Samstag, 19. August 2017

Der Terroranschlag in Barcelona belegt die deutsche Medienkrise

Und wieder haben sie es getan: Arabische Moslems haben wieder getötet. Mit einem Lieferwagen ist einer der Terroristen im Zickzackkurs über die Flaniermeile "La Rambla" in Barcelona gefahren. 13 Menschen sind schon tot, 119 Menschen sind verletzt. Wie schwer, weiß man nicht, aber man kann davon ausgehen, dass manche so schwer verletzt sind, dass sie in den nächsten Tagen auf der Intensivstation dahinscheiden werden.

Gerd Buurmann fasste gestern ein paar antisemitisch motivierte Straftaten der letzten Tage zusammen. Kommentatoren wiesen ihn darauf hin, dass der Anschlag in Barcelona vor einem koscheren Restaurant passierte, womit auch dieser Anschlag antisemitisch motiviert sein könnte. Da wurde ich hellhörig. Ich begann, zu recherchieren, was die ganzen Medien so schrieben.

Ich habe mir die Artikel bei Spiegel Online, FAZ.net, tagesspiegel.de und welt.de angeschaut. Selbst die konservativ-liberalen Publikationen lassen einem Stich. Den Hinweis auf das jüdische Restaurant findet man nicht, obwohl es eine wichtige Information ist. Ich habe versucht, herauszufinden, woher die Opfer stammen. Logisch, dass deutsche Medien immer erwähnen, wie viele Opfer Deutsche waren. Das ist deutschen Medien nicht vorzuwerfen. Ich weiß aber aus den deutschen Medien, dass 28 der Opfer Franzosen waren und dass die Opfer aus insgesamt 34 Nationen stammen. Ich musste lange nach den Nationalitäten der Opfer suchen und ob auch Israelis dabei waren. Israelische Opfer gibt es allem Anschein nach nicht, aber auf israelnetz.de kann man nachlesen, dass Barcelona ein beliebtes Urlaubsziel von Israelis ist. Ich bin mir sicher, dass die Terroristen genau das wussten und ins Kalkül zogen.

Man muss schon ausländische Medien konsultieren, um an gewisse Fakten zu kommen:

Die Recherche in den deutschen Medien betrübte mich wieder. Es ist ein wenig analytischer Journalismus, es ist ein dummer und oberflächlicher Gesinnungsjournalismus, der wieder einmal weg vom eigentlich Thema führt, um sich dem Lieblingsthema der linken Intelligenzja zu widmen: "Rechte" und "Identitäre". Die eigentlichen Täter waren Moslems. ISIS bekannte sich zu den Anschlägen. Und wie schon nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt geht es wieder nur darum, abzuwehren, dass der Islam kritisiert wird und Muslime unter einen Generalverdacht gestellt werden. SPON schreibt:
Angst oder Offenheit? Nach dem Anschlag müssen sich die Menschen in Barcelona entscheiden, wie sie auf die Tat radikaler Muslime reagieren. Eines scheint klar: Für den Hass der Rechten ist in der Stadt kein Platz.[...]
Die Rechten wollen die Situation für ihre Zwecke nutzen, doch die ganz große Mehrheit der Menschen stellt sich entschieden gegen sie.

Wie in Berlin, als Linke sofort die Situation ausnutzten, um gegen "Rechte" zu demonstrieren, während der deutschen Medienbetrieb dazu applaudierte. Der Hass vieler Moslems gegen die westliche Kultur ist kein Thema. Der Antisemitismus vieler Moslems ist auch kein Thema. Das scheinen wohl beides - ganz im Sinne von Multikulti - als erhaltenswerte kulturelle Eigenschaften der Muslime Schutz zu genießen.

