohne Bürgerproteste geht. Ob nun S21, eine neue Startbahn oder bei uns in Bayern ganz aktuell die Stromtrassen. Wo stünde Deutschland, wenn das vor 100 Jahren schon si gewesen wäre? Was gab es vor 20 Jahren Proteste gegen Mobilfunkmasten. Jeder will aber telefonieren, Strom aus der Steckdose, in den Urlaub fliegen und eine freie Autobahn. Wir Deutschen haben echt ein Problem (oder einen an der Latte?.

    PS: Ich bin für S21, Startbahnen, Autobahnen und eine sichere Stromversorgung.

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  4. Hallo, also dazu muss ich sagen, dass Bürgerproteste ja per se nix schlimmes sind. Im Gegenteil, wir dürfen hier noch protestieren, einige andere Länder entwickeln sich ja in diesem Punkt wieder zurück.
    Aber das Ergebnis sollte dann wenigstens ein vernünftiger Kompromiss aus Pro und Contra, These und Anti-These sein.
    lg Stefan

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    1. Als die S21-Gegner mit Argumenten für den Bahnhof konfrontiert waren, haben die sich kindisch benommen und sich darauf versteift, immerhin würden sie demonstrieren, sich engagieren und sie wären die Demokratie. Das haben die nicht so nicht direkt gesagt, aber der Gestus war ja so. Das war schon ziemlich unverschämt.

      Demokratie muss geordnet ablaufen. Eine Menge von Leuten soll nicht eine gefällt Entscheidung zurücknehmen dürfen, nur weil diese Menge laut geworden ist. Wo kämen wir dann hin? Warum sollen die S21-Gegner ihren Willen durchgesetzt bekommen, HoGeSa und Pegida nicht? Selbst für einen Kompromiss gab es nicht die geringste Veranlassung oder Berechtigung. S21 wurde sehr gut geplant. Das hat Jahre gedauert, um es abzuwägen und um die Bewilligungen zu erhalten. Kurz vor Baubeginn dann wieder alles in Frage zu stellen, ist einfach unmöglich. Wo waren die Gegner, als die Parlamente entschieden?

      Ich bin jedenfalls froh, dass man auf die Krakeler nicht hört, egal ob da nun Palästinenserschwachmaten auftreten, die 5. Kolonne des Ajatollahs (am sogenannten "Al-Quds-Tag"), HoGeSa, Pegida, AfD, schwarzer Blog, S21-Gegner oder die Trauergesellschaft für Rudolf Heß.

      Demokratie funktioniert nur, wenn auch die eine Chance haben, ihrer Stimme Ausdruck zu geben, wenn sie sich nicht in die Öffentlichkeit wollen, wenn sie leise sind und sie keine Zeit haben. Und das geht nur mit geordneten Wahlen. Waren oder sind Sie im Verein? Ich bin in einem Sportverein. Da kann auch nicht einfach so von heute auf morgen eine Vereinssitzung anberaunt werden. Das muss geplant werden, das muss veröffentlicht werden. Bei uns ist der Vorstand verpflichtet, in der lokalen Zeitung ordnungsgemäßig eine Einladung auszusprechen und das mindestens sechs Wochen vorher. Aushänge sind auch verpflichtend.

      Die Parlamente haben bereits lange vor 2010 sich positiv zu S21 entschieden und das mit überwältigender Mehrheit aus CDU, SPD und FDP.

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