Was ich seltsam finde: Während streng zwischen Islam und Islamismus unterschieden wird, wird das gesamte rechte politische Spektrum in die Nazi-Ecke geschoben, als ob deutsche Konservative Anschläge durchführen. Es wird auch übersehen, dass viele Moslems ideologisch gesehen Rechtsaußen verortet sind, deren Ideologie auf Antisemitismus  und panarabischen Nationalismus beruht. Nicht von ungefähr waren die Araber Hitlers Verbündete, gegen die Briten und Juden. Und auch heute noch gibt es einen Hitler-Kultur im arabischen Raum. In Gaza gibt's eine Boutique namens "Hitler 2", wo es den neuesten Terroristen-Chic zu erwerben gibt. Die schiitische Terrororganisation Hisbollah praktiziert einen Gruß, der mir auch irgendwie verdächtig verkommt.

Interessanter als die eigentlichen Artikel sind dann meistens die Kommentare unter den Artikeln. Beispielsweise in diesem FAZ-Artikel hier. Dort werden Texttafeln einer Demo gezeigt, wo es heißt, Islam sei kein Terrorismus und Muslime seien keine Terroristen. Der Artikel scheint mit der Botschaft zu sympathisieren, denn sie wird nicht kritisiert. Manche Kommentatoren kritisieren aber diese Botschaft scharf. Nun mag es ein Binse sein, dass die meisten Muslime friedliche Menschen sind, aber so eine Botschaft ausgerechnet dann in die Welt zu tragen, wenn gerade Muslime im Namen des Islams gemordet haben, zeugt von einer Menge Chuzpe.
 
Der große Medienskandal dieses Sommers war das Wegschließen der Antisemitismus-Dokumentation durch Arte und WDR, was am Ende nur nach Druck von Außen über die Äther geschickt wurde, aber mit Fußnoten und einem lächerlichen Faktencheck. Eine einmalige Sache im deutschen Medienbetrieb. Der Wert der Dokumentation war groß, und auch ihre Medienkritik traf voll ins Schwarze, wurde durch die Umstände ihrer Veröffentlichung und jetzt noch einmal bestätigt: Es gibt einen weit verbreiteten Antisemitismus, der große Teile der Gesellschaft erfasst, vor allem auch das linke Spektrum, das immer einen Schleier des Schweigens über den Antisemitismus legt, wenn es nicht rechtsextreme Dumpfbacken betrifft. Quo vadis, Deutschland? Wie kann man nur so blind und herzlos sein? Alle Sonntagsreden unter dem Motto "Nie wieder!" werden Lügen gestraft.

Aus den deutschen Medien habe ich aber immerhin die sehr wichtige Information erhalten, dass der Lieferwagen weiß war ("White Pride"). Hätte der Lieferwagen dem "südländischen" Phänotyp entsprochen, wäre dies nie erwähnt worden. Der Attentäter in Virginia war übrigens gar nicht so anders als die islamischen Terroristen. Der Trend geht ganz klar dazu hin, mit Fahrzeugen durch Menschenansammlungen zu brettern. Wurde der Täter in Virginia, Alex Fields Jr., nicht auch einfach nur missverstanden? War er nicht auch ein Israelkritiker? - Komisch, wie man mit zweierlei Maß misst. Multikulti gilt wohl nicht für Rednecks.

Sonntag, 6. August 2017

Die kleine Schwester des Antisemitismus: Antiamerikanismus

Heute jährt sich der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zum 72ten Male. Sicherlich ist es kein schöner Gedanke, dass über 100000 Menschenleben mit einem Fingerschnipp ausgelöscht wurden. Was mir aber tierisch auf eine Senkel geht sind die alljährlichen Betroffenheitsschreiberlinge zum Jahrestag.

Der moralische Furor steht uns nicht zu. Er ist zudem peinlich, zeugt eigentlich davon, dass nicht darüber nachgedacht wurde. Man begibt sich auf die bequeme absolute Position, dass Atomwaffen prinzipiell nicht genutzt werden dürfen. Bequem ist die Position deshalb, weil man selber nie in der Lage war, sich für oder gegen sie entscheiden zu müssen.

Sicherlich bin ich ein gebranntes Kind, der noch ein wenig DDR-Propaganda im Klassenzimmer inhalieren durfte. Man erzählte uns von den bösen Amis, die zwei amerikanische Städte mit Atombomben ausgelöscht haben. Man zeigte uns auch Fotos vom verbombten Dresden. Mir als Kind ist das damals noch nicht aufgefallen, aber im Rückblick muss ich sagen, dass doch eine Menge ausgeblendet wurde, um die Ereignisse seriös bewerten zu können. Dass man aber 7- und 8-jährige Kinder damit konfrontiert, die zu einer seriösen Bewertung gar nicht in der Lage wären, macht deutlich, was bezweckt wurde.

Als Erwachsener habe ich mich einiges über die Atombombenabwürfe gelesen und mir meine Gedanken gemacht. Ich halte die offizielle amerikanische Position für die plausibelste: Die beiden Abwürfe haben den Krieg schnell beendet und den Japanern wie den Amerikanern, sowie in den von Japan besetzten Völkern enorme Verluste erspart. Die Theorien mancher Historiker, wonach wahlweise der Kriegseintritt der UdSSR ausschlaggebend oder die Japaner ohnehin kapitulieren wollten, finde ich äußerst dürftig. Wo haben die ihre Informationen her? Fakt ist doch, dass die Japaner erst nach Nagasaki einlenkten. Fakt ist, dass die UdSSR auch früher hätte eingreifen können, wenn sie gewollt hätte. War das eigentliche Kriegsverbrechen dann nicht, dass die UdSSR so lange zögerten? Hätte Stalin schon 1943 seine Truppen in die Mandschurei geschickt, dann hätte Japan vielleicht schon 1944 kapituliert? Es wäre gar nicht zu den beiden Atombombenabwürfen gekommen.

Nun macht niemand der UdSSR deswegen Vorwürfe, weil die ja schon enorme Arbeit an der Westfront hatten, zum großen Teil selbst verschuldet durch militärische Inkompetenz. Die UdSSR war sogar Mitinitiator des Krieges in Europa. (Ohne den Hitler-Stalin-Pakt wären die Deutschen nicht in Polen einmarschiert.) Die Vorwürfe an die UdSSR fallen sehr bescheiden aus. Man kapriziert sich auf die Amerikaner und erklären kann ich es mir nur damit, dass da antiamerikanische Bedürfnisse gestillt werden müssen.

Wie jener Kommentar. Da werden Hiroshima, Afghanistan und Irak in einen Topf geworfen und er merkt seine Widersprüche nicht einmal. Diese Art des Antiamerikanismus ist es auch, die mich bewogen hat, mich zu diesem Thema zu äußern. Bombardieren die USA ein Land, wirft man es ihnen vor. Bombardieren sie nicht, wirft man ihnen vor, dass sie tatenlos zuschauen. Bei Sanktionen genau das gleiche. Im Kommentar wird sogar das Abschneiden der Japaner von den Rohstoffen als völkerrechtswidrig angeklagt. Das muss man sich mal vorstellen: Die Japaner besetzen und rauben Südostasien aus, aber das einzige, was der Herr Kommentator anklagenswert findet, ist das Abschneiden von den geraubten Rohstoffen durch die Amerikaner.

Den Westallierten wird ja auch vorgeworfen, die Gleise nach Auschwitz nicht bombardiert zu haben. Diese Anklage fällt größer aus als den Sowjets gegenüber (deren Bomberstaffeln den kürzeren Weg gehabt hätten) und den Deutschen, die das eigentliche Verbrechen begingen. Man stelle sich vor, die Westallierten hätten es getan und die Gleise nach Auschwitz bombardiert? Der Kommentator vom Blog "An und für sich" hätte sich darauf versteift, die Amerikaner hätten "völkerrechtswidrig" die Deutschen von der Rohstoffversorgung abgeschnitten: Textilien, Leder und Zahngold.

Das ist zynisch, aber ich führe nur die Gedankengänge jenes Herrn fort. Der Antiamerikaner schämt sich nicht, solche Gedanken zu haben. Sein Ressentiment lädt er mit moralischer Überlegenheit auf, die er nicht besitzt.